Ein großangelegter Sucheinsatz hat am Sonntag die Rettungskräfte im Salzburger Lungau in Atem gehalten. Skitourengeher entdeckten im Bereich des Schilchernocks in den Nockbergen eine massive Lawine und fanden Spuren, die auf ein mögliches Unglück hindeuteten. Nach drei Stunden intensiver Suche konnte glücklicherweise Entwarnung gegeben werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Am Schilchernock im Lungau wurde am Sonntag ein großer Lawinenabgang entdeckt.
- Skitourengeher fanden eine Skibrille und empfingen Signale von Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS), was einen Großeinsatz auslöste.
- Mehr als 22 Bergretter, Hubschrauber und die Alpinpolizei waren drei Stunden lang im Einsatz.
- Die Suche wurde eingestellt, da keine Vermisstenmeldung vorlag und niemand gefunden wurde.
Alarm am Schilchernock
Am Sonntagvormittag bemerkten aufmerksame Skitourengeher im Bereich des Schilchernocks auf rund 2.100 Metern Seehöhe ein frisches Schneebrett. Die Dimensionen des Abgangs waren beträchtlich und ließen sofort die Alarmglocken schrillen.
Die Situation wurde ernster, als die Wintersportler ihre Lawinenverschütteten-Suchgeräte (LVS) aktivierten und wiederholt Signale empfingen. Solche Signale deuten normalerweise auf ein verschüttetes Gerät und somit eine potenziell verschüttete Person hin.
Details zur Lawine
- Ort: Steiler Nordhang am Schilchernock (Nockberge, Lungau)
- Höhe: ca. 2.100 Meter
- Breite des Lawinenkegels: ca. 200 Meter
- Länge des Lawinenkegels: ca. 80 Meter
Zusätzlich zu den elektronischen Signalen machten die Tourengeher eine beunruhigende Entdeckung: Mitten auf dem Lawinenkegel lag eine einzelne Skibrille. Außerdem waren Einfahrtsspuren in den Anrissbereich der Lawine zu erkennen, was die Befürchtung nährte, dass mindestens eine Person von den Schneemassen erfasst worden sein könnte.
Ein Großeinsatz wird gestartet
Aufgrund der eindeutigen Hinweise wurde umgehend eine großangelegte Suchaktion eingeleitet. Ein erhebliches Aufgebot an Rettungskräften machte sich auf den Weg in das unwegsame Gelände.
Insgesamt 22 Bergretter der Ortsstellen Tamsweg und Mauterndorf begannen systematisch mit der Sondierung des riesigen Lawinenkegels. Dabei wird mit langen Stangen der Schnee durchstochen, um mögliche Verschüttete zu finden.
Beteiligte Rettungsorganisationen
An dem komplexen Einsatz waren mehrere Organisationen beteiligt, um eine schnelle und effiziente Suche zu gewährleisten:
- Bergrettung Tamsweg und Mauterndorf (inkl. Hundeführer)
- Rettungshubschrauber-Team (RK1)
- Polizeihubschrauber-Team (Libelle)
- Alpinpolizei
- Freiwillige Feuerwehr Ramingstein
Die Suche aus der Luft wurde durch den Rettungshubschrauber RK1 und den Polizeihubschrauber Libelle unterstützt. Auch die Alpinpolizei und die Freiwillige Feuerwehr Ramingstein waren vor Ort, um die Maßnahmen zu koordinieren und zu unterstützen.
Herausforderung durch Störsignale
Die Arbeit der Retter wurde durch immer wieder auftretende Störsignale erschwert. Solche falschen Signale können durch elektronische Geräte wie Mobiltelefone, Funkgeräte oder sogar durch Metallteile in Skiausrüstung verursacht werden und die präzise Ortung eines echten LVS-Signals behindern.
Entwarnung nach drei Stunden
Nach rund drei Stunden intensiver und kräftezehrender Suche wurde der Einsatz schließlich abgebrochen. Die gesamte Fläche des Lawinenkegels war mehrfach abgesucht worden, ohne dass eine Person gefunden wurde.
"Nachdem keine Vermisstenmeldungen bei der Polizei eingegangen waren und die Suche negativ verlief, konnte der Einsatz beendet werden", erklärte Maria Riedler, Sprecherin der Bergrettung Salzburg.
Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass sich die Lawine bereits am späten Samstagnachmittag gelöst hatte. Warum die Skibrille auf dem Schneefeld lag und was die LVS-Signale auslöste, bleibt unklar. Es wird jedoch vermutet, dass es sich um technische Interferenzen handelte.
Weitere Lawinenabgänge am Wochenende
Der Vorfall im Lungau war kein Einzelfall an diesem Wochenende. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag wurden den Rettungskräften weitere Lawinenabgänge gemeldet, unter anderem in Werfen und Bad Gastein im Pongau.
Auch in diesen Fällen rückten die Einsatzkräfte zur Überprüfung aus. Laut Maria Riedler von der Bergrettung konnte jedoch in sämtlichen Fällen nach einer kurzen Überprüfung schnell Entwarnung gegeben werden. Glücklicherweise wurde an diesem Wochenende in Salzburg niemand bei einem Lawinenunfall verletzt.





