Nach einem tödlichen Verkehrsunfall im November des Vorjahres in Salzburg-Lehen hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. Ein 32-jähriger Lkw-Fahrer muss sich wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung vor dem Bezirksgericht Salzburg verantworten. Er hatte eine 55-jährige Frau auf einem Schutzweg erfasst.
Der Vorfall ereignete sich am 17. November 2023 in den frühen Morgenstunden an einer belebten Kreuzung. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang zogen sich über mehrere Monate hin, nun steht der Fall kurz vor der gerichtlichen Aufarbeitung.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 32-jähriger Lkw-Fahrer wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
- Der Unfall ereignete sich am 17. November 2023 an der Kreuzung Ignaz-Harrer-Straße/Guggenmoosstraße.
- Eine 55-jährige Fußgängerin wurde auf einem Schutzweg bei grüner Ampel tödlich verletzt.
- Die Verhandlung wird am Bezirksgericht Salzburg stattfinden.
Anklageerhebung nach monatelangen Ermittlungen
Knapp drei Monate nach dem tragischen Ereignis in Salzburg-Lehen hat die Staatsanwaltschaft Salzburg die Ermittlungen abgeschlossen. Das Ergebnis ist die Anklage gegen den 32-jährigen Lenker des Lastwagens.
Der zentrale Vorwurf lautet fahrlässige Tötung. Die Justiz muss nun klären, ob der Fahrer die erforderliche Sorgfalt im Straßenverkehr außer Acht gelassen hat und somit den Tod der 55-jährigen Frau verschuldete. Ein Termin für die Hauptverhandlung am Bezirksgericht Salzburg wurde noch nicht bekannt gegeben.
Was bedeutet fahrlässige Tötung?
Im österreichischen Strafrecht liegt eine fahrlässige Tötung (§ 80 StGB) vor, wenn jemand den Tod eines anderen Menschen durch Außerachtlassung der gebotenen Sorgfalt verursacht. Im Straßenverkehr bedeutet dies oft, dass ein Verkehrsteilnehmer eine Regel missachtet oder unaufmerksam war, was zu einem tödlichen Unfall führte. Das Strafmaß reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.
Rekonstruktion des Unfallhergangs
Der Unfall geschah am Morgen des 17. November 2023, einem Freitag. Gegen sieben Uhr morgens war es noch dunkel, was die Sichtverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer erschwerte.
Die 55-jährige Frau beabsichtigte, die Ignaz-Harrer-Straße an der Kreuzung mit der Guggenmoosstraße zu überqueren. Zeugenaussagen und erste Ermittlungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Fußgängerampel für sie grünes Licht zeigte. Sie betrat daraufhin den markierten Schutzweg.
Zur selben Zeit bog der 32-jährige Lkw-Fahrer mit seinem Fahrzeug ab und erfasste die Frau. Trotz des schnellen Eintreffens der Rettungskräfte erlag die 55-Jährige noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen.
Unfalldaten im Überblick
- Datum: 17. November 2023
- Uhrzeit: ca. 07:00 Uhr
- Ort: Kreuzung Ignaz-Harrer-Straße / Guggenmoosstraße, Salzburg-Lehen
- Beteiligte: Ein 32-jähriger Lkw-Fahrer und eine 55-jährige Fußgängerin
- Folge: Tödliche Verletzungen der Fußgängerin
Verkehrsknotenpunkt mit besonderen Herausforderungen
Die Kreuzung an der Ignaz-Harrer-Straße ist einer der meistfrequentierten Verkehrsknotenpunkte in der Stadt Salzburg. Hier treffen mehrere Fahrspuren, Buslinien, Radwege und Fußgängerüberwege aufeinander. Besonders im Berufsverkehr am Morgen herrscht hier hohes Verkehrsaufkommen.
Für Lkw-Fahrer stellt das Abbiegen in solchen Bereichen eine besondere Herausforderung dar. Der sogenannte „tote Winkel“ kann dazu führen, dass Fußgänger oder Radfahrer, die sich direkt neben dem Fahrzeug befinden, übersehen werden. Moderne Assistenzsysteme in Lastwagen sollen solche Unfälle verhindern, sind aber noch nicht in allen Fahrzeugen verbaut.
„Gerade in der Dämmerung und bei hohem Verkehrsaufkommen ist an großen Kreuzungen für alle Beteiligten höchste Aufmerksamkeit geboten. Jeder muss damit rechnen, dass andere einen Fehler machen könnten“, so ein Verkehrsexperte, der nicht namentlich genannt werden möchte.
Gericht wird über Schuldfrage entscheiden
Im bevorstehenden Gerichtsverfahren wird es zentral um die Frage gehen, ob der 32-jährige Fahrer die Fußgängerin hätte sehen müssen. Ein unfallanalytisches Gutachten wird voraussichtlich eine wichtige Rolle spielen, um die Sichtverhältnisse aus der Lkw-Kabine und den genauen Ablauf des Abbiegevorgangs zu rekonstruieren.
Das Gericht wird auch prüfen, ob technische Mängel am Fahrzeug vorlagen oder ob andere Faktoren wie eine unangepasste Geschwindigkeit zum Unfall beigetragen haben. Für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel; bei einer Verurteilung drohen ihm neben einer Strafe auch der Entzug des Führerscheins und erhebliche zivilrechtliche Forderungen.
Dieser Fall rückt einmal mehr die Sicherheit von Fußgängern im städtischen Verkehr in den Fokus. Er dient als mahnendes Beispiel dafür, wie schnell ein Moment der Unachtsamkeit tragische und unumkehrbare Folgen haben kann.





