In Grödig bei Salzburg entsteht auf dem Areal der ehemaligen Schokoladenfabrik ein modernes Büro- und Gewerbequartier. Nach dem Konkurs der Salzburg Schokolade im vergangenen Jahr investieren zwei Salzburger Immobilienentwickler rund 15 Millionen Euro in die Umwandlung des historischen Standorts. Die ersten Mieter sollen bereits im Juni einziehen.
Das Projekt mit dem Namen „Quartier Schokofabrik“ schafft auf fast 19.000 Quadratmetern Platz für rund 400 Arbeitsplätze und bewahrt dabei bewusst die industrielle Substanz des traditionsreichen Gebäudes.
Das Wichtigste in Kürze
- Die ehemalige Salzburg Schokolade Fabrik in Grödig wird zum „Quartier Schokofabrik“ umgebaut.
- Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 15 Millionen Euro.
- Es entstehen 20 neue Büro- und Gewerbeflächen für bis zu 400 Beschäftigte.
- Die Eröffnung ist für Juni geplant, die vollständige Fertigstellung für Oktober.
- Zwei Drittel der Flächen sind bereits vermietet oder verkauft.
Vom süßen Ende zum neuen Anfang
Wo einst der Duft von Schokolade in der Luft lag, bestimmen heute Baumaschinen und Kräne das Bild. Nach der Insolvenz und Schließung der traditionsreichen Salzburg Schokolade im Mai letzten Jahres stand die Zukunft des Fabrikgeländes in Grödig zunächst in den Sternen. Nun wird dem Areal neues Leben eingehaucht.
Die Salzburger Immobilienentwickler Marco Sillaber und Franz Stiller haben das Gelände übernommen und treiben eine umfassende Transformation voran. Statt eines Abrisses setzen die Investoren auf eine nachhaltige Revitalisierung des Bestandsgebäudes aus den 1950er-Jahren.
Ein Standort mit Geschichte
Die Salzburg Schokolade war über Jahrzehnte ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und bekannt für ihre Süßwaren. Der Konkurs im Jahr 2022 markierte das Ende einer Ära und hinterließ eine große Industriebrache am Ortseingang von Grödig. Die Umnutzung des Areals ist daher nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein städtebauliches Signal für die Gemeinde.
Derzeit arbeiten rund 80 Bauarbeiter auf der Baustelle, um die alten Fabrikhallen in moderne Gewerbeflächen zu verwandeln. Der Zeitplan ist ambitioniert: Bereits im Juni sollen die ersten Unternehmen ihre neuen Räumlichkeiten beziehen können. Die vollständige Fertigstellung des gesamten Komplexes ist für Oktober dieses Jahres anvisiert.
Ein modernes Quartier mit industriellem Charme
Das neue „Quartier Schokofabrik“ wird eine Nutzfläche von fast 19.000 Quadratmetern umfassen. Die Investoren legen Wert darauf, den industriellen Charakter der alten Hallen zu erhalten und gleichzeitig eine moderne Arbeitsumgebung zu schaffen. „Nachhaltiges Bauen basiert darauf, dass das Bestandsgebäude erhalten wird“, erklärt Marco Sillaber, der bereits Erfahrung mit der Umwandlung von Industriearealen wie dem Gusswerk oder der Panzerhalle gesammelt hat.
„Die gesamte graue Energie, die in einem solchen Gebäude steckt, bleibt erhalten und wird nicht noch einmal zerstört, um es neu zu bauen.“
Durch den Erhalt der Grundstruktur werden Ressourcen geschont und der besondere Charakter des Ortes bewahrt. Gezielte Eingriffe, wie das Schaffen neuer Öffnungen für mehr Tageslicht, modernisieren das Gebäude für die neuen Anforderungen.
Zahlen und Fakten zum Projekt
- Gesamtinvestition: ca. 15 Millionen Euro
- Nutzfläche: fast 19.000 Quadratmeter
- Büro- & Gewerbeflächen: 20 Einheiten
- Geplante Arbeitsplätze: bis zu 400
- Parkplätze: 340 (Tiefgarage und Außenstellplätze)
Ein wesentlicher Teil der Investition floss auch in die Infrastruktur. Für 2,5 Millionen Euro wurde ein angrenzendes Grundstück erworben, um eine Tiefgarage und ausreichend Parkplätze für die zukünftigen Mitarbeiter und Kunden zu schaffen.
Vielfältiger Mietermix bereits gesichert
Das Interesse an den neuen Flächen ist groß. Investor Franz Stiller bestätigte, dass bereits zwei Drittel der 20 verfügbaren Büro- und Gewerbeeinheiten vergeben sind. Der Mietermix ist bewusst breit gefächert, um ein dynamisches und kreatives Umfeld zu schaffen.
„Wir haben ein Designunternehmen, wir haben ein pharmazeutisches Unternehmen, wir haben eine größere Unternehmensberatung, einen Handelsbetrieb – und das passt alles sehr gut zusammen“, so Stiller. Diese Vielfalt soll Synergien zwischen den angesiedelten Firmen fördern und das Quartier zu einem lebendigen Wirtschaftsstandort machen.
Infrastruktur für den Arbeitsalltag
Bewusst wurde auf eine große Eventlocation verzichtet. Stattdessen liegt der Fokus auf der Schaffung einer optimalen Arbeitsumgebung. Eine kleine Kantine und ein Café sind geplant, die sowohl der Versorgung der Mitarbeiter dienen als auch als Treffpunkt für Kundengespräche genutzt werden können.
Dieser pragmatische Ansatz soll sicherstellen, dass das „Quartier Schokofabrik“ primär ein Ort des Arbeitens und des professionellen Austauschs wird. Die Kombination aus historischer Bausubstanz, moderner Ausstattung und einem durchdachten Nutzungskonzept verspricht, den ehemaligen Produktionsstandort in eine neue, erfolgreiche Zukunft zu führen und zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde Grödig zu werden.





