In Salzburg-Sam hat der Naturschutzbund die Initiative ergriffen, um die Bäume entlang des beliebten Alterbachs vor Biberschäden zu schützen. Nachdem die Tiere in den vergangenen Monaten zahlreiche Bäume stark beschädigt hatten und weder Stadt noch Land Salzburg Maßnahmen setzten, wurden die Naturschützer selbst aktiv und errichteten Schutzzäune.
Der Geh- und Radweg entlang des Alterbachs ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bewohner des Stadtteils. Die zunehmenden Schäden durch Biber führten jedoch zu wachsender Besorgnis und Ärger in der Bevölkerung, da bereits mehrere Bäume aufgrund der Nagetierspuren gefällt werden mussten.
Die wichtigsten Punkte
- Biberaktivität: Biber haben in den letzten Monaten zahlreiche Bäume entlang des Alterbachs in Salzburg-Sam beschädigt.
- Behördliche Untätigkeit: Weder die Stadt Salzburg noch das Land fühlten sich für Schutzmaßnahmen zuständig.
- Bürgerinitiative: Der Naturschutzbund Salzburg hat nun selbst gehandelt und Drahtgitter um die gefährdeten Bäume angebracht.
- Konflikt: Die Situation verdeutlicht den wachsenden Konflikt zwischen dem Schutz von Wildtieren und den Interessen der Anwohner in städtischen Gebieten.
Ein beliebtes Naherholungsgebiet in Gefahr
Der Weg entlang des Alterbachs im Stadtteil Sam ist für viele Salzburger ein Ort der Erholung. Familien, Spaziergänger und Radfahrer nutzen die grüne Oase täglich. Doch das Idyll wurde in den letzten Monaten getrübt. Immer mehr Bäume zeigten deutliche Spuren von Biberverbiss.
Die Nager, die seit einigen Jahren wieder in den städtischen Gewässern heimisch sind, haben ganze Arbeit geleistet. Die Stämme vieler Bäume wurden so stark angenagt, dass ihre Stabilität gefährdet war. Als Konsequenz mussten einige von ihnen aus Sicherheitsgründen gefällt werden, was das Landschaftsbild sichtbar veränderte und bei den Anwohnern für Unmut sorgte.
Der Biber in Salzburg
Der Biber galt in Österreich lange als ausgerottet. Durch erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekte hat sich sein Bestand erholt, und er kehrt auch in städtische Lebensräume zurück. Als sogenannter "Ökosystem-Ingenieur" gestaltet der Biber aktiv seine Umwelt, was zu Konflikten mit menschlichen Interessen führen kann, aber auch die Artenvielfalt fördert.
Zuständigkeitsstreit zwischen Stadt und Land
Angesichts der zunehmenden Schäden wandten sich besorgte Bürger an die Behörden. Doch eine Lösung blieb aus. Es entstand ein Zuständigkeitskonflikt zwischen der Stadt Salzburg und dem Land. Seitens der Stadtverwaltung wurde darauf verwiesen, dass das Gewässermanagement und damit auch der Umgang mit dem Biber in die Kompetenz des Landes falle.
Diese unklare Lage führte zu einem Stillstand, während die Biber ihre Aktivitäten fortsetzten. Der Ärger in der Bevölkerung wuchs, da keine konkreten Schritte zum Schutz der verbleibenden Bäume unternommen wurden. Die Situation am Alterbach wurde zu einem Symbol für die oft langsamen Mühlen der Bürokratie, wenn es um Natur- und Tierschutz im urbanen Raum geht.
Schutzmaßnahmen sind einfach und effektiv
Das Anbringen von Drahtgittern, sogenannten Drahthosen, um die Stämme ist eine bewährte und kostengünstige Methode, um Bäume vor Biberverbiss zu schützen. Die Gitter hindern die Tiere am Nagen, ohne ihnen zu schaden. Diese Maßnahme ermöglicht ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Biber.
Naturschutzbund wird selbst aktiv
Da von offizieller Seite keine Hilfe kam, entschied sich der Naturschutzbund Salzburg, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Freiwillige Mitglieder der Organisation rückten mit Drahtgittern und Werkzeug an, um die noch intakten Bäume entlang des Alterbachs zu sichern.
In einer konzertierten Aktion wurden die Stämme mit robusten Drahtmanschetten umwickelt. Diese einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme verhindert, dass die Biber die Rinde und das Holz erreichen können. Damit sind die Bäume vorerst geschützt.
"Wenn die zuständigen Stellen nicht handeln, müssen wir als Zivilgesellschaft einspringen. Es kann nicht sein, dass wertvolle Bäume verloren gehen, weil sich niemand verantwortlich fühlt", erklärte ein Mitglied des Naturschutzbundes vor Ort.
Ein Zeichen für den Bürger-Engagement
Die Aktion des Naturschutzbundes ist mehr als nur eine praktische Schutzmaßnahme. Sie ist auch ein starkes Signal dafür, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement im Natur- und Umweltschutz ist. Anstatt auf eine behördliche Lösung zu warten, haben die Mitglieder gezeigt, dass direkte Aktionen einen Unterschied machen können.
Die Initiative wird von den Anwohnern in Sam positiv aufgenommen. Viele zeigten sich dankbar, dass endlich etwas zum Erhalt ihres Naherholungsgebiets unternommen wird. Die umzäunten Bäume sind nun ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Zusammenleben von Mensch und Wildtier möglich ist, wenn pragmatische Lösungen gefunden und umgesetzt werden.
Die Frage der langfristigen Verantwortung für das Bibermanagement am Alterbach bleibt jedoch weiterhin offen. Es wird sich zeigen, ob die Aktion des Naturschutzbundes die Behörden dazu bewegt, eine dauerhafte Strategie für den Umgang mit dem geschützten Nager zu entwickeln.





