Inmitten des Salzburger Stadtteils Morzg, wo moderne Villen auf historische Anwesen treffen, befindet sich ein besonderes Juwel: das ehemalige Mesner-Gütl. Seit über 20 Jahren ist es das Zuhause des bekannten Schauspielers Fritz Egger und seiner Familie. Was heute als idyllische Oase erscheint, war das Ergebnis einer monatelangen Suche und einer tiefen Verbundenheit mit einem Ort voller Geschichte.
Hinter den Hecken der Gneiser Straße verbirgt sich mehr als nur ein Wohnhaus. Es ist ein Lebensprojekt, das ein historisches Gebäude vor dem Verfall bewahrte und es in einen lebendigen Familientreffpunkt verwandelte. Für Egger ist es der Ort, den er nie wieder verlassen möchte – ein Traum, der nach langer Beharrlichkeit Wirklichkeit wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Schauspieler Fritz Egger lebt seit über 20 Jahren in einem historischen Mesnerhaus in Salzburg-Morzg.
- Die Suche und der Erwerb des Anwesens dauerten sechs Monate und waren von großer Hartnäckigkeit geprägt.
- Das alte Gebäude wurde aufwendig saniert und in eine moderne Familienoase umgewandelt, wobei der historische Charakter erhalten blieb.
- Morzg hat sich von einem ländlichen Dorf zu einem der begehrtesten, aber dennoch ruhigen Wohnviertel Salzburgs entwickelt.
Ein Haus mit Seele in Morzg
Die Gneiser Straße in Morzg präsentiert sich als eine Mischung aus Tradition und Moderne. Große, neue Anwesen stehen neben alteingesessenen Häusern, die oft hinter hohen Mauern und dichten Hecken verborgen liegen. Doch im alten Dorfkern, wo die Zeit ein wenig langsamer zu laufen scheint, sticht ein Gebäude besonders hervor: das ehemalige Mesnerhaus, das heute das Zuhause von Fritz und Sibylle Egger ist.
Für den Schauspieler, der auf den Bühnen des Landes zu Hause ist, war die Entdeckung dieses Hauses ein Wendepunkt. Es war keine spontane Entscheidung, sondern der Beginn einer sechsmonatigen Bemühung, den damaligen Eigentümer zum Verkauf zu bewegen. Diese Hartnäckigkeit zahlte sich aus und legte den Grundstein für ein zwei Jahrzehnte andauerndes Kapitel Familiengeschichte.
„Es war vom ersten Moment an klar: Das ist nicht nur ein Haus, das ist ein Zuhause. Wir wussten, dass wir hier unsere Wurzeln schlagen wollen, egal wie lange es dauert“, beschreibt Egger oft die Anfänge seiner Suche.
Der lange Weg zum Traumhaus
Der Erwerb eines Hauses mit einer solchen Geschichte ist selten einfach. Fritz Egger musste Überzeugungsarbeit leisten. Sechs Monate lang führte er Gespräche, erklärte seine Vision für das Anwesen und zeigte seine Entschlossenheit, das historische Erbe des Mesner-Gütls zu wahren und ihm neues Leben einzuhauchen.
Diese Beharrlichkeit war entscheidend. Es ging nicht darum, ein Grundstück zu kaufen, sondern darum, die Verantwortung für ein Stück Salzburger Geschichte zu übernehmen. Schließlich willigte der Vorbesitzer ein, überzeugt davon, dass die Eggers die richtigen Nachfolger für das altehrwürdige Gebäude waren.
Vom Gütl zur Oase: Eine Verwandlung
Nach dem Kauf begann die eigentliche Arbeit. Das alte Mesnerhaus musste von Grund auf saniert werden, um den Anforderungen einer modernen Familie gerecht zu werden, ohne seinen ursprünglichen Charme zu verlieren. Dieser Spagat zwischen Alt und Neu war die größte Herausforderung des Projekts.
Was ist ein Mesner-Gütl?
Ein Mesner-Gütl war traditionell das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Mesners (auch Sakristan oder Küster genannt), der für die Pflege und Instandhaltung der örtlichen Kirche zuständig war. Diese Gebäude befanden sich meist in unmittelbarer Nähe zur Kirche und verfügten oft über ein kleines Stück Land für die Selbstversorgung. Sie sind heute seltene Zeugnisse ländlichen Lebens vergangener Jahrhunderte.
Die Renovierung war umfassend. Alte Mauern wurden freigelegt, Holzbalken restauriert und moderne Technik behutsam integriert. Ziel war es, offene, lichtdurchflutete Räume zu schaffen, die den historischen Kern des Hauses respektieren. Jeder Raum erzählt heute eine eigene Geschichte, verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart.
- Erhalt der Bausubstanz: Alte Holzböden wurden abgeschliffen, historische Türen aufgearbeitet und originale Fenster, wo möglich, erhalten.
- Moderne Elemente: Eine offene Küche wurde zum Zentrum des Familienlebens, während große Glasfronten den Blick in den Garten freigeben.
- Der Garten als Erweiterung: Der Außenbereich wurde zu einem grünen Wohnzimmer umgestaltet, das Privatsphäre und Erholung bietet.
Das Ergebnis ist eine harmonische Symbiose. Das Haus atmet Geschichte, bietet aber gleichzeitig den Komfort und die Funktionalität, die das moderne Leben erfordert. Für Fritz Egger und seine Familie ist es mehr als nur ein Wohnort – es ist ein Rückzugsort und ein kreativer Raum.
Leben in Morzg: Zwischen Stadt und Land
Der Stadtteil Morzg hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Einst ein Dorf vor den Toren Salzburgs, ist es heute eine der exklusivsten Wohngegenden der Stadt. Die Nähe zur Natur, insbesondere zum Leopoldskroner Weiher und dem Untersberg, sowie die schnelle Erreichbarkeit des Stadtzentrums machen die Lage äußerst attraktiv.
Trotz der Entwicklung und der modernen Bautätigkeit hat sich Morzg seinen dörflichen Charakter im Kern bewahrt. Die ruhigen Straßen und die gewachsenen Strukturen schaffen eine hohe Lebensqualität, die von den Anwohnern sehr geschätzt wird.
Für die Familie Egger ist diese Mischung ideal. Sie genießen die Ruhe und die Privatsphäre ihres Anwesens, sind aber dennoch Teil des städtischen Lebens. Das Haus in der Gneiser Straße ist somit nicht nur ein persönliches Refugium, sondern auch ein Beispiel dafür, wie historisches Erbe im urbanen Raum bewahrt und mit neuem Leben erfüllt werden kann.
Nach über zwanzig Jahren ist für Fritz Egger eines klar: „Hier gehöre ich hin. Dieses Haus ist ein Teil von uns geworden, und ich kann mir nicht vorstellen, jemals woanders zu leben.“ Es ist die Geschichte einer erfolgreichen Suche nach dem perfekten Ort – eine Geschichte von Geduld, Vision und der Liebe zu einem Haus mit Seele.





