Ein tragischer Unfall hat sich am Dienstagvormittag in Werfenweng im Pongau ereignet. Ein 41-jähriger Mann aus der Slowakei kam bei einem Absturz mit seinem Speedglider ums Leben. Trotz des schnellen Eingreifens der Rettungskräfte konnte für den erfahrenen Piloten nichts mehr getan werden.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Bergunfällen ein, die die Rettungsteams in der Region seit Jahresbeginn stark fordern. Die Alpinpolizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 41-jähriger Slowake ist bei einem Speedgliding-Unfall in Werfenweng tödlich verunglückt.
- Augenzeugen beobachteten, wie der Pilot nach einem Manöver die Kontrolle verlor und in einen Hang prallte.
- Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.
- Die Bergrettung im Pongau verzeichnet seit Jahresbeginn eine außergewöhnlich hohe Zahl an Einsätzen und Todesfällen.
Der Unfallhergang am Dienstagvormittag
Der 41-jährige Pilot startete am Dienstag von der Bischlinghöhe, einem beliebten Startplatz für Gleitschirm- und Drachenflieger in der Region. Die Wetterbedingungen galten als gut, und es waren mehrere andere Flieger in der Luft. Der Mann war mit einem Speedglider unterwegs, einem kleineren und wendigeren Gleitschirm, der für hohe Geschwindigkeiten und bodennahe Manöver konzipiert ist.
Nach Berichten von Augenzeugen führte der Slowake ein Flugmanöver in relativer Bodennähe durch. Dabei scheint er die Kontrolle über sein Fluggerät verloren zu haben. Der Schirm reagierte nicht mehr wie erwartet, was zu einem schnellen Höhenverlust führte.
Mit hoher Geschwindigkeit prallte der Mann in einen steilen, unwegsamen Hang. Andere Personen am Berg, die den Absturz beobachtet hatten, setzten sofort einen Notruf ab und alarmierten die Rettungskette.
Schneller Einsatz der Rettungskräfte
Die Einsatzkräfte, darunter die Bergrettung und ein Notarzthubschrauber, waren rasch vor Ort. Aufgrund des steilen Geländes gestaltete sich der Zugang zur Unfallstelle jedoch schwierig. Als der Notarzt schließlich den Verunglückten erreichte, konnte er nur noch dessen Tod feststellen. Die Verletzungen, die der Mann beim Aufprall erlitten hatte, waren zu schwerwiegend.
Die Alpinpolizei hat die Ermittlungen zur Klärung der genauen Unfallursache aufgenommen. Es wird untersucht, ob ein Pilotenfehler, eine unerwartete Windböe oder ein technisches Problem mit dem Speedglider zum Absturz geführt hat. Die Auswertung des Fluggeräts sowie die Befragung weiterer Zeugen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Was ist Speedgliding?
Speedgliding, auch als Speedflying bekannt, ist eine Extremsportart, die Elemente des Paragleitens und des Skifahrens kombiniert. Die Piloten verwenden kleine, schnelle Gleitschirme, um steile Hänge hinabzufliegen, oft in unmittelbarer Nähe zum Gelände. Die hohe Geschwindigkeit und die erforderliche Präzision machen diesen Sport besonders anspruchsvoll und riskant. Im Gegensatz zum klassischen Paragleiten, bei dem das Suchen von Aufwinden im Vordergrund steht, geht es beim Speedgliding primär um den schnellen Abstieg.
Bergrettung im Pongau an der Belastungsgrenze
Der tödliche Unfall ist ein weiterer tragischer Höhepunkt in einem für die Rettungskräfte im Pongau extrem intensiven Winter. Die Zahl der Einsätze liegt weit über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.
„Seit Jahresbeginn verzeichnen wir im Pongau rund 60 Einsätze, darunter leider auch acht Totbergungen. Diese Zahlen sind außergewöhnlich hoch und zeigen, wie intensiv dieser Winter bislang verlaufen ist.“
Dies erklärte Gerhard Kremser, der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau. Die hohe Einsatzfrequenz stellt eine enorme Belastung für die überwiegend ehrenamtlichen Helfer dar. Die Einsätze sind vielfältig und spiegeln die zahlreichen Winteraktivitäten in den Salzburger Alpen wider.
Einsatzstatistik Bergrettung Pongau (seit Jahresbeginn)
- Gesamteinsätze: ca. 60
- Todesfälle: 8
- Einsatzarten: Lawinenunfälle, Sucheinsätze, Rodelunfälle, Notfälle bei Skitouren und Eisklettern.
Kremser betont die Professionalität und das Engagement seiner Teams, die trotz der hohen Belastung rund um die Uhr einsatzbereit sind. „Unser Einsatzspektrum reicht von Lawinenunfällen über Sucheinsätze und Rodelunfällen bis hin zu Notfällen bei Skitourengehern und Eiskletterern“, so Kremser weiter. Er lobt die Motivation der örtlichen Rettungsstellen, die zu 100 Prozent einsatzfähig seien.
Sicherheit beim Flugsport in den Alpen
Die Bischlinghöhe in Werfenweng ist ein international bekannter und beliebter Flugberg. Die Infrastruktur mit der Bergbahn und die verlässlichen thermischen Bedingungen ziehen Piloten aus ganz Europa an. Unfälle wie dieser führen jedoch immer wieder die Risiken des Sports vor Augen.
Experten weisen darauf hin, dass gerade bei risikoreichen Varianten wie dem Speedgliding eine exzellente Ausbildung, eine realistische Selbsteinschätzung und eine genaue Kenntnis der lokalen Wetter- und Windverhältnisse unerlässlich sind. Selbst kleinste Fehler können bei den hohen Geschwindigkeiten fatale Folgen haben.
Die Gemeinschaft der Flugsportler reagierte mit großer Bestürzung auf die Nachricht vom Tod des slowakischen Piloten. In Online-Foren und sozialen Netzwerken wird über mögliche Ursachen diskutiert und gleichzeitig zur Vorsicht gemahnt. Viele betonen, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu kennen und keine unnötigen Risiken einzugehen.
Die Ermittlungen der Polizei werden nun zeigen, was genau zu diesem tragischen Ereignis geführt hat. Für die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen bleibt ein schmerzlicher Verlust.





