Der HC Pustertal hat am Sonntagabend für eine Überraschung in der win2day ICE Hockey League gesorgt. Gegen den Tabellenführer EC Red Bull Salzburg, der mit einer Serie von zwölf Siegen in Folge anreiste, gelang den Bruneckern ein überzeugender 4:1-Heimsieg. Trotz erheblicher Personalsorgen zeigten die „Wölfe“ eine disziplinierte und kämpferische Leistung und beendeten damit ihre eigene Negativserie von vier Niederlagen.
Die wichtigsten Fakten
- Der HC Pustertal besiegt den EC Red Bull Salzburg mit 4:1 in der Intercable Arena.
- Die Siegesserie von Salzburg endet nach zwölf erfolgreichen Spielen in Folge.
- Pustertal beendet gleichzeitig eine eigene Serie von vier Niederlagen.
- Greg Di Tomaso war mit zwei Toren der entscheidende Spieler für die Heimmannschaft.
- Der Sieg ist ein wichtiger Schritt für den HCP im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation.
Ungleiche Vorzeichen vor dem Spiel
Die Ausgangslage vor der Partie am 11. Januar 2026 hätte unterschiedlicher kaum sein können. Der EC Red Bull Salzburg reiste als unangefochtener Dominator der Liga nach Bruneck. Mit zwölf Siegen in Serie im Gepäck trat das Team als klarer Favorit an und konnte trotz des Fehlens von Bourke und Schneider auf ein voll besetztes Lineup zurückgreifen.
Auf der anderen Seite stand der HC Falkensteiner Pustertal, der nach vier Niederlagen in Folge unter Druck stand. Die Personalsituation verschärfte die Herausforderung zusätzlich. Trainer Jaspers musste auf Verteidiger Adam Almquist sowie die drei Stürmer Ivan Deluca, Cole Bardreau und JC Lipon verzichten. Dies zwang ihn, mit nur drei Sturmlinien gegen die Angriffsmaschinerie der Salzburger anzutreten. Im Tor startete Eddie Pasquale für die Hausherren, während bei den Gästen David Kickert das Tor hütete.
Die Ausgangslage im Detail
Salzburgs beeindruckende Siegesserie von 12 Spielen machte sie zum gefürchtetsten Gegner der Liga. Pustertal hingegen kämpfte nicht nur mit einer Formkrise, sondern auch mit erheblichen Ausfällen in Schlüsselpositionen, was die Aufgabe, die Trendwende zu schaffen, besonders schwierig machte.
Ein Blitzstart der Wölfe im ersten Drittel
Entgegen den Erwartungen legte der HC Pustertal einen Traumstart hin. Bereits in der ersten Spielminute musste ein Salzburger Spieler auf die Strafbank. Diese frühe Überzahl nutzten die Hausherren eiskalt aus. Nach nur 57 Sekunden lenkte Nicholas Saracino einen präzisen Pass von Rok Ticar zum 1:0 ins Netz und versetzte die Intercable Arena in Ekstase.
Die frühe Führung gab den „Wölfen“ sichtlich Auftrieb. Sie spielten konzentriert und erarbeiteten sich weitere gute Chancen durch Purdeller und Rueschhoff, scheiterten aber am starken Salzburger Torhüter David Kickert. Die Gäste aus Salzburg zeigten sich davon unbeeindruckt und nutzten ihre erste nennenswerte Gelegenheit zum Ausgleich. In der fünften Minute zog Mario Huber von der blauen Linie ab, und Florian Baltram fälschte den Puck unhaltbar zum 1:1 ab.
Tore im ersten Drittel:
0:57 - 1:0 Saracino (PP1)
4:33 - 1:1 Huber (EQ)
19:35 - 2:1 Di Tomaso (EQ)
Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Beide Teams agierten mit hohem Tempo und Zug zum Tor. Kurz vor der ersten Drittelpause gelang Pustertal jedoch der erneute Führungstreffer. Greg Di Tomaso überraschte Kickert mit einem verdeckten Schuss, der durch die Schoner des Torhüters den Weg ins Tor fand. Mit einer verdienten 2:1-Führung für die Heimmannschaft ging es in die Kabine.
Disziplinierte Verteidigung im Mittelabschnitt
Wie erwartet erhöhte der EC Red Bull Salzburg im zweiten Drittel den Druck. Die Gäste kamen mit großer Entschlossenheit aus der Kabine und versuchten, das Spiel an sich zu reißen. Doch die Pusterer Defensive stand an diesem Abend außergewöhnlich gut. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem starken Eddie Pasquale im Tor überstanden sie die anfängliche Drangphase der Bullen unbeschadet.
Die „Wölfe“ beschränkten sich nicht nur auf die Verteidigung, sondern setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche. In der 25. Minute hatte Osmanski bei einer Doppelchance die Möglichkeit, auf 3:1 zu erhöhen, doch sein Rückhandschuss landete nur am Außennetz. Die Salzburger Offensive, normalerweise eine der stärksten der Liga, fand kaum Lücken in der Pusterer Abwehr.
Die Mannschaft hat heute eine extrem disziplinierte und geschlossene Leistung gezeigt. Jeder hat für den anderen gekämpft, und das war der Schlüssel zum Erfolg gegen einen so starken Gegner.
Eine der wenigen Unachtsamkeiten in der Pusterer Defensive ereignete sich in der 36. Minute, als St. Denis plötzlich frei vor dem Tor auftauchte. Doch Torhüter Pasquale parierte glänzend und hielt die knappe Führung fest. So blieb es auch nach 40 Minuten beim Stand von 2:1 für die Hausherren, die sich diese Führung durch harte Arbeit und taktische Disziplin verdient hatten.
Die Entscheidung im Schlussdrittel
Der HC Pustertal knüpfte im letzten Drittel nahtlos an die starke Leistung an. Anstatt sich hinten einzuigeln, spielten die Mannen von Coach Jaspers weiter mutig nach vorne und ließen den Serienmeister nicht zur Entfaltung kommen. Zu Beginn des Drittels überstand Salzburg eine Unterzahl, doch Pustertal blieb am Drücker. Ein Lattenschuss von Lobis und weitere gute Chancen zeigten, dass die Hausherren den Sieg unbedingt wollten.
Die wachsende Nervosität der Salzburger führte viereinhalb Minuten vor dem Ende zu einer weiteren Strafzeit. Diese Gelegenheit ließ sich Pustertal nicht entgehen. Greg Di Tomaso fasste sich von der blauen Linie ein Herz und traf mit einem präzisen Handgelenkschuss zum vorentscheidenden 3:1. Es war sein zweiter Treffer des Abends.
In den Schlussminuten versuchten die Salzburger noch einmal alles, agierten jedoch zunehmend frustriert und mit übertriebener Härte. Die Pusterer ließen sich davon nicht provozieren. Eine halbe Minute vor der Schlusssirene machte Austin Rueschhoff mit einem Treffer ins leere Tor zum 4:1-Endstand alles klar und verwandelte die Arena endgültig in ein Tollhaus.
Ausblick auf die kommenden Spiele
Dieser Sieg ist für den HC Pustertal mehr als nur zwei Punkte. Er ist ein Befreiungsschlag nach einer schwierigen Phase und ein starkes Signal im Rennen um die direkte Playoff-Qualifikation. Bereits am kommenden Freitag steht das nächste wichtige Heimspiel an, wenn die Black Wings Linz in der Intercable Arena zu Gast sind. Mit einer ähnlichen Leistung könnten die „Wölfe“ einen weiteren großen Schritt in Richtung Playoffs machen.





