In einer überraschenden Wendung hat die Stadt Salzburg die Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Trägervereins der Kinderbetreuungseinrichtung „Insel – Haus der Jugend“ für beendet erklärt. Bürgermeister Bernhard Auinger gab bekannt, dass das Vertrauensverhältnis nach Plänen für eine nicht kommunizierte Zwischennutzung der Einrichtung zerstört sei. Die Zukunft der wichtigen Tages- und Ferienbetreuung ist damit ungewiss.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Salzburg hat die Zusammenarbeit mit dem aktuellen Vorstand des Vereins „Insel“ aufgekündigt.
- Grund ist ein schwerwiegender Vertrauensbruch, da der Verein Pläne für eine Zwischennutzung der Einrichtung verheimlichte.
- Bürgermeister Bernhard Auinger und Stadträtin Anna Schiester reagierten irritiert und überrascht.
- Die Entscheidung wirft Fragen zur Zukunft der beliebten Kinder- und Jugendbetreuungseinrichtung auf.
Vertrauensbruch führt zu drastischem Schritt
Die Nachricht aus dem Salzburger Rathaus kam unerwartet und schlug hohe Wellen. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) zog am Dienstag einen klaren Schlussstrich unter die Kooperation mit dem amtierenden Vorstand des Vereins „Insel – Haus der Jugend“. Die Stadtregierung sehe keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Auslöser für diesen drastischen Schritt sind Pläne des Vereinsvorstands, die Liegenschaft der „Insel“ einer Zwischennutzung zuzuführen, ohne die Stadt als wichtigsten Partner und Subventionsgeber darüber zu informieren. „Ein solches Vorgehen ist inakzeptabel“, erklärte Auinger in einer Stellungnahme. Die Stadt fühle sich vom Vorstand unter Präsident René Neusser hintergangen.
Fehlende Transparenz als Kern des Problems
Besonders schwer wiegt der Vorwurf der mangelnden Kommunikation. Laut Informationen aus dem Rathaus hat der Vereinsvorstand die Pläne für eine alternative Nutzung der Räumlichkeiten weder der zuständigen Stadträtin noch dem Bürgermeister vorgelegt. Dieses Vorgehen hat das Vertrauen nachhaltig erschüttert.
Auch die Eltern der betreuten Kinder wurden offenbar im Dunkeln gelassen. Selbst bei einem Elterngespräch am 12. Januar, bei dem Vereinspräsident Neusser anwesend war, wurde die geplante Zwischennutzung mit keinem Wort erwähnt. Diese Intransparenz sorgte bei Bekanntwerden für erhebliche Verunsicherung bei den Familien.
Politik zeigt sich irritiert und überrascht
Die zuständige Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) zeigte sich von den Plänen des Vereinsvorstands ebenso „irritiert und überrascht“. Sie betonte, dass eine funktionierende Partnerschaft auf Offenheit und Ehrlichkeit basieren müsse. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne jede Vorwarnung oder die Möglichkeit zur Diskussion“, so Schiester.
„Wenn ein Partner, der maßgeblich von öffentlichen Geldern abhängig ist, derart intransparent agiert, ist die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr gegeben.“ – Bürgermeister Bernhard Auinger
Die Stadtregierung steht nun vor der Herausforderung, eine Lösung für die Zukunft der Einrichtung zu finden. Die „Insel“ ist eine feste Größe in der Salzburger Betreuungslandschaft und bietet für viele Familien ein unverzichtbares Angebot, insbesondere während der Ferienzeiten.
Die Bedeutung der „Insel“ für Salzburg
Das „Haus der Jugend“, bekannt als „Die Insel“, ist seit Jahrzehnten eine zentrale Anlaufstelle für die außerschulische Kinder- und Jugendbetreuung in Salzburg. Sie bietet nicht nur eine Tagesbetreuung, sondern auch ein umfangreiches Ferienprogramm, das von hunderten Familien in der Stadt genutzt wird. Die Einrichtung ist bekannt für ihr vielfältiges Angebot, das von kreativen Workshops bis zu sportlichen Aktivitäten reicht und einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leistet.
Wie geht es weiter mit der Kinderbetreuung?
Die unmittelbare Zukunft der „Insel“ ist durch die Entscheidung der Stadt unsicher geworden. Bürgermeister Auinger betonte jedoch, dass das Wohl der Kinder und ihrer Familien oberste Priorität habe. Man werde alles daransetzen, das Betreuungsangebot in gewohnter Qualität aufrechtzuerhalten.
Es wird nun geprüft, wie die Betreuung künftig organisiert werden kann. Denkbar sind verschiedene Szenarien:
- Die Suche nach einem neuen Trägerverein, der die Einrichtung übernimmt.
- Eine vorübergehende Übernahme der Organisation durch die Stadt selbst.
- Gespräche mit dem Verein über die Einsetzung eines neuen, vertrauenswürdigen Vorstands.
Klar ist, dass die Stadt Salzburg die Kontrolle über die Geschicke der wichtigen Einrichtung zurückgewinnen will. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um eine stabile und langfristige Lösung zu erarbeiten, die den Kindern und Eltern wieder Sicherheit gibt.
Fakten zur „Insel“
- Standort: Die Einrichtung befindet sich in einer zentralen Lage in Salzburg.
- Angebot: Tages- und Ferienbetreuung für Schulkinder.
- Träger: Bisher der Verein „Insel – Haus der Jugend“.
- Finanzierung: Maßgeblich durch Subventionen der Stadt Salzburg.
Ein Appell an die Verantwortung
Politische Beobachter werten den Schritt des Bürgermeisters als klares Signal. Es sei ein Appell an alle von der öffentlichen Hand geförderten Organisationen, ihrer Verantwortung in Bezug auf Transparenz und Partnerschaftlichkeit nachzukommen. Der Fall „Insel“ zeigt, wie schnell ein über Jahre aufgebautes Vertrauensverhältnis durch intransparentes Handeln zerstört werden kann.
Die Stadt Salzburg hat nun die schwierige Aufgabe, die Scherben aufzukehren und eine neue, verlässliche Struktur für eine der wichtigsten Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt zu schaffen. Für die betroffenen Familien bleibt die Hoffnung, dass schnell eine Lösung gefunden wird, die die Fortführung des beliebten Angebots sichert.





