Die Stadt Salzburg verzeichnet einen leichten Rückgang des Abfallaufkommens. Im Jahr 2025 produzierten die Bürgerinnen und Bürger insgesamt 78.137 Tonnen Müll, was einem Rückgang von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während das neue Pfandsystem erste positive Effekte zeigt, sehen Experten bei der Mülltrennung noch erheblichen Verbesserungsbedarf.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesamte Abfallmenge in Salzburg sank 2025 um 1.915 Tonnen auf 78.137 Tonnen.
- Das seit Januar 2025 geltende Pfandsystem für Einwegflaschen und Dosen zeigt bereits Wirkung und reduziert die Menge im gelben Sack.
- Trotz guter Trennmoral landen immer noch zu viele Wertstoffe wie Papier und Biomüll im Restmüll.
- Die Stadt verstärkt ihre Aufklärungsarbeit, insbesondere in Schulen und Kindergärten, um das Bewusstsein für richtige Mülltrennung zu schärfen.
Ein detaillierter Blick auf die Zahlen
Die Abfallbilanz der Stadt Salzburg für das Jahr 2025 zeigt eine positive Entwicklung. Mit insgesamt 78.137 Tonnen Müll wurde die Menge im Vergleich zu 2024 um 1.915 Tonnen reduziert. Dieser Wert liegt im mehrjährigen Durchschnitt, der sich zwischen 76.000 und 81.000 Tonnen bewegt.
Jürgen Wulff-Gegenbaur, der Leiter des städtischen Abfallservice, erklärt, dass die Abfallmenge von verschiedenen Faktoren abhängig ist. „Insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung, die Bautätigkeit, die Witterung, etwa bei Gartenabfällen, sowie gesetzliche Änderungen spielen eine große Rolle“, so Wulff-Gegenbaur.
Salzburger Abfallbilanz 2025
- Gesamtabfall: 78.137 Tonnen
- Veränderung zu 2024: -2,4 % (-1.915 Tonnen)
- Langfristiger Trend: Leicht rückläufig
Der Trend ist über die Jahre hinweg leicht rückläufig, was auf ein wachsendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung hindeutet. Besonders bei der jüngeren Generation sei der Gedanke der Nachhaltigkeit stärker verankert, stellt der Experte fest.
Das Pfandsystem als wichtiger Hebel
Eine der bedeutendsten Neuerungen der letzten Zeit war die Einführung des Einwegpfands auf Kunststoffflaschen und Metalldosen im Januar 2025. Diese Maßnahme zeigt bereits deutliche Auswirkungen auf die gesammelten Mengen im gelben Sack.
„Im zweiten Halbjahr 2025 haben wir schon einen leichten Rückgang gespürt, aber das wird jetzt sukzessive stärker zu spüren sein“, erklärt Wulff-Gegenbaur. Die Zahlen bestätigen diese Einschätzung eindrucksvoll.
„Wenn man den Jänner 2025 mit dem Jänner 2026 vergleicht, haben wir schon ein Minus von 18,1 Prozent bei den Leichtverpackungen.“
Diese Entwicklung zeigt, dass das Pfandsystem ein wirksames Instrument ist, um das Müllaufkommen zu reduzieren und gleichzeitig die Recyclingquote für wertvolle Materialien wie PET und Aluminium zu erhöhen. Die zurückgebrachten Flaschen und Dosen können sortenrein erfasst und hochwertig wiederverwertet werden.
Die Herausforderung der richtigen Mülltrennung
Obwohl die Salzburger eine grundsätzlich gute „Trennmoral“ aufweisen, gibt es laut Wulff-Gegenbaur noch viel zu tun. Das größte Problem bleibt der Inhalt der Restmülltonnen. Analysen zeigen immer wieder, dass ein erheblicher Teil des Restmülls eigentlich aus wiederverwertbaren Stoffen besteht.
„Hier wollen wir durch Aufklärung und Abfallberatungen das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen“, betont der Leiter des Abfallservice. In den Restmülltonnen finden sich häufig:
- Papier und Kartonagen
- Biomüll und Küchenabfälle
- Kunststoffverpackungen
- Altglas
Diese Fehlwürfe erschweren nicht nur das Recycling, sondern führen auch zu höheren Entsorgungskosten. „Wir haben hier in Salzburg für alles eine eigene Tonne beziehungsweise den gelben Sack. Die richtige Mülltrennung ist einfach, weil unser System gut ist“, fügt er hinzu. Oft sei reine Bequemlichkeit der Grund für falsches Trennen.
Mythos widerlegt: Getrenntes wird nicht zusammengeworfen
Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass sorgfältig getrennter Müll am Ende doch wieder zusammengeschüttet wird. Jürgen Wulff-Gegenbaur stellt klar: „Das hören wir immer wieder von Leuten. Dazu kann man nur klar sagen: Alles, was getrennt gesammelt wird, wird auch sauber und getrennt verarbeitet.“ Jeder getrennte Abfallstrom wird einem spezifischen Verwertungsprozess zugeführt, um Ressourcen zu schonen.
Aufklärung beginnt bei den Jüngsten
Um eine nachhaltige Verhaltensänderung zu bewirken, setzt die Stadt Salzburg gezielt bei Kindern und Jugendlichen an. Seit 2024 bringt das Abfallservice die Themen Müllvermeidung und -trennung direkt in Kindergärten und Schulen.
„Wir haben dabei eine gute Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen, laden sie zu uns auf den Recyclinghof in Maxglan ein und sie können sich vor Ort alles anschauen“, erklärt Wulff-Gegenbaur. Der praxisnahe Ansatz soll den Kindern die Kreislaufwirtschaft verständlich machen.
Die Hoffnung ist, dass die Kinder dieses Wissen in ihre Familien tragen und so als Multiplikatoren für ein besseres Umweltbewusstsein wirken. „Wenn wir die Kinder erreichen und ihnen vermitteln, wie wichtig Abfallvermeidung und Abfalltrennung sind, dann tragen sie das in den Familien weiter.“
Ausblick und Service für die Bürger
Die Stadt Salzburg wird ihre Bemühungen fortsetzen, die Abfallmengen weiter zu reduzieren und die Recyclingquoten zu erhöhen. Neben der kontinuierlichen Aufklärungsarbeit spielen auch Serviceangebote eine wichtige Rolle. So ist für das Frühjahr wieder eine beliebte Aktion geplant.
Hobbygärtner können sich freuen: Zwischen Anfang April und Anfang Mai wird es am Recyclinghof wieder die Gratis-Kompost-Aktion geben. Bürgerinnen und Bürger können dort hochwertigen Kompost für ihre Gärten abholen und so den natürlichen Kreislauf schließen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie aus Abfall eine wertvolle Ressource werden kann.





