Das Wirtschaftsjahr 2025 war für Salzburg von Herausforderungen und unerwarteten Entwicklungen geprägt. Während der Tourismus als stabile Säule fungierte, hinterließen externe Schocks und interne Probleme Spuren auf dem Arbeitsmarkt und in der Energieversorgung. Trotz eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit konnte sich die Region im Bundesvergleich gut behaupten.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Tourismus erwies sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten als robust, besonders im Wintergeschäft.
- Die Insolvenz des oberösterreichischen Motorradherstellers KTM wirkte sich spürbar auf den Salzburger Arbeitsmarkt aus.
- Technische Probleme bei wichtigen Pumpspeicherkraftwerken in Kaprun führten zu erheblichen Ausfällen in der Energieversorgung.
- Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,8 Prozent an, blieb aber die niedrigste in ganz Österreich.
- Die Wirtschaftskammer Salzburg kündigte nach einer bundesweiten Kontroverse Reformen und finanzielle Entlastungen für Unternehmer an.
Ein durchwachsenes Bild am Arbeitsmarkt
Die wirtschaftliche Lage im Jahr 2025 war für viele Salzburger Unternehmen angespannt. Obwohl das Bundesland von großen Firmenpleiten verschont blieb, waren die Auswirkungen externer Krisen deutlich zu spüren. Insbesondere die Insolvenz des Motorradherstellers KTM in Mattighofen, Oberösterreich, sandte Schockwellen über die Landesgrenze und belastete den regionalen Arbeitsmarkt.
Die Folgen zeigten sich auch bei anderen großen Arbeitgebern. Das W&H Dentalwerk in Bürmoos im Flachgau sah sich gezwungen, Kurzarbeit anzumelden. Auch der Maschinenbauer EMCO in Hallein-Rif musste nach einem Lagerbrand im Sommer auf dieses Instrument zurückgreifen, um Arbeitsplätze zu sichern.
Arbeitslosigkeit im Detail
Die Arbeitslosenquote in Salzburg stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 4,8 Prozent. Auffällig ist, dass von diesem Anstieg überproportional Frauen betroffen waren. Dennoch stellt dieser Wert im österreichweiten Vergleich den niedrigsten dar, was auf eine relative Stabilität des regionalen Arbeitsmarktes hindeutet.
Tourismus als Stabilitätsanker
Inmitten der wirtschaftlichen Turbulenzen erwies sich der Tourismus als verlässliche Stütze. Die Branche verzeichnete eine durchwegs gute Buchungslage und profitierte von einem ungebrochenen Reiseboom. Besonders der Start in die Wintersaison verlief vielversprechend und stimmte die Betriebe positiv für die kommenden Monate.
Herausforderungen im Sommer
Der Sommertourismus zeigte sich jedoch etwas anfälliger. Das wechselhafte Wetter führte dazu, dass spontane Besuche und Kurzreisen teilweise ausblieben. Sepp Eder, Geschäftsführer der Eder Hotels in Maria Alm, bemerkte dazu im Sommer: „Die heurige Saison ist wegen des Wetters ein bisschen herausfordernder, grundsätzlich freuen wir uns aber immer über die wachsenden Zahlen im Sommertourismus. Langfristig sieht man einfach eine Super-Erweiterung in den Herbst hinein.“
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung konnten einige Hotelpleiten nicht verhindert werden. Dies zeigt, dass auch in einer boomenden Branche der wirtschaftliche Druck für einzelne Betriebe hoch bleibt.
Licht und Schatten bei Infrastrukturprojekten
Das Jahr 2025 brachte sowohl positive Nachrichten als auch erhebliche Rückschläge bei wichtigen Infrastruktur- und Energieprojekten im Land.
Fortschritt auf der Tauernautobahn
Ein Meilenstein für den Verkehr war die Fertigstellung der Tunnelbaustelle zwischen Golling und Werfen. Seit dem Sommer kann der Verkehr auf der wichtigen Tauernautobahn (A10) wieder ohne größere Behinderungen fließen. Für die kommenden Jahre sind auf dieser Strecke allerdings bereits die nächsten Arbeiten in Form von Fahrbahnerneuerungen geplant.
Energieprojekte mit gemischter Bilanz
Ein Erfolgsprojekt wurde in Stegenwald bei Werfen eröffnet. Das neue Salzach-Kraftwerk, ein Gemeinschaftsprojekt der Salzburg AG und der Verbund AG, ging ans Netz. Michael Strugl, Vorstandsvorsitzender der Verbund AG, erklärte, dass das Kraftwerk Strom für rund 20.000 Haushalte liefere.
Probleme im Kraftwerk Kaprun
Weniger erfreulich verlief die Entwicklung beim Prestigeprojekt Limberg III in Kaprun. Das modernste Pumpspeicherkraftwerk Österreichs sollte im Herbst den Vollbetrieb aufnehmen. Nach Problemen mit beiden neuen Generatoren droht nun ein Stillstand bis mindestens Sommer 2026.
Zusätzlich fiel im älteren Kraftwerk Limberg I ein Transformator aus. Hier rechnet der Verbund mit einem Ausfall, der möglicherweise bis Mitte 2027 andauern könnte. In Summe musste Österreichs größter Stromerzeuger über Monate auf mehr als die Hälfte seiner Pumpspeicherleistung in der gesamten Kraftwerksgruppe Kaprun verzichten.
Wirtschaftskammer unter Druck
Gegen Ende des Jahres erreichte auch die Wirtschaftskammer Salzburg eine Kontroverse, die auf Bundesebene ihren Anfang nahm. Nach dem Rücktritt von Wirtschaftskammer Österreich-Präsident Harald Mahrer sah sich auch die Salzburger Landesorganisation zu Reaktionen gezwungen.
WKS-Präsident Peter Buchmüller kündigte konkrete Schritte an. Einerseits soll die umstrittene Erhöhung der Funktionärsentschädigungen zurückgenommen werden. Andererseits versprach er spürbare Erleichterungen für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Bundesland.
„Wir werden jeden Stein und jeden Euro, den wir in der Salzburger Wirtschaftskammer einnehmen, umdrehen.“
Diese Ankündigung signalisiert eine Phase der internen Prüfung und Neuausrichtung, um das Vertrauen der Mitglieder zurückzugewinnen und die Kammer als effektive Interessenvertretung zu positionieren. Die kommenden Monate werden zeigen, welche konkreten Maßnahmen aus dieser Ankündigung folgen werden.





