Ein Wellness-Aufenthalt in einem Kleinarler Gasthof endete für eine 14-jährige Urlauberin aus den Niederlanden mit schweren Verletzungen. Ein falsch gemischter Sauna-Aufguss führte am 18. Februar zu einer Stichflamme. Das Mädchen musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine 14-jährige Touristin wurde bei einem Saunabrand in Kleinarl (Salzburg) verletzt.
- Auslöser war eine Stichflamme, die durch einen fehlerhaften Aufguss entstand.
- Die Jugendliche wurde per Hubschrauber in das Landeskrankenhaus Graz geflogen.
- Ermittler gehen von einer zu hohen Konzentration des Saunaöls als Ursache aus.
Was in der Sauna in Kleinarl geschah
Am Nachmittag des 18. Februar ereignete sich der Vorfall in der Sauna eines Gasthauses in Kleinarl. Nach Angaben der Polizei Salzburg betrat die 14-jährige Niederländerin alleine die Saunakabine. Sie nutzte einen bereits vorbereiteten Kübel mit Aufgussflüssigkeit.
Als sie die Flüssigkeit auf die heißen Steine des Saunaofens goss, kam es zu einer plötzlichen und heftigen Stichflamme. Das Feuer griff sofort auf einen Lampenschirm aus Holz über und setzte diesen in Brand. Glücklicherweise bemerkte der Besitzer des Gasthauses den Brand rasch und konnte die Flammen noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbst löschen.
Ermittlungen bestätigen gefährliche Mischung
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Ergebnisse deuten klar in eine Richtung: ein falsches Mischverhältnis der Aufgussflüssigkeit. Laut der Aussendung der Polizei vom 19. Februar ist eine zu hohe Konzentration von Saunaöl im Wasser „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ der Auslöser für die Stichflamme gewesen.
Ätherische Öle, die für Sauna-Aufgüsse verwendet werden, sind hochentzündlich. Werden sie unverdünnt oder in zu hoher Konzentration auf die heißen Saunasteine gegeben, können sie sich explosionsartig entzünden. Genau das scheint in Kleinarl passiert zu sein.
Die Physik hinter der Gefahr
Saunaöfen erreichen Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius. Der Flammpunkt vieler ätherischer Öle liegt deutlich darunter, oft schon bei 50 bis 80 Grad Celsius. Eine hochkonzentrierte Flüssigkeit verdampft nicht einfach, sondern das Öl entzündet sich direkt an den Steinen. Das Wasser im Gemisch dient dazu, die Konzentration zu senken und eine sichere Verdampfung zu gewährleisten.
Rettungseinsatz und die Folgen
Obwohl der Brand schnell gelöscht war, erlitt die Jugendliche Verletzungen unbestimmten Grades. Die Rettungskette wurde umgehend alarmiert. Aufgrund der Art der Verletzungen, die oft bei Stichflammen entstehen, wurde ein Rettungshubschrauber angefordert.
Dieser flog die 14-Jährige zur spezialisierten Behandlung in das Landeskrankenhaus Graz. Die Verlegung in ein anderes Bundesland unterstreicht die Schwere der Situation.
Sicherheitstipps für den richtigen Sauna-Aufguss
Der Vorfall in Kleinarl ist eine ernste Mahnung, die Gefahren eines Sauna-Aufgusses nicht zu unterschätzen. Experten raten dringend zur Einhaltung von Sicherheitsregeln, um solche Unfälle zu vermeiden.
Eine sichere Anwendung von Sauna-Aufgüssen ist entscheidend für ein entspannendes und gefahrloses Erlebnis. Folgende Punkte sollten immer beachtet werden:
- Niemals unverdünnt: Ätherische Öle dürfen niemals pur auf die heißen Steine geträufelt werden.
- Richtiges Mischverhältnis: Halten Sie sich strikt an die Dosierungsempfehlungen des Herstellers. In der Regel sind das nur wenige Tropfen Öl auf mehrere Liter Wasser.
- Vorsichtig aufgießen: Die Flüssigkeit sollte langsam und mit einer langen Kelle auf die Steine gegeben werden, um den Körper auf Abstand zu halten.
- Keine anderen Flüssigkeiten: Verwenden Sie ausschließlich Wasser mit speziellem Sauna-Aufgussmittel. Alkohol oder andere brennbare Flüssigkeiten sind tabu.
- Kinder beaufsichtigen: Kinder und Jugendliche sollten über die Gefahren aufgeklärt werden und Aufgüsse nur unter Aufsicht von Erwachsenen durchführen.
„Ein korrekter Aufguss erhöht die Luftfeuchtigkeit und sorgt für ein intensives Wärmegefühl. Eine falsche Handhabung kann jedoch leicht zu Verbrennungen oder Bränden führen. Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen“, warnt ein Sprecher der Feuerwehr.
Dieser Unfall zeigt auf tragische Weise, wie schnell ein Moment der Entspannung in eine gefährliche Situation umschlagen kann. Die Einhaltung einfacher Sicherheitsregeln ist unerlässlich, um die Sauna als Ort der Erholung sicher genießen zu können.





