Die Führungspositionen in Salzburgs wichtigsten Interessenvertretungen sind mit erheblicher Verantwortung und entsprechenden Bezügen verbunden. An der Spitze der Gehaltsskala stehen die Präsidenten der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer, deren Entschädigungen sich jedoch nach unterschiedlichen Regeln richten. Eine aktuelle Nulllohnrunde bei der Arbeiterkammer wirft ein Licht auf die verschiedenen Systeme.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Präsidenten von Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer gehören zu den bestbezahlten Funktionären in Salzburg.
- Die Gehaltsanpassungen der Arbeiterkammer sind an die Bezüge im Nationalrat gekoppelt, was aktuell zu einer Nulllohnrunde führte.
- Die Wirtschaftskammer entscheidet intern über Gehaltserhöhungen für ihre Funktionäre.
- Auch andere Kammern, wie die Apothekerkammer, sehen teils hohe Aufwandsentschädigungen für ihre Führungspositionen vor.
Einblick in die Bezüge der Salzburger Spitzenfunktionäre
Die Leitung einer gesetzlichen Interessenvertretung ist eine Vollzeitaufgabe, die mit einer entsprechenden Vergütung einhergeht. In Salzburg stehen dabei besonders die Präsidenten der beiden großen Kammern im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung: Peter Buchmüller an der Spitze der Wirtschaftskammer (WKS) und Peter Eder als Präsident der Arbeiterkammer (AK) Salzburg. Ihre Gehälter spiegeln die Verantwortung wider, die sie für Tausende von Mitgliedern tragen.
Während genaue Zahlen oft nicht öffentlich ausgewiesen werden, ist bekannt, dass diese Positionen zu den höchstdotierten im Land gehören. Die Diskussion um die Angemessenheit dieser Bezüge wird regelmäßig geführt, insbesondere da die Mitgliedschaft für Arbeitnehmer und Unternehmer gesetzlich verpflichtend ist und die Kammern sich aus diesen Beiträgen finanzieren.
Was sind Interessenvertretungen?
In Österreich sind Kammern wie die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer gesetzlich verankerte Interessenvertretungen. Die AK vertritt die sozialen, wirtschaftlichen und beruflichen Interessen von rund 4 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Die WKO vertritt die Interessen von über 540.000 Mitgliedsbetrieben. Die Mitgliedschaft ist für die jeweilige Gruppe verpflichtend.
Zwei Kammern, zwei Systeme zur Gehaltsanpassung
Obwohl beide Organisationen eine ähnliche Struktur aufweisen, unterscheiden sich die Mechanismen zur Festlegung und Anpassung der Funktionärsgehälter grundlegend. Dies führt zu unterschiedlichen Entwicklungen bei den Bezügen.
Arbeiterkammer: Gehalt an die Politik gekoppelt
Bei der Arbeiterkammer Salzburg ist die Sache klar geregelt. Die Gehälter des Präsidenten und der weiteren Funktionäre sind direkt an die Bezüge der Abgeordneten zum österreichischen Nationalrat gekoppelt. Steigen die Politikergehälter, steigen auch die Bezüge in der AK – und umgekehrt.
Diese Regelung sorgt für Transparenz, führt aber auch dazu, dass die AK-Führung von politischen Entscheidungen abhängig ist. Für das laufende Jahr bedeutet dies eine Stagnation der Gehälter. AK-Präsident Peter Eder bestätigte diesen Umstand.
„Auch heuer gibt es wieder eine Nulllohnrunde“, so Eder zur aktuellen Gehaltsentwicklung.
Diese Koppelung soll sicherstellen, dass die Entwicklung der Funktionärsbezüge einem öffentlichen und nachvollziehbaren Maßstab folgt und nicht willkürlich intern festgelegt wird.
Fakt: Nulllohnrunde für Politiker
Für das Jahr 2024 wurde für die Spitzenpolitiker in Österreich, einschließlich der Nationalratsabgeordneten, eine Nulllohnrunde beschlossen. Aufgrund der direkten Koppelung gilt diese Entscheidung somit auch für die Führungsebene der Arbeiterkammer.
Wirtschaftskammer: Autonome Entscheidungen
Im Gegensatz zur Arbeiterkammer agiert die Wirtschaftskammer bei der Festlegung der Funktionärsentschädigungen autonom. Hier entscheiden die eigenen Gremien über mögliche Anpassungen und Erhöhungen. Dieses System bietet mehr Flexibilität, die Gehälter an die wirtschaftliche Lage oder spezifische Leistungsanforderungen anzupassen.
Diese interne Entscheidungsfindung führt jedoch auch zu weniger öffentlicher Transparenz im Vergleich zum Modell der Arbeiterkammer. Die Höhe der Bezüge von WKS-Präsident Peter Buchmüller und anderen Funktionären wird durch interne Beschlüsse festgelegt, die nicht an externe politische Gehälter gebunden sind.
Auch andere Kammern zahlen hohe Entschädigungen
Neben den beiden großen „Sozialpartner“-Kammern gibt es in Salzburg eine Reihe weiterer berufsständischer Vertretungen, deren Spitzenpositionen ebenfalls honoriert werden. Dazu gehören unter anderem:
- Die Ärztekammer
- Die Rechtsanwaltskammer
- Die Apothekerkammer
- Die Landwirtschaftskammer
Auch in diesen Organisationen erhalten die Präsidentinnen und Präsidenten Aufwandsentschädigungen oder Gehälter, die den hohen zeitlichen Aufwand und die große Verantwortung abgelten sollen. Die Höhe dieser Entschädigungen variiert stark je nach Größe und Finanzkraft der jeweiligen Kammer. Oft handelt es sich um pauschale Beträge, die neben der eigentlichen beruflichen Tätigkeit der Funktionäre ausbezahlt werden.
Die Debatte um die Gehälter der Kammerfunktionäre bleibt ein fester Bestandteil der gesellschaftspolitischen Diskussion in Salzburg. Sie berührt zentrale Fragen der Transparenz, der Angemessenheit und der Verwendung von Pflichtbeiträgen der Mitglieder.





