Im Norden Italiens stehen derzeit zwei außergewöhnliche Immobilien zum Verkauf, die weit über gewöhnlichen Luxus hinausgehen. Prinz Alexander von Liechtenstein bietet sein Schloss nahe dem Gardasee an, komplett mit einem Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges. Gleichzeitig sucht in Venedig ein berüchtigter Palast am Canal Grande, dem ein jahrhundertealter Fluch nachgesagt wird, einen neuen Eigentümer. Diese Angebote werfen ein Schlaglicht auf den exklusiven Immobilienmarkt der Region.
Parallel dazu sorgt ein weiteres Luxusgut im Golf von Triest für Schlagzeilen: Die beschlagnahmte Superyacht „A“ eines russischen Oligarchen hat den italienischen Staat bereits rund 30 Millionen Euro an Wartungskosten gekostet, ohne dass ein Ende der Ausgaben in Sicht ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Prinz Alexander von Liechtenstein verkauft sein Schloss Sant’Andrea nahe dem Gardasee für geschätzte 30 bis 40 Millionen Euro.
- Die Immobilie umfasst ein 29 Hektar großes Grundstück und einen Bunker aus dem Kalten Krieg.
- In Venedig steht der Palazzo Ca’ Dario zum Verkauf, der als „verflucht“ gilt, da viele seiner Besitzer ein tragisches Schicksal erlitten.
- Die Wartung der beschlagnahmten Superyacht „A“ in Triest hat den italienischen Staat bisher rund 30 Millionen Euro gekostet.
Schloss mit Bunker am Gardasee sucht neuen Besitzer
Östlich des Gardasees, in der Gemeinde Affi, bietet sich eine seltene Gelegenheit für Liebhaber historischer Anwesen mit besonderen Eigenschaften. Prinz Alexander von Liechtenstein und seine Frau haben beschlossen, ihr Schloss Sant’Andrea zu veräußern. Der Wert der Immobilie wird von Experten auf einen Betrag zwischen 30 und 40 Millionen Euro geschätzt.
Das Anwesen ist nicht nur wegen seiner adligen Vorbesitzer bemerkenswert. Auf dem weitläufigen, 29 Hektar großen Gelände befindet sich neben dem Schloss und einem großen Park auch eine unterirdische Anlage, die in der heutigen Zeit fast surreal anmutet.
Ein Relikt des Kalten Krieges
Tief unter dem Grundstück verbirgt sich ein Bunker, der während des Kalten Krieges eine strategische Rolle spielte. Solche Anlagen waren Teil der Verteidigungsstrategien für den Fall eines bewaffneten Konflikts in Europa. Die Existenz dieses Bunkers macht das Schloss zu einem einzigartigen historischen Zeugnis und verleiht ihm eine zusätzliche Dimension, die über reinen Luxus hinausgeht.
Hintergrund: Private Bunkeranlagen
Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges sind in Europa keine Seltenheit, befinden sich aber meist in staatlichem Besitz oder wurden zurückgebaut. Eine so gut erhaltene Anlage als Teil eines privaten Schlosses ist äußerst ungewöhnlich und stellt für potenzielle Käufer sowohl eine Faszination als auch eine besondere Verantwortung dar.
Der Fluch des Palazzo Ca’ Dario in Venedig
Ein weiteres, nicht minder spektakuläres Objekt ist in Venedig auf den Markt gekommen. Direkt am berühmten Canal Grande steht der Palazzo Ca’ Dario zum Verkauf. Während der Verkaufspreis diskret behandelt wird, ist die Geschichte des Palastes in der ganzen Stadt bekannt und von düsteren Legenden umwoben.
Der Palast gilt unter Einheimischen als verflucht. Diese Überzeugung stützt sich auf eine unheimliche Serie von Unglücksfällen, die viele seiner Besitzer über die Jahrhunderte ereilt haben sollen. Seit seiner Erbauung vor über 500 Jahren wird dem Gebäude nachgesagt, dass es seinen Bewohnern finanziellen Ruin, soziale Ächtung oder gar einen frühzeitigen Tod bringt.
Die Liste der tragischen Schicksale, die mit dem Palazzo Ca’ Dario in Verbindung gebracht werden, ist lang. Mehrere Eigentümer sollen bankrottgegangen, unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen oder in Skandale verwickelt worden sein. Dieser Ruf hat dem Palast den Beinamen „der verfluchte Palast“ eingebracht.
Trotz seiner finsteren Vergangenheit bleibt der Palast ein architektonisches Juwel an einem der begehrtesten Standorte der Welt. Die Frage ist, ob sich ein Käufer findet, der mutig genug ist, die Legenden zu ignorieren und sich der Herausforderung zu stellen, die Geschichte des Anwesens neu zu schreiben.
Millionengrab im Hafen von Triest
Nicht nur Immobilien, auch andere Luxusgüter in der Region verursachen immense Kosten. Im Golf von Triest liegt seit März 2022 die weltweit größte Segelyacht „A“ vor Anker. Das Schiff wurde im Rahmen der EU-Sanktionen gegen russische Oligarchen beschlagnahmt.
Seitdem ist der italienische Staat für die Instandhaltung des Schiffes verantwortlich – eine Aufgabe, die sich als extrem kostspielig erwiesen hat. Bisher sind für Wartung, Liegegebühren und Personal rund 30 Millionen Euro an öffentlichen Geldern aufgewendet worden. Ein Ende ist nicht in Sicht, da der Rechtsstreit mit dem Eigentümer, einem als putinfreundlich eingestuften Oligarchen, andauert.
Die laufenden Kosten für die Sicherung und Wartung der Yacht stellen eine erhebliche Belastung für den italienischen Haushalt dar. Die Situation verdeutlicht die komplexen finanziellen Folgen der internationalen Sanktionspolitik.
Die drei Fälle – das Schloss, der Palast und die Yacht – zeigen auf unterschiedliche Weise, dass außergewöhnlicher Besitz oft mit ebenso außergewöhnlichen Umständen verbunden ist. Ob es sich um historische Relikte, düstere Legenden oder politische Verwicklungen handelt, der Markt für Luxusgüter im Alpe-Adria-Raum bietet derzeit einige der ungewöhnlichsten Geschichten Europas.

