In Salzburg entsteht ein zukunftsweisendes Wohnprojekt für Menschen über 50. Der Verein „Silberstreif – Gemeinsam Wohnen 50plus“ realisiert im Stadtteil Gneis eine neue Form des gemeinschaftlichen Lebens. Voraussichtlich ab August 2026 werden 27 geförderte Mietwohnungen bezogen, die speziell auf die Bedürfnisse einer aktiven und sozialen älteren Generation zugeschnitten sind.
Das Projekt ist Teil des neuen Wohnquartiers „Gnice“ an der Berchtesgadener Straße, das vom Bauträger Heimat Österreich errichtet wird. Es soll eine Alternative zur Anonymität des städtischen Wohnens und zur Isolation im Alter bieten, indem es private Rückzugsorte mit großzügigen Gemeinschaftsflächen kombiniert.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Salzburger Stadtteil Gneis entsteht ein neues Gemeinschaftswohnprojekt für Menschen ab 50 Jahren.
- Der Verein „Silberstreif“ wird 27 geförderte Mietwohnungen im neuen Wohnquartier „Gnice“ beziehen.
- Der Einzug ist für August 2026 geplant und fördert das soziale Miteinander im Alter.
- Das Konzept verbindet private Wohnungen mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen wie Küche, Wohnzimmer und Werkstätten.
Ein neues Kapitel für das Wohnen im Alter
Die Mitglieder des Vereins „Silberstreif“ bereiten sich auf einen neuen Lebensabschnitt vor. Die Gruppe, deren Alter zwischen 50 und 78 Jahren liegt, besteht aus Menschen aus 14 verschiedenen Berufen, die eines gemeinsam haben: den Wunsch nach einem selbstbestimmten und sozial eingebundenen Leben im Alter. Das Projekt in Gneis ist die Antwort auf diesen Wunsch.
Die Idee ist einfach, aber wirkungsvoll: Statt alleine in zu groß gewordenen Wohnungen zu leben, ziehen die Mitglieder in ein gemeinsames Haus. Jede Partei hat ihre eigene private Wohnung, teilt sich aber zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen. Dieses Modell soll Einsamkeit vorbeugen und gegenseitige Unterstützung im Alltag fördern.
Hintergrund: Gemeinschaftliches Wohnen
Gemeinschaftliche Wohnprojekte, auch als Co-Housing bekannt, gewinnen in ganz Europa an Bedeutung. Sie bieten eine Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen wie die demografische Entwicklung, steigende Mieten und den Wunsch nach mehr sozialem Zusammenhalt. Solche Projekte legen den Fokus auf Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und gegenseitige Hilfe und schaffen so stabile soziale Netzwerke.
Architektur, die Gemeinschaft fördert
Das Wohnhaus des Vereins „Silberstreif“ ist speziell für diesen Zweck konzipiert. Es erstreckt sich vom ersten bis zum vierten Stock des Gebäudes und umfasst 27 barrierefreie Mietwohnungen. Die Architektur spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung des Zusammenlebens.
Ein Herzstück des Projekts ist das großzügige Gemeinschaftswohnzimmer. Hier können die Bewohner zusammenkommen, kochen, essen oder einfach nur Zeit miteinander verbringen. Zusätzlich sind weitere Gemeinschaftsräume geplant, darunter Werkstätten, ein Mehrzweckraum für Hobbys und Veranstaltungen sowie ein gemeinsamer Garten. Diese Bereiche sind bewusst so gestaltet, dass sie zufällige Begegnungen und soziale Interaktionen fördern.
Zahlen zum Projekt „Gnice“
- Gesamteinheiten: Knapp 260 Wohneinheiten im gesamten Quartier
- Silberstreif-Einheiten: 27 geförderte Mietwohnungen
- Bauträger: Heimat Österreich
- Standort: Berchtesgadener Straße, Salzburg-Gneis
- Geplanter Einzug: August 2026
Die privaten Wohnungen dienen als persönliche Rückzugsorte, während die Gemeinschaftsflächen das soziale Leben stärken. Dieses Gleichgewicht zwischen Privatsphäre und Gemeinschaft ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für solche Wohnformen.
Mehr als nur Wohnen: Ein soziales Netzwerk
Für die Mitglieder ist „Silberstreif“ weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Es ist ein Versprechen für eine Zukunft, in der man sich aufeinander verlassen kann. Die Gruppe organisiert sich bereits jetzt und plant gemeinsame Aktivitäten. Der Verein legt großen Wert darauf, dass die Mitglieder aktiv am Gemeinschaftsleben teilnehmen und ihre Fähigkeiten und Interessen einbringen.
Veronika Danzmayr-Steinbach, eine frisch pensionierte Volksschuldirektorin, ist eine der zukünftigen Bewohnerinnen. Für sie und ihren Mann beginnt mit dem Einzug ein neuer, spannender Lebensabschnitt. „Wir freuen uns darauf, Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein und den Alltag gemeinsam zu gestalten“, erklärt sie. Diese Vorfreude teilen alle Mitglieder, die sich bewusst für diesen Weg entschieden haben.
„Es geht darum, nicht nur nebeneinander, sondern miteinander zu leben. Wir wollen uns gegenseitig unterstützen und unsere Erfahrungen teilen“, betont Obmann Michael Flemmich bei einer Baustellenbesichtigung.
Die Vielfalt der Berufe und Lebenserfahrungen der Mitglieder wird als große Bereicherung gesehen. Vom Handwerker bis zur Akademikerin bringt jeder seine Talente ein, sei es bei der Gartenarbeit, bei kleinen Reparaturen oder der Organisation von Festen.
Ein Modell mit Zukunft für Salzburg
Das Projekt „Silberstreif“ ist nicht nur für seine Mitglieder von Bedeutung, sondern setzt auch ein wichtiges Zeichen für die Stadtentwicklung in Salzburg. Es zeigt, wie innovativer Wohnbau auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft reagieren kann. Das Modell fördert nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern schafft auch eine generationenübergreifende Verbindung.
Ein interessanter Aspekt des Projekts ist die Integration von jungen Familien. Die drei Gartenwohnungen im Erdgeschoss desselben Gebäudes sind für sie vorgesehen. Diese bewusste Durchmischung soll den Austausch zwischen den Generationen fördern und ein lebendiges Miteinander im gesamten Wohnhaus schaffen. Die Kinder können von der Lebenserfahrung der älteren Bewohner profitieren, während die Senioren die Energie und Lebendigkeit der jungen Familien genießen.
Angesichts des wachsenden Bedarfs an altersgerechtem Wohnraum und der zunehmenden Vereinsamung im Alter könnte dieses Modell als Vorbild für weitere Projekte in Salzburg und darüber hinaus dienen. Es beweist, dass das Alter keine Zeit der Isolation sein muss, sondern eine Phase aktiver Gemeinschaft und gegenseitiger Bereicherung sein kann.





