Die Salzburger Festspiele stehen erneut im Zentrum der klassischen Musikwelt. Mit einem Programm, das von großen Orchesterkonzerten über intime Liederabende bis hin zu besonderen Matineen reicht, zieht das Festival auch in diesem Jahr wieder renommierte Dirigenten, weltbekannte Solisten und die besten Orchester der Welt an. Die Wiener Philharmoniker bilden dabei wie gewohnt das Rückgrat des Konzertprogramms.
Das diesjährige Programm verspricht eine beeindruckende Dichte an musikalischen Erlebnissen. Von Debüts bekannter Künstler bis zur Rückkehr von Festspiel-Legenden bietet der Kalender eine faszinierende Reise durch verschiedene Epochen und Stile der klassischen Musik.
Die Säulen des Programms: Philharmonische Konzerte
Das Herzstück des Konzertsommers bilden traditionell die Auftritte der Wiener Philharmoniker. In diesem Jahr werden sie von einer Reihe hochkarätiger Dirigenten geleitet, die jeweils ihre eigene musikalische Handschrift nach Salzburg bringen.
Den Auftakt macht der russische Dirigent Tugan Sokhiev, der sein Debüt bei den Festspielen gibt. Am 8. und 9. August wird er Werke von Ravel, Debussy und Prokofjew dirigieren. Als Solist konnte für diese Konzerte der weltberühmte Pianist Lang Lang gewonnen werden, der Ravels Klavierkonzert interpretieren wird.
Eine feste Größe in Salzburg ist Riccardo Muti, der die drei Konzerte rund um Ferragosto leitet. Auf dem Programm steht ein monumentales Werk der Musikgeschichte: Verdis „Messa da Requiem“. Diese Aufführungen gelten bereits jetzt als einer der erwarteten Höhepunkte des Festivals.
Tradition und Erneuerung
Die Wiener Philharmoniker sind seit der Gründung der Festspiele im Jahr 1920 untrennbar mit dem Festival verbunden. Ihre Konzerte sind nicht nur musikalische Ereignisse, sondern auch ein Stück gelebte Kulturgeschichte, das jedes Jahr aufs Neue von den weltbesten Dirigenten interpretiert wird.
Weiter geht es mit Christian Thielemann, der am 22. und 23. August ein reines Brahms-Programm präsentiert. An seiner Seite wird der Geiger Augustin Hadelich als Solist zu erleben sein. Den Abschluss der philharmonischen Reihe gestaltet Andris Nelsons am 29. und 30. August mit Werken von Rachmaninow und Richard Strauss. Der Pianist Daniil Trifonov wird dabei als Solist mitwirken.
Internationale Orchester-Elite in Salzburg
Neben den Wiener Philharmonikern begrüßen die Festspiele auch in diesem Jahr wieder eine beeindruckende Liste internationaler Spitzenorchester. Diese Gastspiele bereichern das Programm um vielfältige Klangfarben und Interpretationsansätze.
Den Reigen der Gastorchester eröffnet Emmanuelle Haïm mit ihrem Originalklang-Ensemble Le Concert d'Astrée. Sie bringen Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ und Pergolesis „Stabat Mater“ zur Aufführung. Ein weiteres Highlight verspricht der Auftritt von Teodor Currentzis mit seinem 2022 gegründeten Orchester und Chor Utopia, die Werke von Kurtág, Berg und Brahms interpretieren werden.
Zahlen und Fakten zum Konzertprogramm
- Über 10 verschiedene Orchester sind zu Gast.
- Mehr als 15 Dirigenten leiten die Konzerte.
- Das Programm umfasst Werke von über 20 verschiedenen Komponisten.
Die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Kirill Petrenko gestalten zwei Abende. Auf dem Programm stehen Symphonien von Tschaikowski und Skrjabin sowie Elgars „Enigma-Variationen“. Als Solist für Beethovens Drittes Klavierkonzert wird Leif Ove Andnses dabei sein.
Weitere renommierte Orchester, die in Salzburg erwartet werden, sind:
- Das Gustav Mahler Jugendorchester unter Philippe Jordan
- Das Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer
- Das Pittsburgh Symphony Orchestra unter Manfred Honeck
Eine besondere Gelegenheit bietet das Konzert des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, das vom Vorjahressieger des Herbert von Karajan Young Conductors Award, Christian Blex, dirigiert wird.
Solisten, Kammermusik und Gesang
Die Salzburger Festspiele sind nicht nur ein Festival der großen Orchester, sondern auch eine Bühne für die weltbesten Solisten und Kammermusiker. Das Programm ist gespickt mit Recitals und Konzerten, die intime musikalische Einblicke versprechen.
Die Meister am Klavier
Die Reihe der Solistenkonzerte liest sich wie das „Who is Who“ der internationalen Pianistenszene. Auftritte von Arcadi Volodos, Evgeny Kissin, Grigory Sokolov, András Schiff, Yuja Wang, Pierre-Laurent Aimard und Igor Levit stehen auf dem Programm. Erstmals wird auch der junge Pianist Alexander Malofeev mit einem Soloprogramm in Salzburg zu Gast sein.
Ein besonderes Duo-Recital gestalten die legendäre Pianistin Martha Argerich gemeinsam mit dem Geiger Renaud Capuçon. Auch die Cellistin Sol Gabetta und die Geigerin Isabelle Faust haben sich für ihre Konzerte den Pianisten und Cembalisten Kristian Bezuidenhout als Partner ausgesucht.
Intime Klänge: Kammermusik und Liederabende
Die Kammermusikkonzerte bieten die Möglichkeit, Künstler in kleineren Besetzungen zu erleben. Zu den Gästen zählen unter anderem die Geigerinnen Patricia Kopatchinskaja und Janine Jansen, der Tenor Julian Prégardien sowie Mitglieder der Wiener Philharmoniker. Mit dem Leonkoro Quartett und dem Gringolts Quartet sind zudem zwei herausragende Streichquartette vertreten.
Die Reihe „Canto Lirico“ widmet sich ganz der Gesangskunst. Hier werden unter anderem Michael Spyres, Lea Desandre, Lisette Oropesa und Juan Diego Flórez zu hören sein. Liederabende von Matthias Goerne, begleitet von Festspielintendant Markus Hinterhäuser am Klavier, sowie von Konstantin Krimmel und Kate Lindsey runden das Vokalprogramm ab.
Spezialformate und Nachwuchsförderung
Neben den großen Konzerten bieten die Festspiele auch besondere Formate für Kenner und Entdecker. Die 2023 eingeführten „Kleinen Nachtmusiken“ im Stefan Zweig Zentrum finden auch in diesem Jahr wieder statt. An sechs Abenden laden Georg Nigl, Dörte Lyssewski und Alexander Gergelyfi zu Programmen rund um Mozart, Shakespeare und François Villon ein. Dabei wird auch wieder Mozarts originales Clavichord zu hören sein.
Die Mozart-Matineen im Mozarteum werden von Dirigenten wie Roberto González-Monjas, Andrea Marcon und Giovanni Antonini geleitet, während Petr Popelka hier sein Festspiel-Debüt gibt. Eine Besonderheit ist die halbszenische Aufführung von Mozarts „Lucio Silla“ unter Adam Fischer in der Felsenreitschule.
Ein wichtiger Bestandteil der Festspiele ist die Nachwuchsförderung. Die Teilnehmer des Young Singers Project sind nicht nur in verschiedenen Produktionen zu erleben, sondern präsentieren ihr Können auch in einem gemeinsamen Abschlusskonzert am Ende des Festivals.





