Der Salzburger Arbeitsmarkt zeigt sich zu Beginn des Jahres robust, verzeichnet jedoch leichte Spannungen. Die Arbeitslosenquote lag Ende Februar bei 4,8 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Trotz dieses leichten Anstiegs behauptet Salzburg im Bundesländervergleich weiterhin eine Spitzenposition.
Insgesamt waren 13.976 Personen beim AMS Salzburg als arbeitslos vorgemerkt. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Frauen und älteren Arbeitnehmern, während die Arbeitslosigkeit bei Männern und Jugendlichen leicht rückläufig war.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Arbeitslosenquote in Salzburg stieg im Februar leicht auf 4,8 Prozent.
- Im Österreichvergleich hat Salzburg die zweitniedrigste Quote nach Tirol.
- Die Arbeitslosigkeit bei Frauen und Personen über 50 Jahren hat zugenommen.
- Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist um fast 23 Prozent gestiegen.
- Regional gibt es deutliche Unterschiede, mit einem Anstieg in den Zentralräumen.
Salzburgs Arbeitsmarkt im Bundesvergleich
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent Ende Februar bleibt die Lage am Salzburger Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist mit 0,1 Prozentpunkten minimal. Im gesamtösterreichischen Kontext steht das Bundesland gut da und weist nach Tirol die zweitniedrigste Quote auf.
Der Österreichschnitt liegt mit 8,3 Prozent deutlich höher. Dies unterstreicht die nach wie vor starke Position der regionalen Wirtschaft, auch wenn erste Eintrübungen sichtbar werden. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten wird vorläufig auf 278.000 geschätzt, was einem leichten Rückgang von 1.000 Personen oder 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Zahlen im Überblick: Februar 2024
- Arbeitslose Personen: 13.976 (+2,5 % zum Vorjahr)
- Arbeitslosenquote: 4,8 % (+0,1 Prozentpunkte)
- Offene Stellen: 5.304
- Beschäftigte (Schätzung): 278.000 (-0,3 %)
Unterschiedliche Entwicklungen bei Männern und Frauen
Ein genauerer Blick auf die Statistik offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während die Zahl der arbeitslosen Männer leicht um 0,3 Prozent auf 8.849 sank, stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen deutlich an. Hier wurde ein Zuwachs von 7,9 Prozent auf 5.127 Personen verzeichnet.
Diese Entwicklung deutet auf strukturelle Herausforderungen hin, die Frauen am Arbeitsmarkt stärker betreffen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von branchenspezifischen Konjunkturschwankungen bis hin zu veränderten Rahmenbedingungen.
Ältere Arbeitnehmer und Langzeitarbeitslose im Fokus
Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den höheren Altersgruppen. Bei den über 50-Jährigen gab es einen Zuwachs von 4,6 Prozent auf 4.202 Personen. Noch drastischer fällt die Entwicklung in der Gruppe der 60- bis 65-Jährigen aus.
Anhebung des Pensionsalters für Frauen zeigt Wirkung
AMS-Landesgeschäftsführerin Julia Kröll verweist auf einen spezifischen Faktor für den starken Anstieg in der Altersgruppe 60 plus.
„Bei der Altersgruppe der 60- bis unter 65-Jährigen ist sogar ein Anstieg um 14,2 Prozent auf 949 Personen zu verzeichnen. Hier sind – bedingt durch die Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters – vor allem Frauen betroffen (+67,4 Prozent).“
Diese Zahl zeigt, wie sich gesetzliche Änderungen direkt auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Die schrittweise Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen führt dazu, dass mehr Frauen in diesem Alter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und bei Jobverlust als arbeitslos gemeldet werden.
Hintergrund: Langzeitarbeitslosigkeit
Die Zahl der Menschen, die bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, ist im Bundesland markant gestiegen. Mit 2.446 Personen waren es um 453 mehr als im Vorjahr, was einem Anstieg von 22,7 Prozent entspricht. Ein wesentlicher Faktor sind gesundheitliche Einschränkungen: 1.495 der Langzeitarbeitslosen (61,1 Prozent) sind davon betroffen, was die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zusätzlich erschwert.
Regionales Gefälle innerhalb Salzburgs
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verläuft nicht in allen Bezirken gleich. Während drei Bezirke einen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen, steigt sie in den anderen drei an. Die stärksten Zuwächse sind im Zentralraum zu beobachten.
Der Flachgau (Salzburg-Umgebung) verzeichnete mit einem Plus von 6,4 Prozent (+177 Personen) den größten prozentuellen Anstieg. Dicht gefolgt von der Stadt Salzburg, wo die Zahl der Arbeitslosen um 4,3 Prozent (+235 Personen) auf 5.670 stieg. Auch im Pongau gab es einen marginalen Anstieg.
Im Gegensatz dazu war die Entwicklung im Pinzgau, Tennengau und Lungau positiv, hier sank die Zahl der arbeitslosen Personen. Dieses Gefälle spiegelt die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur und Dynamik innerhalb des Bundeslandes wider.
Lehrstellenmarkt: Weniger Angebote, mehr Suchende
Am Lehrstellenmarkt hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr gedreht. Die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg um 12,8 Prozent auf 431 Personen an. Gleichzeitig sank die Zahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen deutlich um 25,7 Prozent auf 607.
Obwohl es rein rechnerisch immer noch mehr offene Stellen als Suchende gibt, hat sich die Lücke verkleinert. Dies könnte für Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung eine größere Herausforderung bedeuten und signalisiert eine gewisse Zurückhaltung bei den Unternehmen, neue Ausbildungsplätze zu schaffen.
Trotz der leichten Eintrübung stehen den aktuell 13.976 arbeitslosen Personen im Bundesland 5.304 offene und sofort verfügbare Stellen gegenüber. Dies zeigt, dass der Bedarf an Arbeitskräften in vielen Branchen weiterhin hoch ist.





