In einer herausfordernden Nacht auf Sonntag musste die Bergrettung Salzburg zwei Wanderer aus einer prekären Lage am Gruberhorn im Tennengau befreien. Ein 25-jähriger Mann und eine 31-jährige Frau waren beim Abstieg von dem 1.732 Meter hohen Gipfel von starkem Schneetreiben überrascht worden und konnten nicht mehr weiter. Trotz der widrigen Bedingungen blieben die beiden unverletzt.
Wichtige Erkenntnisse
- Zwei Wanderer gerieten am Gruberhorn in Bergnot.
- Starker Schneefall und Dunkelheit erschwerten den Abstieg.
- 20 Bergretter waren über Stunden im Einsatz.
- Die Wanderer wurden unverletzt, aber leicht unterkühlt gerettet.
- Die Bergrettung warnt vor unzureichender Tourenplanung.
Tour begann am Samstagmittag
Die beiden Wanderer, ein Österreicher und eine Deutsche, starteten ihre alpine Unternehmung am Samstag gegen Mittag. Ihr Ausgangspunkt war Lämmerbach in Hintersee im Flachgau. Zunächst bestiegen sie den Regenspitz, der sich auf 1.675 Metern Seehöhe befindet. Anschließend setzten sie ihren Weg fort zum Gruberhorn, dem mit 1.732 Metern Seehöhe höchsten Punkt ihrer geplanten Route.
Die Wanderer waren nach ersten Einschätzungen der Bergrettung gut ausgerüstet. Sie trugen entsprechende Kleidung und verfügten über Rettungsdecken. Dennoch unterschätzten sie offenbar die Wetterentwicklung im hochalpinen Gelände, was zu ihrer misslichen Lage führte.
Faktencheck Bergrettungseinsatz
- Einsatzort: Gruberhorn, Tennengau (Osterhorngruppe)
- Uhrzeit Notruf: Gegen 19:00 Uhr am Samstagabend
- Einsatzkräfte: 20 Mitglieder der Bergrettung Salzburg, Hallein, Grödig
- Wetterbedingungen: Starker Schneefall, Dunkelheit, knapp 30 cm Neuschnee
- Rettungsdauer: Mehrere Stunden, Ankunft bei Wanderern kurz vor 22:00 Uhr
Notruf bei Dunkelheit und Schneefall
Der Abstieg vom Gruberhorn gestaltete sich für die beiden Bergsteiger schwieriger als erwartet. Rund 30 Meter unterhalb des Gipfels gerieten sie gegen 19:00 Uhr in akute Schwierigkeiten. Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Dunkelheit hereingebrochen, und es setzte starker Schneefall ein. Auf dem Steig, der sich in steilem Gelände befindet, lagen zu diesem Zeitpunkt bereits knapp 30 Zentimeter Neuschnee. Dies machte ein Weiterkommen ohne größere Risiken unmöglich.
Die Entscheidung, einen Notruf abzusetzen, war in dieser Situation entscheidend für ihre Sicherheit. Sie wickelten sich in Rettungsdecken und warteten auf die Ankunft der Einsatzkräfte. Die Sichtverhältnisse waren extrem schlecht, wie Einsatzleiter Horst Reiter später berichtete.
"Sie waren unverletzt, aber leicht unterkühlt", schilderten Einsatzleiter Horst Reiter und der Leiter der Ortsstelle Salzburg, Jens Reindl, die Situation bei ihrer Ankunft.
Herausfordernde Bergung ohne Hubschrauber
Aufgrund des schlechten Wetters in der Nacht war eine Bergung mittels Hubschrauber nicht möglich. Dies zwang die Bergrettung dazu, eine aufwendige Fußbergung durchzuführen. Kurz nach 19:00 Uhr machten sich 20 Einsatzkräfte der Bergrettungsortsstellen Salzburg, Hallein und Grödig auf den Weg zum Gruberhorn. Der Aufstieg erfolgte unter äußerst schwierigen Bedingungen.
Die Bergretter kämpften sich durch den tiefen Neuschnee und die anhaltenden Schneefälle. Die Sicht war oft auf wenige Meter beschränkt. Trotz dieser Hindernisse erreichten die Teams die beiden Wanderer kurz vor 22:00 Uhr. Die primäre Aufgabe war zunächst die Erstversorgung und die Sicherstellung des Wärmehaushalts der leicht unterkühlten Personen.
Hintergrund Bergrettung Salzburg
Die Bergrettung Salzburg ist eine ehrenamtliche Organisation, die sich der Rettung von Menschen in alpinen Notlagen verschrieben hat. Ihre Mitglieder sind spezialisiert auf alpine Rettungstechniken und trainieren regelmäßig unter extremen Bedingungen. Einsätze wie dieser am Gruberhorn unterstreichen die Wichtigkeit ihrer Arbeit und die Professionalität, mit der sie auch bei schlechtem Wetter agieren.
Sicherer Abstieg am Seil
Nach der ersten Versorgung vor Ort begann der Abstieg. Die beiden Bergsteiger wurden am Seil gesichert und von den erfahrenen Bergrettern zu Fuß ins Tal geleitet. Dieser Teil des Einsatzes war ebenfalls sehr herausfordernd. Der Neuschnee und die Dunkelheit verlangten von allen Beteiligten höchste Konzentration und körperliche Ausdauer.
Der Leiter der Ortsstelle Salzburg, Jens Reindl, betonte die schwierigen Verhältnisse: "Es hat geschneit, die Sicht betrug nur ein paar Meter." Das Team arbeitete Hand in Hand, um die Sicherheit der Geretteten zu gewährleisten und sie sicher durch das steile Gelände zu führen.
Versorgung auf Diensthütte und Heimreise
Nach dem kräftezehrenden Abstieg wurden die geretteten Wanderer auf einer Diensthütte der Bergrettung Salzburg versorgt. Dort erhielten sie warme Kleidung und heiße Getränke, um sich aufzuwärmen und zu erholen. Diese Maßnahme war wichtig, um eine weitere Unterkühlung oder andere gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
Anschließend wurden sie ins Tal nach Lämmerbach in Hintersee gebracht, wo ihr Auto geparkt war. Von dort aus konnten sie ihre Heimreise selbstständig antreten. Der Einsatz endete für die Bergrettung in den frühen Morgenstunden.
Appell zur Tourenplanung
Dieser Vorfall unterstreicht einmal mehr die Bedeutung einer gründlichen Tourenplanung. Die Bergrettung appelliert dringend an alle Wanderer und Bergsteiger, vor jeder Tour die Wetterprognose genau zu prüfen und die Bedingungen im alpinen Gelände nicht zu unterschätzen. Auch eine gute Ausrüstung ersetzt keine umfassende Planung und realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.
Die Osterhorngruppe kann bei schlechtem Wetter schnell gefährlich werden, selbst für gut ausgerüstete Personen. Plötzliche Wetterumschwünge mit Schneefall sind in den Bergen, besonders in höheren Lagen, auch außerhalb der Wintersaison möglich und erfordern höchste Aufmerksamkeit und Vorsicht.
- Immer die Wettervorhersage prüfen.
- Angemessene Ausrüstung mitführen.
- Eigene Fähigkeiten realistisch einschätzen.
- Notfallausrüstung wie Rettungsdecken und Stirnlampen dabei haben.





