In Salzburg markiert der 19. Februar 2026 den Equal Pay Day. Bis zu diesem Datum arbeiten Frauen symbolisch unbezahlt, während Männer bereits ab Jahresbeginn ihr volles Einkommen erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich dieser Tag um vier Tage nach vorne verschoben, was einen leichten Rückgang der geschlechtsspezifischen Einkommenslücke bedeutet.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Equal Pay Day in Salzburg fällt 2026 auf den 19. Februar.
- Salzburger Frauen verdienen durchschnittlich 13,8 Prozent weniger als Männer.
- Die Lücke hat sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Tage verringert.
- Berufswahl und Teilzeitarbeit sind wesentliche Faktoren für den Einkommensunterschied.
- Das AMS Salzburg unterstützt Frauen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.
Ein Blick auf die Zahlen in Salzburg und Österreich
Der Equal Pay Day zeigt jedes Jahr, wie lange Frauen rechnerisch unbezahlt arbeiten. In Salzburg liegt dieser Tag dieses Jahr am 19. Februar. Im vergangenen Jahr war es noch der 23. Februar. Diese Verschiebung um vier Tage ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Dennoch besteht weiterhin eine erhebliche Ungleichheit.
Österreichweit fällt der Equal Pay Day 2026 auf den 11. Februar. Das bedeutet, dass der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen im Bundesland Salzburg immer noch größer ist als im nationalen Durchschnitt. Trotzdem ist der Fortschritt in Salzburg bemerkenswert.
Faktencheck Einkommensunterschied
- Salzburg: Frauen verdienen 13,8 Prozent weniger als Männer.
- Österreichweit: Der Equal Pay Day fällt auf den 11. Februar.
- Vorarlberg: Hier beträgt der Einkommensunterschied 20,1 Prozent – der höchste Wert in Österreich.
- Wien: Mit nur 4,2 Prozent hat Wien den geringsten Einkommensunterschied.
Die Ursachen der Einkommenslücke
Die Gründe für die ungleiche Bezahlung sind vielfältig und komplex. Ein Hauptfaktor ist die Berufswahl. Frauen entscheiden sich häufiger für Berufe in Sektoren, die traditionell schlechter bezahlt werden, wie etwa im sozialen Bereich oder im Dienstleistungssektor.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Frauen übernehmen den Großteil der Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen. Dies führt oft zu Unterbrechungen in der Erwerbstätigkeit und der Notwendigkeit, in Teilzeit zu arbeiten.
„Frauen müssten in Salzburg im Durchschnitt rein rechnerisch 50 Tage mehr arbeiten, um den Einkommensunterschied auszugleichen.“
Julia Kröll, Landesgeschäftsführerin des AMS Salzburg
Teilzeitarbeit hat oft negative Auswirkungen auf die Karriereentwicklung und kann im Alter zu Altersarmut führen. Frauen haben dadurch geringere Aufstiegsmöglichkeiten und verdienen über ihr gesamtes Berufsleben hinweg weniger.
Herausforderungen für Unternehmen und Lösungen
Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Einkommenslücke. Durch gezielte Maßnahmen können sie ein faires und unterstützendes Arbeitsumfeld schaffen. Dazu gehören:
- Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle: Flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Altersgerechte Arbeitsorganisation: Angepasste Arbeitsbedingungen fördern die Weiterbeschäftigung erfahrener Mitarbeiterinnen.
- Gesundheitsmanagement: Programme zur Gesundheitsförderung tragen zum Wohlbefinden der Belegschaft bei.
- Entlastung bei Pflegeverpflichtungen: Unterstützung und flexible Lösungen für Mitarbeiterinnen mit Pflegeaufgaben.
- Betriebliche Kinderbetreuung: Angebote zur Kinderbetreuung am Arbeitsplatz entlasten Eltern erheblich.
Diese Maßnahmen helfen nicht nur den Frauen, sondern sichern Unternehmen auch wertvolle weibliche Fachkräfte. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Talente ihr volles Potenzial entfalten können.
Das AMS Salzburg unterstützt
Das Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg bietet gezielte Unterstützung für Frauen, die nach einer Unterbrechung wieder ins Berufsleben einsteigen möchten. Eigens ausgebildete Beraterinnen und Berater helfen bei der Orientierung und der Suche nach passenden Stellen. Diese Unterstützung ist entscheidend, um Frauen neue Perspektiven zu eröffnen und die Einkommensschere weiter zu schließen.
Umfrage: Was Arbeitnehmer schätzen
Eine aktuelle Umfrage zeigt, was Arbeitssuchende in Salzburg an einem Arbeitgeber am meisten schätzen. Flexible Arbeitszeitmodelle sind dabei ein wichtiger Faktor. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmen, moderne und anpassungsfähige Arbeitsbedingungen anzubieten.
- Gutes Arbeitsklima (23,53 %)
- Flexible Arbeitszeitmodelle (17,65 %)
- Hohes Gehalt (11,76 %)
- Möglichkeit zum Aufstieg (11,76 %)
- Sicherer Arbeitsplatz (11,76 %)
- Selbstständiges Arbeiten (11,76 %)
- Sinnstiftende Tätigkeit (5,88 %)
- Gute Führungskultur (5,88 %)
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass neben dem Gehalt auch immaterielle Werte wie ein gutes Arbeitsklima und flexible Arbeitsbedingungen eine große Rolle spielen. Diese Faktoren sind besonders für Frauen relevant, die oft Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen.
Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit
Finanzielle Unabhängigkeit ist für Frauen von großer Bedeutung. Oftmals kommt es zu einem finanziellen Einbruch, sobald sich Kinder ankündigen und Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren. 36 Prozent der Frauen in Salzburg sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Es ist daher wichtig, Frauen frühzeitig über ihre finanziellen Möglichkeiten aufzuklären und sie dabei zu unterstützen, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
Initiativen wie der Equal Pay Day sind wichtige Kampftage. Sie machen auf die bestehenden Ungleichheiten aufmerksam und fordern gesellschaftliche Veränderungen. Das Ziel ist klar: Frauen und Männer sollen für die gleiche Leistung denselben Lohn erhalten.
Der Internationale Frauentag am 8. März ist ebenfalls ein wichtiger Anlass, um Bilanz zu ziehen und zu sehen, welche Fortschritte erzielt wurden und wo noch Handlungsbedarf besteht. Der Weg zur vollständigen Gleichberechtigung ist noch lang, aber jeder Schritt zählt.





