Ein schwerer Unfall mit einem gemieteten Sportwagen in der Salzburger Schwarzstraße sorgt für Aufsehen. Ein 19-jähriger Fahrer verlor die Kontrolle über einen 460-PS-Boliden und verursachte erheblichen Sachschaden. Besonders umstritten ist die Reaktion der Vermieter: Sie nutzten Bilder des Autowracks für eine provokante Werbekampagne in den sozialen Medien, was bei den Betroffenen für Empörung sorgt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 19-Jähriger verursachte mit einem gemieteten Sportwagen in Salzburg einen Unfall mit hohem Sachschaden.
- Fünf Fahrzeuge wurden beschädigt, drei davon erlitten einen Totalschaden. Verletzt wurde niemand.
- Die Vermieter des Wagens, zwei junge Unternehmer, nutzten den Unfall für Werbezwecke auf Social Media.
- Die Aktion löste bei den Geschädigten Empörung aus und entfachte eine Debatte über die Regulierung von Sportwagenvermietungen.
Unfallhergang in der Salzburger Innenstadt
Am 12. Januar ereignete sich in der belebten Schwarzstraße ein Vorfall, der eine Spur der Verwüstung hinterließ. Ein junger Mann am Steuer eines leistungsstarken Sportwagens verlor die Herrschaft über das Fahrzeug. Der Wagen brach aus und kollidierte mit mehreren geparkten Autos.
Die Bilanz des Unfalls ist erheblich: Fünf Fahrzeuge wurden beschädigt. Für drei dieser Autos bedeutete der Zusammenstoß einen wirtschaftlichen Totalschaden. Wie durch ein Wunder gab es bei dem Vorfall keine Verletzten, obwohl die Wucht des Aufpralls beträchtlich gewesen sein muss.
Bei dem Unfallwagen handelte es sich um ein Fahrzeug mit einer Leistung von 460 PS. Der Fahrer, ein erst 19-jähriger Mann, hatte den Wagen bei einer lokalen Sportwagenvermietung für 250 Euro pro Tag gemietet.
Eine Werbekampagne, die für Empörung sorgt
Kurz nach dem Unfall tauchten in den sozialen Medien Videos und Bilder des zerstörten Sportwagens auf. Absender war jedoch nicht die Polizei oder die Presse, sondern die Vermietungsfirma selbst. Die beiden Betreiber, Anfang 20, nutzten die Trümmer ihres Fahrzeugs gezielt für Marketingzwecke.
Mit provokanten Bildunterschriften wurde der Unfall instrumentalisiert, um Aufmerksamkeit für ihr Geschäft zu generieren. Diese Vorgehensweise stieß bei den Unfallopfern auf scharfe Kritik. Thomas Haas, dessen Auto bei dem Unfall zerstört wurde, äußerte sich fassungslos.
„Ich halte es den Betroffenen gegenüber für eine Verhöhnung, das noch für kommerzielle Zwecke so despektierlich und rücksichtslos zu vermarkten“, kommentierte der Salzburger die Social-Media-Aktivitäten der Firma.
Für ihn und andere Geschädigte fühlt sich die Werbeaktion wie eine zusätzliche Demütigung an. Während sie sich mit den Folgen des Schadens auseinandersetzen müssen, wird der Vorfall von den Verursachern kommerziell ausgeschlachtet.
Verteidigung der Vermieter und deren Geschäftsmodell
Die jungen Unternehmer, die ihre Firma von Salzburg und dem benachbarten Freilassing aus betreiben, sehen die Sache anders. Einer der Inhaber, Sandro Radic, äußerte sich zu den Vorwürfen. Er bedauere zwar den entstandenen Schaden, sieht die Marketingaktion jedoch nicht als problematisch an.
„Bewusste Provokation würde ich das nicht direkt nennen“, erklärte Radic. Seiner Meinung nach müsse man im Leben nicht alles so ernst nehmen. Da bei dem Unfall niemand verletzt wurde, sei der Vorfall eine gute Gelegenheit für Marketing gewesen. Provokation gehöre für sie zum Geschäftskonzept.
Niedrige Hürden für schnelle Autos
Das Geschäftsmodell der Vermietung ist auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet. Anders als bei vielen etablierten Anbietern können Fahrzeuge bereits ab 18 Jahren und ohne Kaution gemietet werden. Eine Mindestmietdauer von 24 Stunden ist die einzige wesentliche Bedingung. Genau diese Konditionen ermöglichten es dem 19-jährigen Unfallverursacher, den Sportwagen zu mieten.
Die Verantwortung für das Fahrverhalten sehen die Vermieter ausschließlich bei den Mietern. Sie geben an, ihre Kunden vor der Fahrt über die Gefahren aufzuklären und die Fahrweise mittels technischer Systeme zu überwachen. Bei Verstößen würden hohe Strafen drohen.
Politische Debatte und rechtliche Grauzonen
Der Vorfall hat eine politische Diskussion über schärfere Regeln für Raser und Vermietungsfirmen ausgelöst. Die Salzburger ÖVP brachte den Vorschlag eines möglichen lebenslangen Führerscheinentzugs für extreme Fälle ins Spiel. Eine Fahrzeugabnahme, eine oft geforderte Maßnahme, greife bei Mietwagen nicht, da das Fahrzeug nicht dem Fahrer gehört.
Der geschädigte Thomas Haas schlug eine andere Richtung vor. Er plädierte dafür, die Vermietung solcher Hochleistungsfahrzeuge gewerberechtlich stärker einzuschränken. Denkbar wären strengere Auflagen, etwa ein höheres Mindestalter für Mieter oder der Nachweis von Fahrerfahrung.
Allerdings stößt dieser Ansatz an rechtliche Grenzen. Die betreffende Sportwagenvermietung ist in Freilassing, also in Deutschland, angemeldet. Österreichische Gewerbevorschriften wären somit in diesem konkreten Fall nicht anwendbar. Dies zeigt eine rechtliche Lücke auf, die es Anbietern aus dem Ausland erleichtert, mit lockeren Bedingungen auf dem österreichischen Markt zu agieren.
Die Debatte darüber, wie die Gesellschaft mit der zunehmenden Verfügbarkeit von extrem leistungsstarken Fahrzeugen für junge und unerfahrene Fahrer umgehen soll, hat durch diesen Vorfall in Salzburg neuen Zündstoff erhalten.




