In der Auseinandersetzung um drei hochbetagte Nonnen, die in ihr ehemaliges Kloster Goldenstein in Elsbethen zurückgekehrt sind, hat sich nun Salzburgs Erzbischof Franz Lackner zu Wort gemeldet. Er kündigte an, sich nicht aktiv in den verfahrenen Konflikt zwischen den Ordensschwestern und ihrer Leitung einmischen zu wollen.
Die drei über 80-jährigen Frauen waren gegen den Willen ihrer Ordensoberin in das leer stehende Gebäude zurückgezogen. Die Situation hat sich seither zugespitzt und beschäftigt mittlerweile auch Anwälte.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Nonnen im Alter von über 80 Jahren sind in das Kloster Goldenstein zurückgekehrt.
- Die Rückkehr erfolgte gegen den Willen der Ordensleitung, was zu einem ernsten Konflikt führte.
- Salzburgs Erzbischof Franz Lackner erklärte, er werde sich nicht aktiv einmischen, sei aber grundsätzlich zur Hilfe bereit.
- Die Auseinandersetzung hat eine lange Vorgeschichte und beinhaltet rechtliche Schritte.
Erzbischof Lackner sieht "verfahrene Situation"
Am Rande einer Pressekonferenz am Freitag äußerte sich Erzbischof Lackner zur Causa Goldenstein. Er bezeichnete die Lage als eine "sehr verfahrene Situation" und betonte, dass es sich um eine bereits "lange Geschichte" handle. Die Verantwortung liege in den Händen des zuständigen Propstes.
Obwohl er seine Bereitschaft zur Unterstützung signalisierte, schränkte er seine Rolle klar ein.
"Ich bin bereit zu helfen, wenn ich helfen kann. Aber ich mische mich nicht ein."
Lackner fügte hinzu, dass er sich selbst nicht als geeigneten Vermittler in diesem speziellen Fall sehe. "Ob ich ein guter Mediator bin, das weiß ich nicht. Da gibt es sicher bessere", so der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz.
Ein Konflikt mit langer Vorgeschichte
Die aktuellen Spannungen sind das Ergebnis von jahrelangen Auseinandersetzungen. Laut Erzbischof Lackner wurde bereits seit Längerem über eine behindertengerechte Infrastruktur in der zum Kloster gehörenden Ordensschule verhandelt. Den Schwestern sei zugesagt worden, dass sie so lange im Kloster bleiben könnten, wie es ihr Gesundheitszustand erlaube.
Diese Zusage steht nun im Zentrum des Konflikts. Wer letztendlich über den Gesundheitszustand und die damit verbundene Wohnfähigkeit entscheidet, ist ein entscheidender Punkt.
Entscheidung durch Mediziner
Erzbischof Lackner stellte klar, dass nicht die Erzdiözese, sondern Ärzte die letztgültige Entscheidung über die Pflegebedürftigkeit und den Verbleib der Nonnen treffen müssten. Diese medizinische Einschätzung könnte für den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung von zentraler Bedeutung sein.
Die drei Ordensfrauen fühlen sich getäuscht und haben rechtliche Schritte eingeleitet. Ein von ihnen beauftragter Anwalt wirft der Ordensleitung vor, die Schwestern unter falschen Voraussetzungen zum Verlassen des Klosters bewegt zu haben.
Fronten zwischen Nonnen und Ordensleitung verhärtet
Die Rückkehr der drei Frauen in das leer stehende Klostergebäude wird von der Ordensleitung als "Hausbesetzung" und Bruch der Gelübde angesehen. Diese scharfen Worte zeigen, wie tief der Graben zwischen den beiden Parteien mittlerweile ist. Die Nonnen hingegen sehen sich im Recht und berufen sich auf frühere Zusagen.
Kloster Goldenstein in Elsbethen
Das Kloster Goldenstein in der Gemeinde Elsbethen bei Salzburg hat eine lange Tradition. Es beherbergte über viele Jahre eine Ordensgemeinschaft und ist eng mit der angeschlossenen Schule verbunden. Der aktuelle Leerstand des Hauptgebäudes bildet den Hintergrund für den jetzigen Konflikt.
Die Situation wird von Beobachtern mit großer Sorge verfolgt. Es handelt sich nicht nur um eine rechtliche Auseinandersetzung, sondern auch um eine menschliche Tragödie, die eine kleine Ordensgemeinschaft zu spalten droht.
Wie geht es weiter in Goldenstein?
Mit der klaren Positionierung von Erzbischof Lackner, sich aus der direkten Vermittlung herauszuhalten, liegt der Ball nun wieder bei den Konfliktparteien. Eine Lösung scheint derzeit nicht in Sicht. Die Auseinandersetzung könnte sich weiter zuspitzen und die Gerichte noch länger beschäftigen.
Für die drei hochbetagten Nonnen geht es um ihr Zuhause und ihren Lebensabend. Für die Ordensleitung stehen Autorität und die Zukunft der Ordensgemeinschaft auf dem Spiel. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine Einigung noch möglich ist oder ob der Konflikt weiter eskaliert.





