Rund 300 Einsatzkräfte und Behördenmitglieder aus Salzburg und Tirol haben bei der Katastrophenschutzübung „OLEX.26“ die Zusammenarbeit für den Krisenfall trainiert. Ein simulierter Hubschrauberabsturz in Hochfilzen und die Stabsarbeit bei einer extremen Wetterlage standen im Mittelpunkt der großangelegten Übung.
Die Übung fand unter Beteiligung von mehr als 24 Organisationen statt, darunter Bundesheer, Rotes Kreuz, Bergrettung und Feuerwehr. Ziel war es, die Koordination zwischen den Bundesländern und den verschiedenen Einheiten zu testen und zu verbessern, um im Ernstfall die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Umfassendes Szenario testet Krisenstäbe
Die Übung war in zwei zentrale Bereiche gegliedert: eine Stabsübung und eine Realübung im Gelände. In den Landeseinsatzstäben in Salzburg und Tirol wurde ein Szenario durchgespielt, das von einer extremen Niederschlagswelle ausging. Die Mitarbeiter der Behörden mussten Lagebilder erstellen, Informationen aus den betroffenen Gebieten sammeln und koordinierte Maßnahmen einleiten.
Dabei ging es vor allem darum, kritische Infrastrukturen aufrechtzuerhalten. Die Aufrechterhaltung der Energieversorgung, des Verkehrs und der Kommunikationsnetze stand im Fokus der strategischen Planungen. Dieser Teil der Übung diente dazu, die Informationsflüsse und Entscheidungsprozesse zwischen den Bundesländern zu optimieren.
Koordination über Bundesländergrenzen hinweg
Katastrophen wie Hochwasser oder großflächige Stromausfälle machen nicht an Bundesländergrenzen halt. Übungen wie OLEX.26 sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Einsatzorganisationen verschiedener Länder reibungslos funktioniert. Ein frühzeitiger und klar definierter Datenaustausch ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.
Markus Kurcz vom Katastrophenschutz des Landes Salzburg betonte die Komplexität der Übung: „Neben den Einsatz-, Hilfs- und Rettungsorganisationen waren Telekommunikation, Bildung, Energieversorgung, Bahn und Busverkehr, Wetterdienst und weitere Sachverständigendienste sowie die Bezirkshauptmannschaften und alle betroffenen Bereiche des Landes Salzburg mit eingebunden.“ Diese breite Beteiligung ermöglichte eine realitätsnahe Simulation der Herausforderungen.
Spektakuläre Realübung in Hochfilzen
Der Höhepunkt von OLEX.26 war eine großangelegte Realübung am Truppenübungsplatz in Hochfilzen, Tirol. Hier wurde ein dramatisches Szenario nachgestellt: der Absturz eines Hubschraubers, der sofort in Brand geriet, gefolgt von einem Lawinenabgang. Rund 200 Einsatzkräfte mussten unter schwierigen Bedingungen und enormem Zeitdruck zusammenarbeiten.
Fakten zur Übung OLEX.26
- Teilnehmer gesamt: 300 Personen
- Einsatzkräfte (Realübung): ca. 200
- Behördenmitarbeiter (Stabsübung): ca. 100
- Beteiligte Organisationen: Mehr als 24
- Szenario 1: Extreme Niederschlagswelle (Stabsübung)
- Szenario 2: Hubschrauberabsturz und Lawine (Realübung)
Für maximale Realitätsnähe wurde ein echtes Hubschrauberwrack auf dem Übungsgelände platziert und kontrolliert in Brand gesetzt. Während die Feuerwehr den Brand löschte, begannen andere Teams sofort mit der Suche nach Verletzten. Gleichzeitig mussten Lawinensuchhunde und Bergretter das angrenzende steile Gelände nach Verschütteten absuchen.
Herausforderungen im Gelände
Die Einsatzkräfte standen vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Die Sicht war schlecht, und die Koordination der unterschiedlichen Einheiten – von der Alpinpolizei über die Bergrettung bis hin zu den Sanitätern des Roten Kreuzes – erforderte präzise Kommunikation. Die Bergung der Verletzten aus dem unwegsamen Gelände und die Vorbereitung für den Abtransport per Hubschrauber und am Boden waren logistisch anspruchsvoll.
Die Übung, die federführend vom Österreichischen Bundesheer organisiert wurde, demonstrierte eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Rettungskette. Jeder Handgriff musste sitzen, um die Überlebenschancen der fiktiven Opfer zu maximieren.
Positive Bilanz und wichtige Erkenntnisse
Sowohl die Stabs- als auch die Realübung wurden von externen Experten beobachtet und evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun genutzt werden, um die Abläufe für zukünftige Einsätze weiter zu optimieren. Ein zentrales Ergebnis war, dass die Zusammenarbeit zwischen Salzburg und Tirol grundsätzlich sehr gut funktioniert.
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle zog ein positives Fazit:
„Die OLEX.26 hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit Salzburg im Ernstfall bestens funktioniert.“
Auch Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karoline Edtstadler zeigte sich beeindruckt von der Professionalität der Teilnehmer:
„Zu sehen, mit welcher Sorgfalt und Verantwortung hier gearbeitet wird, gibt ein sehr gutes Gefühl, dass wir für Krisensituationen bestens vorbereitet sind.“
Als ein Bereich mit Verbesserungspotenzial wurde der frühzeitige Datenaustausch zwischen den Bundesländern identifiziert. Die Abstimmung bei sich anbahnenden Katastrophenereignissen soll künftig noch schneller und strukturierter erfolgen. Regelmäßige Übungen wie OLEX.26 sind unerlässlich, um auf komplexe Krisen vorbereitet zu sein und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.





