Das 19. Karriereforum Salzburg, veranstaltet von den „Salzburger Nachrichten“, zog am vergangenen Donnerstag zahlreiche Besucher in den Salzburg Congress. Die Veranstaltung bot Schülern, Berufseinsteigern und erfahrenen Fachkräften eine Plattform, um sich mit führenden Unternehmen und Organisationen auszutauschen, sich weiterzubilden und wertvolle Kontakte für die berufliche Zukunft zu knüpfen.
Das Programm umfasste eine breite Palette an Vorträgen, Workshops und interaktiven Angeboten, die aktuelle Themen der Arbeitswelt wie künstliche Intelligenz, Selbstvermarktung und moderne Bewerbungsstrategien behandelten.
Wichtige Erkenntnisse
- Über 100 Unternehmen und Organisationen präsentierten sich als attraktive Arbeitgeber.
- Expertenvorträge behandelten Themen wie den Erstkontakt, den Umgang mit Willenskraft und die Rolle von KI im Bewerbungsprozess.
- Praktische Workshops boten Einblicke in persönliches Marketing, Körpersprache und die Analyse moderner Stellenanzeigen.
- Kostenlose Services wie Bewerbungsunterlagen-Checks, Styling-Beratung und professionelle Fotoshootings wurden stark genutzt.
Ein Tag voller Möglichkeiten im Salzburg Congress
Der Salzburg Congress verwandelte sich für einen Tag in einen zentralen Treffpunkt für Karriereinteressierte aus der gesamten Region. Die Veranstaltung, die zum 19. Mal stattfand, bestätigte erneut ihre Bedeutung als wichtige Schnittstelle zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgebern. Von Schülern, die erste Orientierung suchten, bis hin zu Fachkräften, die den nächsten Karriereschritt planten, war das Publikum breit gefächert.
Moderatorin Carmela Achleitner führte durch den Tag, der bereits am Morgen mit einem aufschlussreichen Vortrag begann. Die Atmosphäre war geprägt von regem Austausch und einer positiven Grundstimmung, die das Knüpfen von Kontakten erleichterte.
Der erste Eindruck zählt
Eva Krallinger-Gruber, Gründerin von „Fräulein Flora“, eröffnete das Vortragsprogramm mit ihrem Beitrag „How to: Erstkontakt“. Sie betonte die Wichtigkeit von Authentizität und Maß bei der ersten Begegnung.
„Beim Erstkontakt soll man so ehrlich wie möglich und so ehrlich wie nötig sein. Es soll noch Platz für Fragen sein“, riet Krallinger-Gruber dem Publikum.
Ihre Kernbotschaft war, dass Qualität vor Quantität geht. Ein Bewerber sollte sich als Person vorstellen, ohne das Gegenüber mit Informationen zu überladen.
Unternehmen im Wettbewerb um Talente
Ein besonderes Highlight war der „Unternehmer-Pitch“. Vertreter namhafter Betriebe wie die Caritas Salzburg, der Raiffeisenverband Salzburg und Spar hatten jeweils zwei Minuten Zeit, um ihr Unternehmen als idealen Arbeitgeber zu präsentieren. Sie warben mit Argumenten wie vielfältigen Karrierechancen und einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um die Aufmerksamkeit potenzieller Mitarbeiter zu gewinnen.
Wissen für die moderne Arbeitswelt
Das Programm des Karriereforums war darauf ausgerichtet, den Besuchern konkretes und anwendbares Wissen für die Herausforderungen des aktuellen Arbeitsmarktes zu vermitteln. Die Themen reichten von psychologischen Aspekten des Erfolgs bis hin zu technologischen Veränderungen im Recruiting.
Willenskraft und künstliche Intelligenz
Coachin Katharina Mühl erklärte in ihrem Vortrag „Umsetzen statt Aufschieben“, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Sie machte deutlich, dass Willenskraft eine begrenzte Ressource ist. „Wir haben die gleiche Willenskraft für alle Aufgaben“, so Mühl. Erfolgreiche Menschen nutzten diese Kraft clever, indem sie sich ein Umfeld schaffen, das wenig Selbstdisziplin erfordert.
Ein weiteres zentrales Thema war die künstliche Intelligenz. Bei einem Round Table unter der Leitung von Sabine Madritsch (mad2learn) diskutierten Experten über die „Chancen und Risiken im Bewerbungsprozess“. Teilnehmer wie Philipp Scheiblbrandner (Treller OG) und Vertreter der HLW Neumarkt beleuchteten, wie KI das Recruiting verändert und worauf Bewerber achten müssen.
Evolution der Stellenanzeige
Ein Workshop von Bernd Ellmauer und Martina Capozzi (SN) zeigte auf, wie stark sich Stellenanzeigen in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Während in den 1950er-Jahren noch pauschal „einige männliche Bürokräfte“ gesucht wurden, sind heutige Anzeigen hochspezifisch. „Wörter haben Macht. Daher ist es nicht egal, was in Stellenanzeigen geschrieben steht“, betonte Capozzi die Bedeutung präziser Formulierungen.
Praktische Unterstützung und akademische Einblicke
Neben den Vorträgen bot das Karriereforum eine Vielzahl an praktischen Hilfestellungen und Informationen zu akademischen Laufbahnen. Diese Angebote waren darauf ausgelegt, den Besuchern direkte Vorteile zu verschaffen.
Services für den perfekten Auftritt
Die Besucher konnten zahlreiche kostenlose Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Dazu gehörten:
- Bewerbungsunterlagen-Check: Experten des Raiffeisenverbands Salzburg gaben individuelles Feedback zu Lebensläufen und Anschreiben.
- Rechtsberatung: Die Arbeiterkammer (AK) stand für arbeitsrechtliche Fragen zur Verfügung.
- Styling-Beratung: Die Modeschule Hallein gab Tipps für das passende Outfit und stylte Besucher für Bewerbungsfotos.
- Professionelles Fotoshooting: Ein Fotograf erstellte vor Ort professionelle Bewerbungsfotos.
- Auslandsinformationen: Akzente Salzburg informierte über Möglichkeiten für Arbeits- und Bildungsaufenthalte im Ausland.
Studium und Wissenschaft verständlich gemacht
Auf der „Academic Stage“ wurden Bildungswege beleuchtet. Julia Grasmann von der FH Salzburg erklärte die Möglichkeiten eines Studiums ohne Matura, eine Option, die speziell an Fachhochschulen besteht. In einem unterhaltsamen „Science Slam“ präsentierten Elisabeth Höftberger und Caitríona Ní Dhúill von der Universität Salzburg ihre Forschungsthemen auf unkonventionelle Weise. Höftberger sprach über das schwer fassbare Konzept der Hoffnung, während Ní Dhúill das Thema „Denken ohne Bildschirm“ behandelte.
Exklusiver Abschluss für Aussteller
Nachdem die Türen für das öffentliche Publikum um 14 Uhr schlossen, begann ein exklusives Programm für die ausstellenden Unternehmen. Philipp Scheiblbrandner, Gründer der Treller OG, sprach über den Einsatz von Audio-Erlebnissen in der internen Firmenkommunikation. Er ist überzeugt: „Audio entfaltet eine ganz andere Wirkung: Stimmen schaffen Nähe, Sounds erzeugen Emotionen, Storytelling bleibt in Erinnerung.“
Insgesamt zog das 19. Karriereforum Salzburg eine positive Bilanz. Es bot eine wertvolle Plattform für Austausch, Weiterbildung und berufliche Orientierung und festigte seine Position als führende Karrieremesse der Region.





