Die Salzburg AG sieht sich wachsendem politischen Druck ausgesetzt, ihre Strompreise zu senken. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) fordert vom landeseigenen Energieversorger ein neues, günstigeres Tarifpaket für die Salzburger Haushalte. Die Forderung kommt zu einer Zeit, in der auch andere große Energieanbieter in Österreich ihre Preise nach unten korrigieren.
Während das Unternehmen auf bereits bestehende günstige Tarife verweist, kündigte der Vorstand an, weitere Spielräume für Preissenkungen zu prüfen. Auch die Grünen schließen sich der Forderung an und verweisen auf die Konkurrenz in anderen Bundesländern.
Das Wichtigste in Kürze
- Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) fordert von der Salzburg AG eine Senkung der Strompreise.
- Die Salzburg AG hat zugesagt, mögliche Preissenkungen zu prüfen, verweist aber auf einen bestehenden Günstig-Tarif.
- Die Grünen fordern ein Angebot, das mit dem des niederösterreichischen Versorgers EVN vergleichbar ist.
- Andere große Anbieter wie Verbund und EVN haben bereits Preissenkungen angekündigt, was den Druck auf regionale Versorger erhöht.
Politischer Druck auf den Landesenergieversorger
Die Debatte um die Höhe der Stromkosten in Salzburg hat eine neue Stufe erreicht. In einer klaren Aufforderung verlangte Landeshauptfrau Karoline Edtstadler von der Salzburg AG, die Tarife für ihre Kundinnen und Kunden spürbar zu senken. Sie forderte das Management auf, ein komplett neues Tarifpaket zu schnüren, das die finanzielle Belastung der Haushalte reduziert.
Aus dem Büro der Landeshauptfrau hieß es, dass Michael Baminger, Vorstand der Salzburg AG, die Umsetzung dieser Forderung bereits zugesagt habe. Dieser Schritt signalisiert eine Bewegung beim landeseigenen Versorger, der in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik stand.
Die politische Initiative aus der Landesregierung erhöht den Handlungsdruck auf das Unternehmen erheblich. Es wird erwartet, dass konkrete Vorschläge in naher Zukunft auf dem Tisch liegen.
Die Reaktion der Salzburg AG
Die Salzburg AG reagierte umgehend auf die Forderungen aus der Politik, betonte jedoch auch ihre bisherigen Anstrengungen. Unternehmenssprecher Michael Frostel wies darauf hin, dass es bereits seit Anfang des vergangenen Jahres einen Tarif gibt, bei dem die Kilowattstunde nur zehn Cent kostet.
Schon jetzt ein Günstig-Tarif
Nach Angaben der Salzburg AG nutzen bereits über 40 Prozent der Kundinnen und Kunden den bestehenden Tarif von zehn Cent pro Kilowattstunde. Das Unternehmen prüft nun, ob weitere Senkungen für alle Tarifmodelle möglich sind.
Trotz dieses bestehenden Angebots versicherte Frostel, dass man die aktuelle Situation ernst nehme. „Wir werden prüfen, welche Spielräume es für weitere Senkungen gibt“, erklärte der Sprecher. Die Analyse der aktuellen Marktbedingungen und der eigenen Kostenstruktur sei bereits im Gange.
Die Herausforderung für die Salzburg AG wird darin bestehen, ein Gleichgewicht zwischen wettbewerbsfähigen Preisen für die Verbraucher und der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens zu finden.
Grüne fordern Angleichung an andere Bundesländer
Nicht nur die ÖVP, auch die Grünen im Salzburger Landtag erhöhen den Druck. Landessprecherin Martina Berthold fordert, dass die Salzburg AG schnell ein Angebot vorlegt, das mit dem des niederösterreichischen Energieversorgers EVN vergleichbar ist.
„Wenn andere große Anbieter zeigen, dass 10 Cent möglich sind, muss auch die Salzburg AG aktiv werden und die Inflation abbremsen.“ – Martina Berthold, Landessprecherin der Grünen Salzburg
Der Verweis auf die Konkurrenz ist gezielt. Erst kürzlich hatte die EVN in Niederösterreich nach politischer Intervention eine Preissenkung angekündigt. Kurz davor sorgte auch der größte österreichische Energieversorger, der Verbund, mit der Ankündigung niedrigerer Preise für Aufsehen.
Diese Entwicklungen haben eine Kettenreaktion ausgelöst. Regionale Energieversorger wie die Salzburg AG stehen nun im direkten Vergleich und müssen ihre Preispolitik rechtfertigen und anpassen, um im Wettbewerb zu bestehen und den Erwartungen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Der österreichweite Trend
Die jüngsten Preissenkungen bei Verbund und EVN sind das Ergebnis gesunkener Großhandelspreise für Energie und des öffentlichen Drucks. Dieser Trend erfasst nun schrittweise alle Bundesländer und setzt die lokalen Versorger unter Zugzwang, die gesunkenen Kosten an die Endkunden weiterzugeben.
Sechs Preissenkungen in drei Jahren
In der aktuellen Debatte wird vonseiten der Politik auch auf die Vergangenheit verwiesen. So betonte das Büro von Landeshauptfrau Edtstadler in seiner Aussendung, dass der Strompreis bei der Salzburg AG in den vergangenen drei Jahren bereits sechs Mal gesenkt worden sei.
Diese Information soll die bisherigen Bemühungen des Unternehmens kontextualisieren. Kritiker wenden jedoch ein, dass die Preise zuvor auf ein sehr hohes Niveau gestiegen waren und die Senkungen nur eine teilweise Rückkehr zur Normalität darstellten.
Für die Verbraucher bleibt die entscheidende Frage, wie sich ihr monatlicher Abschlag in Zukunft entwickeln wird. Die angekündigte Prüfung durch die Salzburg AG wird daher mit Spannung erwartet.
Was bedeutet das für die Verbraucher?
Für die Salzburger Haushalte sind die Nachrichten potenziell positiv. Der erhöhte politische Druck könnte zu konkreten finanziellen Entlastungen führen. Sollte die Salzburg AG ein neues, günstigeres Tarifpaket schnüren, könnten viele Familien von niedrigeren monatlichen Stromrechnungen profitieren.
Es bleibt abzuwarten, wie schnell und in welchem Umfang die Preissenkungen umgesetzt werden. Experten raten Verbrauchern, ihre aktuellen Tarife zu überprüfen und aktiv nachzufragen, ob sie bereits das günstigste verfügbare Angebot nutzen. Die Ankündigungen der letzten Tage haben die Verhandlungsposition der Kunden gegenüber den Energieanbietern gestärkt.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Salzburg AG den Forderungen nachkommt und ein neues Preismodell vorstellt, das den veränderten Marktbedingungen und den Erwartungen der Salzburgerinnen und Salzburger entspricht.





