In der oberösterreichischen Gemeinde Lengau hat sich am Freitag eine Familientragödie ereignet. Ein 82-jähriger Mann schoss auf seine 30-jährige Enkelin aus Salzburg und richtete sich anschließend selbst. Die Großmutter der jungen Frau musste die Tat mitansehen. Die 30-Jährige befindet sich nach Angaben der Polizei in einem stabilen Zustand.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 82-Jähriger schoss in Lengau (OÖ) seiner 30-jährigen Enkelin in den Bauch.
- Unmittelbar nach der Tat beging der Mann Suizid.
- Die junge Frau aus Salzburg ist außer Lebensgefahr.
- Als mögliches Motiv wird ein Streit um einen geringen Geldbetrag vermutet.
Was am Freitagnachmittag geschah
Die 30-jährige Salzburgerin war zu Besuch bei ihren Großeltern, die in einer betreuten Wohneinrichtung in Lengau leben. Sie aß zunächst mit ihrer 78-jährigen Großmutter zu Mittag. Später gesellte sich ihr 82-jähriger Großvater dazu.
Den Ermittlungen zufolge setzte sich der Mann im Wohnzimmer auf ein Sofa und verfolgte das Gespräch zwischen seiner Frau und seiner Enkelin, ohne sich daran zu beteiligen. Die Situation schien ruhig und unauffällig.
Als die Enkelin sich gegen 14:00 Uhr verabschieden und die Wohnung verlassen wollte, eskalierte die Lage plötzlich. Der Großvater zog eine Faustfeuerwaffe aus seiner Hosentasche und gab einen Schuss auf die junge Frau ab, der sie im Bauch traf.
Tat und Suizid geschahen sekundenschnell
Unmittelbar nachdem der Schuss gefallen war, richtete der 82-Jährige die Waffe gegen sich selbst und nahm sich das Leben. Die Großmutter, die alles mitansehen musste, alarmierte umgehend die Rettungskräfte. Die Tatwaffe besaß der Mann legal.
Mögliches Motiv: Streit um Geld
Nach Angaben der Polizei gab es vor der Tat keine sichtbare Auseinandersetzung oder einen Streit. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, was den Mann zu dieser Tat bewogen haben könnte.
In einer ersten Befragung gab die 78-jährige Großmutter an, dass ein möglicher Auslöser ein Konflikt um einen Geldbetrag gewesen sein könnte. Es soll sich dabei um eine Summe im niedrigen dreistelligen Bereich gehandelt haben.
Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Tathergang und den Hintergründen aufgenommen. Die Befragung der Großmutter sowie die Spurensicherung am Tatort sollen weitere Klarheit bringen.
Ob dieser Geldbetrag tatsächlich das Motiv für die Bluttat war, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die plötzliche und unerwartete Gewalt hat die Familie und das Umfeld tief erschüttert.
Zustand des Opfers stabil
Die 30-jährige Frau wurde nach der Tat umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Bereits am Freitagabend teilte die Polizei mit, dass ihr Zustand stabil sei. Sie schwebt nicht in Lebensgefahr.
Die Großmutter erlitt einen schweren Schock und wird von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Tat ereignete sich in einer Seniorenwohneinrichtung, was auch andere Bewohner und das Personal stark belastet.
Hilfe in Krisensituationen
Berichte über Suizid können bei Menschen in Krisen eine zusätzliche Belastung darstellen. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, Hilfe benötigt, gibt es in Österreich zahlreiche kostenlose und anonyme Anlaufstellen:
- Telefonseelsorge: 142 (rund um die Uhr erreichbar)
- Rat auf Draht (für Kinder und Jugendliche): 147
- Krisenhotlines von Pro Mente Salzburg: Salzburg: 0662 433351, St. Johann: 06412 20033, Zell am See: 06542 72600
Diese Einrichtungen bieten professionelle Unterstützung und Beratung in schwierigen Lebenslagen.
Die Gemeinde Lengau und die Stadt Salzburg, aus der das Opfer stammt, zeigen sich betroffen von dem Vorfall. Familiendramen wie dieses hinterlassen oft viele offene Fragen und tiefes Leid bei den Angehörigen.





