Die Salzburger Mozartwoche erlebte am vergangenen Samstag einen besonderen Abend. Bei einem der traditionellen Konzerte der Wiener Philharmoniker im Großen Festspielhaus standen gleich zwei Künstlerinnen zum ersten Mal mit dem weltberühmten Orchester auf der Bühne: die amerikanische Dirigentin Karina Canellakis und die spanische Geigerin María Dueñas.
Das Konzert war Teil der jährlichen Veranstaltungsreihe, die dem Werk Wolfgang Amadeus Mozarts gewidmet ist. Die Debüts unterstreichen die langjährige Tradition der Mozartwoche, etablierte Ensembles mit neuen Talenten zusammenzubringen und dem Publikum frische Interpretationen zu präsentieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Karina Canellakis und María Dueñas gaben ihr Debüt bei den Wiener Philharmonikern.
- Das Konzert fand im Rahmen der Salzburger Mozartwoche im Großen Festspielhaus statt.
- Canellakis hat eine bemerkenswerte Karriere vom Geiger zur international gefragten Dirigentin durchlaufen.
- Die Konzerte der Wiener Philharmoniker sind ein traditioneller Höhepunkt der Mozartwoche und oft eine Plattform für Premieren.
Ein Abend der Premieren in Salzburg
Die Konzerte der Wiener Philharmoniker gehören zu den festen Bestandteilen und Höhepunkten der Salzburger Mozartwoche. Jedes Jahr ziehen sie ein internationales Publikum an, das die einzigartige Klangkultur des Orchesters schätzt. In diesem Jahr lag der Fokus jedoch nicht nur auf dem Ensemble selbst, sondern auch auf den beiden Frauen, die es anführten.
Am Pult stand Karina Canellakis, eine Dirigentin, deren Karriereweg ebenso beeindruckend wie ungewöhnlich ist. Ihr zur Seite stand die junge Geigerin María Dueñas als Solistin. Für beide war es die erste Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, ein Meilenstein in der Laufbahn jedes klassischen Musikers. Das gut besuchte Große Festspielhaus bot den passenden Rahmen für diesen denkwürdigen Abend.
Die Mozartwoche Salzburg
Die Mozartwoche ist ein jährlich um den Geburtstag Mozarts Ende Januar stattfindendes Festival in Salzburg. Veranstaltet von der Stiftung Mozarteum, widmet es sich der Aufführung der Werke des Komponisten. Es gilt als eines der weltweit renommiertesten Festivals für klassische Musik und zieht jedes Jahr Spitzenorchester, Dirigenten und Solisten an.
Karina Canellakis: Vom Orchester ans Dirigentenpult
Die Laufbahn von Karina Canellakis ist ein Beispiel für außergewöhnliches Talent und Entschlossenheit. Die US-Amerikanerin begann ihre Karriere als erfolgreiche Geigerin, bevor sie ihre wahre Berufung im Dirigieren fand. Ein entscheidender Impuls kam von Sir Simon Rattle, der sie während eines Stipendiums in Berlin ermutigte, den Taktstock in die Hand zu nehmen.
Wichtige Karrierestationen
Ihr Aufstieg in der Dirigentenwelt verlief rasant. Ein bedeutender Erfolg war der Gewinn des renommierten Sir Georg Solti Conducting Award im Jahr 2016. Dieser Preis öffnete ihr die Türen zu vielen führenden Orchestern weltweit. Heute bekleidet sie Chefdirigenten-Positionen in den Niederlanden und in London, was ihre etablierte Stellung in der internationalen Klassikszene unterstreicht.
Für das österreichische Publikum ist Canellakis keine Unbekannte. Ihr Debüt in Österreich gab sie 2015 unter besonderen Umständen: Sie sprang für den erkrankten Nikolaus Harnoncourt bei dessen Festival styriarte ein. Dort leitete sie ein Gesprächskonzert zu Dvořáks Tondichtung „Das goldene Spinnrad“ und verwendete die von Harnoncourt selbst eingerichtete Partitur – eine Geste großen Vertrauens.
Eine besondere Verbindung zu Harnoncourt
Nur ein Jahr nach ihrem Einspringen für Harnoncourt kehrte Canellakis zur styriarte zurück. 2016, kurz nach dem Tod des legendären Dirigenten, leitete sie Beethovens Symphonien mit dem von Harnoncourt gegründeten Concentus Musicus. Sie dirigierte im „Originalklang“ und führte damit das musikalische Erbe Harnoncourts in seinem Sinne fort.
Ihr Debüt bei den Wiener Philharmonikern in Salzburg ist nun der nächste logische Schritt in einer beeindruckenden Karriere. Es zeigt, dass sie endgültig in der obersten Liga der Dirigenten angekommen ist.
Die Wiener Philharmoniker und ihre Tradition
Die Wiener Philharmoniker sind nicht nur ein Orchester, sondern eine Institution mit einer über 180-jährigen Geschichte. Ihre Auftritte bei der Mozartwoche sind ein fester Bestandteil des Salzburger Kulturkalenders. Die Entscheidung, gleich zwei Debütantinnen für eines ihrer drei prestigeträchtigen Konzerte einzuladen, ist ein starkes Signal.
Es zeigt die Offenheit des Orchesters für neue künstlerische Impulse und die Bereitschaft, aufstrebenden Talenten eine der wichtigsten Bühnen der Welt zu bieten. Die Tradition der Debüts bei den Mozartwochen-Konzerten wird damit lebendig gehalten und sichert die künstlerische Weiterentwicklung.
Die Zusammenarbeit mit neuen Dirigenten und Solisten ist für ein Orchester wie die Wiener Philharmoniker von entscheidender Bedeutung. Sie bringt frische Perspektiven und sorgt dafür, dass die Interpretation der Meisterwerke lebendig bleibt.
Die positive Resonanz des Publikums im Großen Festspielhaus bestätigte den Erfolg des Abends. Der Applaus für Karina Canellakis, María Dueñas und das Orchester war ein Beleg dafür, dass die künstlerische Neugier belohnt wurde. Für Salzburg und die Mozartwoche war es ein Abend, der die Verbindung von Tradition und Zukunft der klassischen Musik eindrucksvoll zelebrierte.





