Im Bundesland Salzburg ist die Zahl der Bezieher des Heizkostenzuschusses im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent gesunken. Gleichzeitig wurde die Höhe der Unterstützung deutlich reduziert, was zu einer massiven Einsparung für das Landesbudget führt. Die Entwicklung sorgt für eine politische Debatte, da die Einkommensgrenzen für den Bezug unter der Armutsgefährdungsschwelle liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Empfänger des Heizkostenzuschusses in Salzburg sank um 30 Prozent.
- Die ausbezahlte Gesamtsumme fiel von 6,5 Millionen auf 1,8 Millionen Euro.
- Der Zuschuss pro Haushalt wurde von 600 Euro auf 250 Euro gekürzt.
- Die Einkommensgrenze für Alleinstehende liegt mit 1.424 Euro unter der Armutsgefährdungsgrenze von 1.600 Euro.
- Die Grünen fordern eine Anhebung der Grenzen und des Zuschusses, während die Landesregierung von einer zielgerichteten Hilfe spricht.
Drastischer Rückgang bei Anträgen und Auszahlungen
Die offiziellen Zahlen des Landes Salzburg zeigen einen deutlichen Abwärtstrend bei der Inanspruchnahme des Heizkostenzuschusses. Im Vergleich zum Vorjahr erhielten rund ein Drittel weniger Haushalte die finanzielle Unterstützung. Konkret sank die Zahl der Auszahlungen von 10.900 auf nur noch 7.400.
Noch stärker fiel der Rückgang bei der ausbezahlten Gesamtsumme aus. Diese reduzierte sich von 6,5 Millionen Euro auf 1,8 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Kürzung des Zuschusses von 600 Euro auf 250 Euro pro anspruchsberechtigtem Haushalt.
Zahlen im Überblick
- 2023: 12.000 Auszahlungen (7,2 Mio. €)
- 2024: 10.900 Auszahlungen (6,5 Mio. €)
- 2025: 7.400 Auszahlungen (1,8 Mio. €)
Obwohl für das laufende Jahr 2,45 Millionen Euro budgetiert waren, sparte das Land durch die geringere Inanspruchnahme rund 650.000 Euro ein. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den gestiegenen Energiekosten. Laut Statistik Austria erhöhten sich die Preise für Haushaltsenergie im Jahresdurchschnitt um 11,1 Prozent.
Strenge Einkommensgrenzen als Hauptursache
Für den Rückgang gibt es laut Angaben des Landes zwei Hauptgründe. Zum einen wurden weniger Anträge gestellt. Zum anderen wurden rund 1.500 Anträge abgelehnt, die meisten davon aufgrund einer Überschreitung der Einkommensgrenze.
Diese Grenze sorgt für Kritik. Aktuell liegt sie für eine alleinlebende Person bei 1.424 Euro netto pro Monat. Damit befindet sie sich deutlich unter der statistischen Armutsgefährdungsgrenze, die bei 1.600 Euro liegt. Viele Menschen, die mit hohen Heizkosten kämpfen, fallen somit durch das Raster.
Regionale Verteilung der Bezieher
Die meisten Anträge wurden in der Stadt Salzburg bewilligt, wo der Zuschuss 4.353 Mal ausbezahlt wurde. Am seltensten wurde die Unterstützung im Lungau in Anspruch genommen, dort gab es lediglich 247 positive Bescheide.
Politische Debatte über Anpassungsbedarf
Die Situation hat eine politische Diskussion entfacht. Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) verteidigt die aktuelle Regelung und spricht von einer effizienten und zielgerichteten Hilfe für jene, die sie am dringendsten benötigen.
Die Grünen sehen das anders. Ihre Sozialsprecherin, Kimbie Humer-Vogl, kritisiert die niedrigen Einkommensgrenzen scharf.
„Was wir jedenfalls fordern, ist, dass die Einkommensgrenzen angepasst werden und dass man den Heizkostenzuschuss jetzt gleich mal auf 300 Euro erhöht und dass dann eine jährliche Inflationsanpassung die Einkommensgrenzen erhöht.“
Sie argumentiert, dass die Unterstützung an der Lebensrealität vieler Menschen vorbeigehe. Gerade Geringverdiener und Pensionisten seien von den hohen Energiekosten stark betroffen, würden aber aufgrund der starren Grenzen keine Hilfe erhalten.
Forderungen nach Reformen
Die Grünen bringen konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation ein. Neben der sofortigen Anhebung des Zuschusses auf 300 Euro und einer Valorisierung, also einer jährlichen Anpassung an die Inflation, fordern sie auch eine Vereinfachung des Zugangs.
Ein Vorschlag sieht vor, den Heizkostenzuschuss automatisch an Bezieher der Ausgleichszulage, also an Mindestpensionisten, auszuzahlen. Dies würde den bürokratischen Aufwand für die Betroffenen reduzieren und sicherstellen, dass die Hilfe ankommt. Die Debatte darüber, wie die Unterstützung für einkommensschwache Haushalte in Zukunft gestaltet werden soll, dürfte damit weiter an Fahrt aufnehmen.





