Die geplante Sanierung des Großen Festspielhauses in Salzburg könnte weniger einschneidend ausfallen als bisher angenommen. Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat das Direktorium beauftragt zu prüfen, ob die ursprünglich vorgesehene zweijährige Sperre des Hauses auf ein einziges Jahr verkürzt werden kann. Ziel ist es, den Spielbetrieb zu sichern und in wirtschaftlich angespannten Zeiten Kosten zu senken.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sperre des Großen Festspielhauses könnte von zwei Jahren auf ein Jahr (2028) reduziert werden.
- Eine Entscheidung über den Standort der Ersatzspielstätte wird bis Februar 2026 erwartet.
- Zwei Standorte für die Interimsbühne werden geprüft: ein Areal in Maxglan und eine Fläche im Nonntal.
- Der Fokus liegt auf Kosteneinsparungen beim gesamten Sanierungsprojekt und bei der Ersatzspielstätte.
Ein Jahr statt zwei? Neue Pläne für die Sanierung
Die Verantwortlichen der Salzburger Festspiele ziehen eine bedeutende Änderung im Zeitplan für die Generalsanierung des Großen Festspielhauses in Betracht. Anstatt das Haus für zwei Jahre zu schließen, soll nun die Möglichkeit einer Schließung nur für das Jahr 2028 untersucht werden.
Zusätzlich wird geprüft, ob unaufschiebbare Sanierungsarbeiten schrittweise zwischen den regulären Spielzeiten durchgeführt werden können. Dieser Ansatz soll den durchgehenden Betrieb so lange wie möglich aufrechterhalten.
Hintergrund der Entscheidung
Die Prüfung einer verkürzten Sperrzeit ist eine Reaktion auf die wirtschaftlich herausfordernde Lage. Ein durchgehender Spielbetrieb minimiert Einnahmeverluste und reduziert die Belastung für die öffentlichen Budgets. Gleichzeitig soll damit Planungssicherheit für die künstlerische Leitung und das Publikum geschaffen werden.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betonte, das Ziel sei es, „Planungssicherheit für den Spielbetrieb zu schaffen, die Budgets in wirtschaftlich herausfordernden Jahren zu entlasten und insgesamt Kosten zu sparen“.
Die Suche nach der perfekten Ausweichbühne
Eine der zentralen Herausforderungen des Projekts ist die Schaffung einer adäquaten Ersatzspielstätte für die Zeit der Schließung. Die Entscheidung über den Standort dieser Interimsbühne ist von großer Dringlichkeit, da die künstlerische Leitung Vorlaufzeit für die Detailplanung benötigt. Eine endgültige Entscheidung muss daher bis spätestens Februar 2026 fallen.
Zwei Standorte in der engeren Auswahl
Die Stadtplanung hat zwei mögliche Flächen für die temporäre Bühne vorgeschlagen, die nun eingehend geprüft werden:
- Areal bei der Stiegl-Brauerei: Eine Fläche im Stadtteil Maxglan, die logistisch gut angebunden ist.
- Fläche des Stiftes St. Josef: Ein Grundstück im Stadtteil Nonntal, das ebenfalls Potenzial bietet.
Bürgermeister Bernhard Auinger erklärte, dass man zusätzlich den Auftrag erteilt habe, zu prüfen, wo weitere Kosten reduziert werden könnten, insbesondere im Zusammenhang mit der Interimsspielstätte.
„Die Entscheidung über den Standort der Ersatz-Spielstätte muss spätestens im Februar 2026 fallen, damit die künstlerische Leitung rechtzeitig in die Detailplanung einsteigen kann.“ – Bürgermeister Bernhard Auinger
Kosten und Nutzung der Interimsspielstätte
Für die Errichtung der Ersatzspielstätte sowie für weitere notwendige Ausweichflächen, etwa für Werkstätten und Proberäume, ist ein erhebliches Budget vorgesehen. Die Kosten hierfür werden auf bis zu 34,8 Millionen Euro geschätzt.
Mehr als nur ein Festspiel-Ersatz
Ein wichtiger Punkt für alle beteiligten Gebietskörperschaften – Bund, Land und Stadt – ist die nachhaltige Nutzung der Interimsbühne. Sie soll nicht ausschließlich den Salzburger Festspielen dienen, sondern auch anderen wichtigen Kulturveranstaltern zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem die Osterfestspiele, das Salzburger Adventsingen und Veranstaltungen der Salzburger Kulturvereinigung.
Diese Mehrfachnutzung soll die hohen Investitionskosten rechtfertigen und das kulturelle Angebot in Salzburg auch während der Umbauphase sichern und bereichern.
Weitere Entscheidungen stehen bevor
Während die Sanierungspläne konkretisiert werden, laufen im Hintergrund weitere wichtige Prozesse. Die Ausschreibungen für die Bauarbeiten sind bereits im Gange. Das Kuratorium erwartet, in seiner Sitzung im Februar 2026 konkrete Zahlen zu den Baukosten und den Einsparpotenzialen vorgelegt zu bekommen.
Neubesetzung der Schauspielleitung
Auch personelle Weichen werden gestellt. Die Ausschreibung für die Leitung des Schauspielbereichs der Festspiele endet am 14. Dezember. Die Auswahl liegt in der Verantwortung von Intendant Markus Hinterhäuser, der dem Kuratorium volle Transparenz zugesichert hat. Auch hier wird mit einer Entscheidung und der formellen Bestätigung durch das Kuratorium im Februar 2026 gerechnet.
Die öffentlich geäußerte Kritik der ehemaligen Schauspielchefin Marina Davydova am Umgangston des Intendanten war indes kein offizieller Tagesordnungspunkt der jüngsten Sitzung. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass man eine schriftliche Stellungnahme von Markus Hinterhäuser zur Kenntnis genommen habe.





