Kurz vor Weihnachten erschüttert eine weitere Insolvenz den österreichischen Einzelhandel. Die Panthax GmbH, ein Händler für Mode- und Lifestyleartikel, hat am Handelsgericht Wien einen Konkursantrag gestellt. Von der Schließung sind 57 Mitarbeiter und zehn Standorte betroffen, darunter auch die Filiale in Eugendorf bei Salzburg.
Die Nachricht wurde vom Kreditschutzverband KSV1870 am Montag bekannt gegeben. Das Unternehmen, das früher unter dem Namen Higgins GmbH firmierte, plant keine Fortführung des Geschäftsbetriebs. Die Passiva belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, denen etwa 220 Gläubiger gegenüberstehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Panthax GmbH (Modehandel) hat Konkurs angemeldet.
- Die Schulden belaufen sich auf circa 1,5 Millionen Euro.
- Insgesamt 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
- Alle zehn Standorte, einschließlich der Filiale in Eugendorf, werden geschlossen.
- Eine Sanierung oder Fortführung des Unternehmens ist nicht geplant.
Ein plötzliches Ende für zehn Standorte
Die Panthax GmbH hat die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt. Dieser Schritt bedeutet das endgültige Aus für ein Unternehmen, das an zehn Standorten in mehreren Bundesländern aktiv war. Für die Region Salzburg ist insbesondere die Schließung der Filiale in der Gemeinde Eugendorf ein Verlust.
Die Entscheidung, den Betrieb nicht weiterzuführen, ist ein klares Signal, dass keine Rettung mehr möglich schien. Laut dem KSV1870 strebt die Schuldnerin keine Sanierung an. Das bedeutet, dass die verbleibenden Vermögenswerte liquidiert werden, um die Forderungen der Gläubiger so weit wie möglich zu bedienen.
Was ist ein Konkursverfahren?
Ein Konkursverfahren wird eröffnet, wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig ist und seine Schulden nicht mehr begleichen kann. Ziel ist es, das verbliebene Vermögen des Unternehmens gerecht unter den Gläubigern aufzuteilen. Wenn keine Fortführung geplant ist, führt dies zur Zerschlagung und Schließung des Unternehmens.
Die Gründe für das Scheitern
Als Hauptursachen für die finanzielle Schieflage nannte die Geschäftsführung gegenüber dem Kreditschutzverband vor allem zwei Faktoren: hohe Investitionskosten und unzureichende Umsätze. Diese Kombination erwies sich als fatal für die Liquidität des Unternehmens.
Experten sehen darin ein typisches Muster für viele Unternehmen im stationären Einzelhandel. Der Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel, gestiegene Mieten für Geschäftsflächen und verändertes Kaufverhalten der Konsumenten setzen viele traditionelle Händler unter Druck. Hohe Investitionen, etwa in die Modernisierung von Filialen, können sich nur dann rentieren, wenn gleichzeitig die Umsätze stabil bleiben oder wachsen.
Die Insolvenz in Zahlen
- Betroffene Mitarbeiter: 57
- Anzahl der Gläubiger: 220
- Höhe der Passiva: ca. 1,5 Millionen Euro
- Betroffene Standorte: 10 in Österreich
Schwere Zeiten für Mitarbeiter und Gläubiger
Die Insolvenz trifft die 57 Angestellten besonders hart, da die Nachricht kurz vor den Weihnachtsfeiertagen kommt. Sie stehen nun vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Ihre offenen Lohn- und Gehaltsforderungen sind durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds abgesichert, doch der Verlust des Arbeitsplatzes bleibt eine große Belastung.
Auch für die rund 220 Gläubiger beginnt eine Zeit der Unsicherheit. Sie müssen ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden und hoffen, einen Teil ihres Geldes zurückzuerhalten. Bei einer Liquidation fällt die Quote – also der prozentuale Anteil, den die Gläubiger von ihren Forderungen zurückerhalten – oft gering aus.
„Laut eigenen Angaben strebt die Schuldnerin keine Fortführung des Unternehmens an“, erklärte Alexander Greifeneder vom KSV1870 in einer offiziellen Aussendung. Dies bestätigt das endgültige Aus für die Modekette.
Auswirkungen auf den Standort Eugendorf
Mit der Schließung der Filiale in Eugendorf verliert die Gemeinde einen weiteren Anbieter im Mode- und Lifestyle-Segment. Für den lokalen Einzelhandel bedeutet jede Schließung einen Rückschlag, da sie die Attraktivität des Standorts mindern und zu Leerstand führen kann. Die betroffenen Mitarbeiter aus der Region müssen sich nun neue Arbeitsplätze suchen.
Die Insolvenz der Panthax GmbH ist ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, mit denen der stationäre Handel in Österreich konfrontiert ist. Der Fall zeigt, dass selbst etablierte Unternehmen mit mehreren Standorten schnell in Schwierigkeiten geraten können, wenn Investitionen und Umsätze nicht im Gleichgewicht sind.
Der KSV1870 wies darauf hin, dass die vom Unternehmen gemachten Angaben zur Insolvenzursache noch nicht unabhängig überprüft werden konnten. Das nun beginnende Konkursverfahren unter der Leitung eines Insolvenzverwalters wird die genauen Hintergründe der Zahlungsunfähigkeit aufklären und die Abwicklung des Unternehmens organisieren.





