In Salzburg könnten bald selbstfahrende Taxis unterwegs sein. Die 27-jährige Informatikerin Cansu Demir forscht an der Universität Salzburg daran, wie diese Technologie sicher und vertrauenswürdig wird. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu verbessern und so die Akzeptanz für autonomes Fahren in der Bevölkerung zu erhöhen.
Das Wichtigste in Kürze
- Cansu Demir, eine 27-jährige Forscherin, arbeitet an der Universität Salzburg an intelligenten Assistenzsystemen für autonome Fahrzeuge.
- Ihre Forschung zielt darauf ab, das Vertrauen der Menschen in selbstfahrende Autos zu stärken, indem die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verbessert wird.
- Die Technologie könnte bald in Form von Robotaxis in Salzburg zum Einsatz kommen und den städtischen Verkehr verändern.
- Die größte Herausforderung ist nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Überwindung psychologischer Hürden bei den Nutzern.
Eine neue Ära der Mobilität für Salzburg
Die Vorstellung von fahrerlosen Autos, die leise durch die Gassen der Salzburger Altstadt navigieren, klingt für viele noch wie Science-Fiction. Doch diese Vision könnte schneller Realität werden als gedacht. An der Spitze der Forschung, die dies möglich machen soll, steht Cansu Demir. Die junge Informatikerin aus dem Stadtteil Aigen widmet ihre Arbeit einem der zentralen Themen der zukünftigen Mobilität: dem autonomen Fahren.
An der Universität Salzburg untersucht sie, wie intelligente Assistenzsysteme die Sicherheit und Effizienz von selbstfahrenden Fahrzeugen steigern können. Ihr Fokus liegt dabei nicht nur auf der reinen Technik, sondern vor allem auf der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Denn die beste Technologie nützt wenig, wenn die Menschen ihr nicht vertrauen.
Die Psychologie hinter dem autonomen Fahren
Eine der größten Hürden für die Einführung von Robotaxis ist die menschliche Skepsis. Viele Menschen fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, die Kontrolle über ein Fahrzeug vollständig an einen Computer abzugeben. Genau hier setzt die Forschung von Cansu Demir an.
Sie analysiert, wie ein autonomes Fahrzeug mit seinen Passagieren kommunizieren muss, um Vertrauen aufzubauen. Es geht darum, die Absichten des Fahrzeugs transparent zu machen. Warum bremst das Auto jetzt? Warum wählt es diese Route? Wenn das System seine Entscheidungen verständlich erklärt, zum Beispiel über ein Display im Innenraum, sinkt die Angst und das Gefühl der Sicherheit steigt.
Die fünf Stufen des autonomen Fahrens
Die Entwicklung selbstfahrender Autos wird in fünf Stufen eingeteilt. Stufe 1 umfasst einfache Assistenzsysteme wie einen Tempomat. Bei Stufe 5 fährt das Fahrzeug vollständig autonom unter allen Bedingungen, ohne dass ein menschlicher Eingriff nötig ist. Die aktuellen Forschungen, auch in Salzburg, konzentrieren sich darauf, die Systeme in Richtung der Stufen 4 und 5 weiterzuentwickeln.
Mehr als nur ein technisches Problem
Die Arbeit von Demir zeigt, dass die Einführung autonomer Fahrzeuge weit mehr als eine technische Herausforderung ist. Es ist auch eine soziologische und psychologische Aufgabe. Die Forscherin untersucht Verhaltensmuster und Reaktionen von Menschen, wenn sie mit einer künstlichen Intelligenz im Straßenverkehr interagieren.
Dabei werden Fragen geklärt wie: Wie reagieren Fußgänger auf ein fahrerloses Auto? Wie kann sichergestellt werden, dass die Kommunikation zwischen verschiedenen autonomen Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern reibungslos funktioniert? Diese Aspekte sind entscheidend, um eine sichere Integration in den bestehenden Verkehr zu gewährleisten.
Potenziale und Herausforderungen für Salzburg
Die Einführung von Robotaxis in Salzburg würde zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Autonome Flotten könnten den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, die Anzahl privater Pkws reduzieren und so zu weniger Staus und einer besseren Luftqualität beitragen. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität könnten selbstfahrende Taxis eine neue Form der Unabhängigkeit bedeuten.
Doch der Weg dorthin ist komplex. Neben den technologischen und psychologischen Aspekten müssen auch rechtliche und ethische Fragen geklärt werden. Wer haftet bei einem Unfall? Wie entscheidet ein Fahrzeug in einer unausweichlichen Gefahrensituation? Diese Debatten müssen gesellschaftlich geführt werden, während Forscher wie Cansu Demir an den technischen Grundlagen arbeiten.
Wussten Sie schon?
Studien deuten darauf hin, dass autonomes Fahren das Potenzial hat, die Anzahl der Verkehrsunfälle um bis zu 90 % zu reduzieren, da die meisten Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind.
Ein Blick in die Zukunft
Cansu Demirs Forschung ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft in Salzburg. Ihre Arbeit an der Schnittstelle von Informatik und Psychologie hilft dabei, nicht nur intelligente Maschinen zu entwickeln, sondern auch Maschinen, denen wir Menschen vertrauen können.
Während der genaue Zeitpunkt für die Einführung von Robotaxis in der Landeshauptstadt noch unklar ist, zeigen Projekte wie dieses, dass die Weichen bereits gestellt werden. Die Forschung an der Universität Salzburg trägt maßgeblich dazu bei, dass die Stadt für die nächste große Revolution im Verkehrswesen gerüstet ist – eine Revolution, die leise, sicher und autonom sein könnte.



