Das Land Oberösterreich stellt eine millionenschwere Förderung für eine Flugverbindung am Flughafen Linz bereit. Dieser Schritt hat eine scharfe Debatte ausgelöst und führt zu Kritik aus dem benachbarten Salzburg, wo man von einer klaren Wettbewerbsverzerrung spricht.
Die finanzielle Unterstützung soll die Anbindung des Linzer Flughafens, der sich selbst als „das oberösterreichische Tor zur Welt“ bezeichnet, nach dem Wegfall einer wichtigen Strecke sichern. Doch die Maßnahme wird als unfairer Eingriff in den Markt gesehen und könnte die Dynamik zwischen den regionalen Flughäfen nachhaltig verändern.
Hintergrund der Kontroverse
Der Auslöser für die aktuelle Situation war die Entscheidung der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA), im Oktober des vergangenen Jahres die Flugverbindung zwischen Linz und dem wichtigen Drehkreuz Frankfurt einzustellen. Dieser Schritt stellte für den Linzer Flughafen, einen von sechs Verkehrsflughäfen in Österreich, einen erheblichen Rückschlag dar.
Die Verbindung nach Frankfurt war für die regionale Wirtschaft und für Passagiere von großer Bedeutung, da sie den Zugang zu einem globalen Streckennetz ermöglichte. Ihr Wegfall hinterließ eine spürbare Lücke in der internationalen Anbindung Oberösterreichs.
Die Reaktion der Politik
Um diese Lücke zu schließen und die Attraktivität des Standorts zu sichern, griff die oberösterreichische Landesregierung zu einer umstrittenen Maßnahme: einer direkten finanziellen Förderung. Mit Steuergeldern in Millionenhöhe soll eine neue oder wiederbelebte Flugverbindung subventioniert werden.
Dieser Schritt wird damit begründet, dass eine gute Erreichbarkeit für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich unerlässlich sei. Ohne eine verlässliche Anbindung an ein internationales Drehkreuz befürchtet man Nachteile für ansässige Unternehmen und den Tourismus.
Regionale Flughäfen im Wettbewerb
Österreichs Bundesländer-Flughäfen stehen in einem ständigen Wettbewerb um Fluglinien und Passagiere. Entscheidungen wie die Subventionierung einer Strecke können das Gleichgewicht empfindlich stören. Flughäfen wie Salzburg, Graz oder Innsbruck konkurrieren oft um dieselben Airlines und Zielgruppen.
Salzburg spricht von Wettbewerbsverzerrung
Die Nachricht von der millionenschweren Subvention in Linz wurde am Salzburger Flughafen mit großer Besorgnis aufgenommen. Vertreter des Flughafens und der Salzburger Politik kritisieren das Vorgehen scharf. Man wirft Oberösterreich vor, den Wettbewerb durch den Einsatz von Steuergeldern künstlich zu verzerren.
Ein fair geführter Wettbewerb basiere darauf, dass Fluglinien ihre Entscheidungen aufgrund von Marktnachfrage und Wirtschaftlichkeit treffen. Wenn ein Standort jedoch mit staatlichen Mitteln unterstützt wird, könnten andere Flughäfen, die ohne solche Hilfen auskommen müssen, nicht mehr mithalten.
„Wenn ein Bundesland beginnt, Flugverbindungen mit Millionen aus Steuergeldern zu subventionieren, ist das ein problematisches Signal. Das untergräbt die Bemühungen anderer Flughäfen, die auf rein wirtschaftlicher Basis agieren“, so ein Branchenkenner, der nicht namentlich genannt werden möchte.
Die Befürchtung in Salzburg ist, dass Fluggesellschaften sich nun eher für Linz entscheiden könnten, nicht weil die Nachfrage dort höher ist, sondern weil die finanziellen Anreize die Entscheidung beeinflussen. Dies könnte langfristig zu einer Verlagerung von Flugverkehr und Passagieraufkommen führen, was dem Salzburger Flughafen schaden würde.
Zahlen und Fakten
- 6 Verkehrsflughäfen gibt es in Österreich, die um Marktanteile konkurrieren.
- Im Oktober des Vorjahres wurde die wichtige Verbindung Linz–Frankfurt durch die AUA eingestellt.
- Die Subvention aus Oberösterreich beläuft sich auf einen Millionenbetrag, um eine neue Verbindung zu sichern.
Die möglichen Folgen für die Region
Die Auseinandersetzung zwischen Salzburg und Oberösterreich wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie viel staatliche Einmischung ist im Luftverkehr vertretbar? Während die einen argumentieren, dass die Sicherung der regionalen Anbindung eine öffentliche Aufgabe sei, warnen die anderen vor einem kostspieligen Subventionswettlauf.
Sollte das Linzer Modell Schule machen, könnten sich auch andere Bundesländer gezwungen sehen, Flugverbindungen finanziell zu stützen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein solcher Wettlauf würde nicht nur hohe Kosten für die Steuerzahler verursachen, sondern auch die Marktmechanismen weiter außer Kraft setzen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Diskussion wird die österreichische Luftfahrtbranche noch länger beschäftigen. Es bleibt abzuwarten, welche Fluggesellschaft die subventionierte Strecke in Linz bedienen wird und wie sich dies konkret auf die Passagierzahlen in Salzburg und anderen benachbarten Flughäfen auswirkt.
Für Reisende könnte die Subvention kurzfristig zu neuen Flugangeboten führen. Langfristig stellt sich jedoch die Frage nach der Nachhaltigkeit solcher staatlich finanzierten Modelle. Experten sind sich einig, dass der Fall die Notwendigkeit einer koordinierten nationalen Luftfahrtstrategie unterstreicht, um einen ruinösen Wettbewerb zwischen den Bundesländern zu vermeiden.





