Anrainer entlang des Alterbachs in Salzburg-Sam äußern ihren Unmut über das zunehmende Wirken von Bibern. Die Nager fällen Bäume entlang eines beliebten Geh- und Radwegs, was nicht nur das Landschaftsbild verändert, sondern auch Sicherheitsbedenken aufwirft. Trotz wiederholter Meldungen an die Behörden sehen die Anwohner bisher keine ausreichenden Schutzmaßnahmen.
Wichtigste Punkte
- Biber fällen Bäume entlang des Alterbachs in Salzburg-Sam.
- Anrainer beklagen den Verlust von Schattenbäumen und Sicherheitsrisiken.
- Vorschlag zum Baumschutz: Ummantelung mit Draht, wie am Söllheimer Bach.
- Zuständigkeit liegt beim Land Salzburg, nicht bei der Stadt.
- Land sieht derzeit keinen ökologischen Schaden und keine Notwendigkeit zur Umsiedlung.
Biberaktivität bedroht Naherholungszone
Der Alterbach in Salzburg-Sam gilt als beliebte Naherholungszone. Besonders in den wärmeren Monaten nutzen viele Menschen den Geh- und Radweg entlang des Gewässers. Rund ein Dutzend Bäume spendet dort Schatten. Diese Bäume sind nun jedoch stark von Bibern betroffen. Die Tiere fällen die Bäume, um an ihr Holz zu gelangen.
Günther Witzany, ein 72-jähriger Pensionist, besucht den Alterbach regelmäßig. Er beobachtet das Treiben der Biber seit Herbst 2025 mit Sorge. "Es macht mich einfach traurig", sagt Witzany. "Diese Bäume sind teils zwanzig bis dreißig Jahre alt und nun müssen sie aufgrund der Schäden einer nach dem anderen umgeschnitten werden."
Faktencheck Biberpopulation
- Im Bundesland Salzburg gibt es aktuell 115 Biberreviere.
- Die Population umfasst rund 436 Biber.
- Dies entspricht einem Anstieg von 54 Bibern seit der letzten Erhebung im Winter 2022/23.
- Eine Jagdverordnung erlaubt das Erlegen von maximal 15 Bibern zwischen September und März.
Sicherheitsbedenken und fehlender Schatten
Witzany äußert nicht nur ästhetische, sondern auch Sicherheitsbedenken. Beschädigte Bäume könnten bei Stürmen umstürzen und eine Gefahr für Passanten darstellen. Darüber hinaus befürchtet er, dass der Weg ohne Schatten im Sommer an Attraktivität verliert.
"Wenn ein Sturm durchzieht, wird es den einen oder anderen dieser beschädigten Bäume umknicken", so Witzany. "Wenn es hier im Sommer gar keinen Schatten mehr gibt, dann wird der Weg für die Menschen auch nicht mehr so attraktiv sein."
Eine Anrainerin, die ihren Namen nicht nennen wollte, bestätigt die Beobachtungen Witzanys. Sie kritisiert ebenfalls die Untätigkeit der Behörden. "Das Gebiet ist einfach toll. Gerade für die Kinder", sagt sie. "Ich und auch andere Nachbarn haben das schon mehrmals der Stadt gemeldet, aber es tut einfach niemand etwas."
Einfache Schutzmaßnahmen ignoriert?
Günther Witzany schlägt eine einfache und kostengünstige Maßnahme zum Schutz der Bäume vor. Er empfiehlt, die Stämme auf dem ersten Meter mit Eisendraht zu ummanteln. Diese Methode sei bereits erfolgreich am benachbarten Söllheimer Bach angewendet worden, wo die Bäume seither von Bibern verschont bleiben.
Die Anrainerin teilt seine Meinung. Sie fügt hinzu, dass man die Biber im Notfall auch umsiedeln müsste, auch wenn sie die Tiere grundsätzlich möge. Derzeit ist ein Teil des Weges ohnehin gesperrt, da die Brücke Bachwinkelweg bis April 2026 erneuert wird.
Zuständigkeiten am Alterbach
Der Alterbach befindet sich im Besitz des Bundes. Für das Bibermanagement und die Erhaltung des Weges ist das Land Salzburg zuständig. Die Stadt Salzburg ist hierfür nicht verantwortlich, wie Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ) erklärt.
Behörden sehen keinen akuten Handlungsbedarf
Auf Anfrage bei den zuständigen Behörden gab das Land Salzburg an, dass die Bäume wöchentlich kontrolliert werden. "Bei Gefahr in Verzug werden sie gefällt", heißt es vom Landesmedienzentrum. Darüber hinaus sehe man derzeit jedoch keinen weiteren Handlungsbedarf.
Laut Experten des Landes entstehe bei den betroffenen Bäumen am Alterbach kein ökologischer Schaden. Dieser entstehe allenfalls für den Grundbesitzer. Sollte der Bund als Grundbesitzer die Bäume als wertvoll erachten, würden auch diese mit Draht umwickelt werden.
Biber in der Stadt Salzburg
Biber treten nicht nur in Sam, sondern auch in anderen Stadtteilen Salzburgs auf. Maßnahmen werden in Absprache mit betroffenen Grundbesitzern getroffen. Sie dienen vor allem dazu, Schäden an der Infrastruktur zu verhindern. Dazu gehören die Entfernung von Biberdämmen oder das Anbringen von Ufersicherungen. Die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Das Erlegen von Bibern ist im Stadtgebiet nicht erlaubt. Aus Naturschutzgründen besteht lediglich die Möglichkeit, die Tiere in ein anderes Gebiet zu verbringen. Eine Notwendigkeit für eine solche Verbringung sieht das Land am Alterbach derzeit ebenfalls nicht.
Die Biberpopulation in Salzburg
Eine aktuelle Studie des Landes Salzburg zeigt, dass die Biberpopulation im Bundesland stetig wächst. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Winter 2022/23 ist die Zahl der Biberreviere und der einzelnen Tiere gestiegen. Um die Population zu kontrollieren, trat im September 2025 eine Jagdverordnung in Kraft. Diese erlaubt es, maximal 15 Biber pro Jahr zwischen September und März zu erlegen.
Die Situation am Alterbach bleibt für die Anwohner weiterhin ein Ärgernis. Sie hoffen auf schnellere und effektivere Maßnahmen zum Schutz der verbleibenden Bäume und zur Sicherung des beliebten Naherholungsgebiets.





