Die Salzburger Festspiele müssen sich ab 2026 von einem ihrer Hauptsponsoren verabschieden. Der oberösterreichische Wassertechnologiekonzern BWT wird seinen Fünfjahresvertrag nicht verlängern. Damit entfällt für das renommierte Kulturfestival eine jährliche Fördersumme im sechsstelligen Bereich.
Die Partnerschaft, die 2021 mit dem Ziel begann, die Festspiele frei von Einweg-Plastikflaschen zu machen, wird nach Erreichen dieses Ziels planmäßig beendet. Die Festivalleitung zeigt sich trotz des finanziellen Verlusts zuversichtlich und verweist auf wachsende Einnahmen aus anderen Quellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Wassertechnologiekonzern BWT beendet sein Hauptsponsoring für die Salzburger Festspiele mit dem Auslaufen des Vertrags im Jahr 2026.
- Das Festival verliert dadurch eine jährliche Einnahme in sechsstelliger Höhe.
- Als Grund für den Ausstieg nennt BWT das Erreichen des Ziels, den Festspielbetrieb von Einweg-Plastikflaschen zu befreien.
- Die Festspielleitung betont, dass die Einnahmen durch andere Sponsoren und private Gönner seit 2022 kontinuierlich gesteigert wurden.
Ende einer fünfjährigen Partnerschaft
Die Zusammenarbeit zwischen den Salzburger Festspielen und dem in Mondsee ansässigen Unternehmen BWT endet nach fünf Jahren. Wie die Festspielleitung am Freitag bestätigte, wird der 2021 geschlossene Vertrag nach der Saison 2025 nicht erneuert. Diese Entscheidung bedeutet für das Festival den Wegfall einer bedeutenden finanziellen Unterstützung.
Seit 2021 zählte BWT zum Kreis der Hauptsponsoren, zu dem aktuell auch Unternehmen wie Audi, Siemens, Würth, Kühne und Rolex gehören. Der Konzern, der für seine Wasseraufbereitungstechnologien bekannt ist, wird sein Engagement in anderen Bereichen, wie beispielsweise in der Formel 1, fortführen.
Hintergrund der Kooperation
Die Partnerschaft wurde vor vier Jahren bewusst am Weltwassertag verkündet. Sie stand unter dem Zeichen des Umweltschutzes und dem gemeinsamen Kampf gegen die Verwendung von Einweg-Plastikflaschen. Dieser Ansatz spiegelte auch den Appell des Regisseurs Peter Sellars wider, der bereits 2019 in seiner Eröffnungsrede zum Schutz des Planeten aufgerufen hatte.
Nachhaltigkeit als Kern des Sponsorings
Das Hauptziel der Kooperation war von Beginn an klar definiert: die schrittweise Eliminierung von Einwegflaschen aus dem gesamten Festspielbetrieb. Dieses Vorhaben wurde konsequent umgesetzt. Die damalige Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler verbannte Kunststoff-Einwegflaschen aus allen Spielstätten.
Zur Unterstützung dieser Initiative installierte BWT insgesamt 60 Wasserspender für Künstler, Mitarbeiter und das Publikum. Zusätzlich wurden Schankanlagen für das Pausen-Catering zur Verfügung gestellt, um eine nachhaltige Alternative zu bieten. Die Festspiele sahen in dieser Partnerschaft mehr als nur eine finanzielle Unterstützung; es war ein klares Bekenntnis gegen den „sorglosen Umgang mit den Schätzen dieser Erde“.
Offizielle Stellungnahmen zum Vertragsende
Beide Seiten betonen den erfolgreichen Abschluss des gemeinsamen Projekts. Andreas Weissenbacher, Gründer des BWT-Konzerns, erklärte, dass das Ziel, Einwegplastik- und Glasflaschen aus dem Spielbetrieb zu eliminieren, erreicht worden sei.
„Wir sind dankbar für die vertrauensvolle und konstruktive Kooperation, die maßgeblich zum Erreichen dieses Ziels beigetragen hat. Mit dem Abschluss des Projekts betrachten wir unsere Aufgabe als erfüllt. Die Wertschätzung für die Salzburger Festspiele bleibt weiterhin groß.“
Auch Festspielpräsidentin Kristina Hammer bedankte sich für die Zusammenarbeit. Sie hob hervor, dass die finanzielle Basis des Festivals stetig verbreitert werde.
„Seit 2022 konnten die Einnahmen durch Sponsoring, Mäzene und private Spenden kontinuierlich gesteigert werden“, so Hammer. Sie verwies auf den Einstieg von Würth als neuem Hauptsponsor und die großzügige Unterstützung des Philanthropen John Studzinski, der die Konzertreihe „Ouverture Spirituelle“ für die nächsten fünf Jahre finanziell absichert.
Finanzielle Stabilität im Fokus
Die Salzburger Festspiele sind auf eine Mischfinanzierung aus öffentlichen Geldern, Kartenverkäufen sowie Sponsoring und Spenden angewiesen. Laut der Festivalleitung ist es gelungen, die Einnahmen aus dem privaten Sektor seit 2022 stetig zu erhöhen, was die Abhängigkeit von einzelnen Großsponsoren verringert.
Zukunftsaussichten und verbleibende Engagements
Trotz des Rückzugs von BWT blicken die Festspiele optimistisch in die Zukunft. Die strategische Ausrichtung auf eine breitere Sponsorenbasis und die Gewinnung neuer Mäzene scheinen Früchte zu tragen. Die Leitung betont, man brauche viele Partner, die sich „in diesen herausfordernden Zeiten solidarisch erklären“.
Eine Kooperation bleibt vom Ende des Hauptsponsorings unberührt: Die persönliche Zusammenarbeit zwischen BWT und dem Schauspieler Philipp Hochmair, einem der „Jedermann“-Darsteller, wird fortgesetzt. Hochmair agiert weiterhin als Markenbotschafter für das Unternehmen.
Für die Salzburger Festspiele beginnt nun die Suche nach neuen Partnern, um die entstandene finanzielle Lücke ab der Saison 2026 zu schließen und die kulturelle Exzellenz des Festivals langfristig zu sichern.





