Ein technischer Defekt an einem Stellwerk hat am Montagmorgen den gesamten Zugverkehr am Salzburger Hauptbahnhof für mehrere Stunden zum Erliegen gebracht. Tausende Pendler und Reisende waren von massiven Verspätungen und Zugausfällen betroffen, die Auswirkungen waren bis in den Vormittag spürbar.
Die Störung trat gegen 3:30 Uhr in der Früh auf und betraf die zentrale Steuerungseinheit für Weichen und Signale. Ohne diese Anlage ist ein sicherer Bahnbetrieb nicht möglich. Die Reparatur dauerte mehrere Stunden, was zu einem erheblichen Rückstau im gesamten Schienennetz führte.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Stellwerksausfall am Salzburger Hauptbahnhof verursachte am Montag ein stundenlanges Zugchaos.
- Die Störung begann um 3:30 Uhr und wurde um 6:40 Uhr behoben.
- Verspätungen von bis zu drei Stunden und zahlreiche Zugausfälle waren die Folge.
- Tausende Pendler und Fernreisende waren von den Problemen betroffen.
- Die ÖBB entschuldigten sich bei den betroffenen Fahrgästen für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Der Morgen des Stillstands
Der Ausfall des Stellwerks am frühen Montagmorgen hatte unmittelbare und weitreichende Folgen. Zunächst waren nur einige Nachtzüge betroffen, die ihre Fahrt nicht planmäßig fortsetzen konnten. Doch mit dem Einsetzen des morgendlichen Pendlerverkehrs spitzte sich die Lage dramatisch zu.
Die Anzeigetafeln am Bahnhof zeigten ein Bild des Chaos: Eine Verbindung nach der anderen wurde als verspätet oder gestrichen markiert. Besonders betroffen waren die wichtigen Pendlerstrecken von und nach Straßwalchen im Flachgau, Golling im Tennengau sowie in Richtung Saalfelden im Pinzgau. Für viele Berufstätige und Schüler begann der Tag mit langen Wartezeiten und Ungewissheit.
Fernverkehr massiv beeinträchtigt
Auch der nationale und internationale Fernverkehr kam fast vollständig zum Erliegen. Züge auf den Hauptachsen nach Wien, München, Budapest, Villach oder Zürich sammelten Verspätungen von bis zu drei Stunden an. Reisende, die auf Anschlussverbindungen angewiesen waren, sahen sich mit erheblichen Problemen konfrontiert.
Besonders kritisch war die Situation für Passagiere, die die Direktverbindung zum Flughafen Wien nutzen wollten. Viele von ihnen dürften ihre Flüge aufgrund der massiven Verzögerungen verpasst haben, was die Störung zu einem überregionalen Problem machte.
Was ist ein Stellwerk?
Ein Stellwerk ist das Gehirn eines Bahnhofs. Es ist eine technische Anlage, die für die Steuerung der Weichen und Signale verantwortlich ist. Von hier aus wird der gesamte Zugverkehr in einem bestimmten Bereich koordiniert und gesichert. Fällt ein Stellwerk aus, können Züge nicht mehr sicher geleitet werden, was einen sofortigen Betriebsstillstand zur Folge hat.
Die mühsame Wiederaufnahme des Betriebs
Obwohl die Techniker der ÖBB den Schaden am Stellwerk gegen 6:40 Uhr beheben konnten, war das Chaos damit noch lange nicht vorbei. Es dauerte weitere drei Stunden, bis sich der Zugverkehr langsam wieder normalisierte. Die Auswirkungen der Störung zogen sich bis weit in den Vormittag hinein.
Christoph Gasser-Mair, Sprecher der ÖBB, erklärte die langanhaltenden Probleme nach der Reparatur.
„Sie müssen sich vorstellen, die Züge stehen ja an Bahnsteigen und müssen dort die Dauer dieser Unterbrechung abwarten. Das heißt in weiterer Folge, dass dann bei Wiederaufnahme des Betriebes die Zuggarnituren leider nicht an diesem Platz sind, wo sie zu diesem Zeitpunkt sein sollen.“
Dieser logistische Dominoeffekt führte dazu, dass auch nach der technischen Entwarnung weitere Züge ausfielen oder mit großer Verspätung verkehrten. Die ÖBB betonten, dass sie sich bei allen betroffenen Passagieren ausdrücklich für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen.
Pünktlichkeit der ÖBB im landesweiten Vergleich
Trotz des Vorfalls am Montag ziehen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) für das laufende Jahr eine überwiegend positive Bilanz in Sachen Pünktlichkeit. Laut einer aktuellen Mitteilung des Unternehmens wurde die angestrebte Ankunfts- und Abfahrtszeit bei den meisten Verbindungen eingehalten.
Pünktlichkeitsstatistik der ÖBB
- Januar bis November 2025: 95 % der Züge waren pünktlich.
- Vergleich 2023: 93 % der Züge waren pünktlich.
- Definition von Pünktlichkeit: Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat.
Die Statistik zeigt eine Verbesserung im Vergleich zu früheren Jahren. Während im Jahr 2023 noch sieben Prozent der Züge als unpünktlich galten, waren es im laufenden Jahr bisher nur fünf Prozent. Das bedeutet, dass nur jeder zwanzigste Zug sein Ziel mit mehr als fünf Minuten Verspätung erreichte.
Im Vergleich dazu wies die private Westbahn im Vorjahr eine Pünktlichkeit von fast 87 Prozent in ihrem österreichischen Streckennetz auf. Die aktuellen Zahlen der ÖBB deuten auf eine positive Entwicklung hin, auch wenn einzelne Großstörungen wie jene in Salzburg das Bild für die betroffenen Reisenden trüben.
Für die Fahrgäste am Salzburger Hauptbahnhof war der Montag jedoch ein Stresstest. Die mehrstündige Unterbrechung hat erneut gezeigt, wie anfällig ein komplexes Bahnsystem für technische Störungen sein kann und welche weitreichenden Konsequenzen ein einzelner Ausfall nach sich ziehen kann.





