In einer Zeit, in der viele Handwerksberufe um Nachwuchs ringen, setzt ein junger Mann aus Lochen am See ein starkes Zeichen für die Zukunft seines Fachs. Mit nur 20 Jahren hat Fabian Baischer die Meisterprüfung im Fleischerhandwerk abgelegt und sichert damit nicht nur seine eigene berufliche Zukunft, sondern auch den Fortbestand des traditionsreichen Familienbetriebs in dritter Generation.
Das Wichtigste in Kürze
- Fabian Baischer aus Lochen am See hat mit 20 Jahren die Meisterprüfung zum Fleischer bestanden.
- Er führt den Familienbetrieb Baischer in die dritte Generation und arbeitet eng mit seinem Vater und Großvater zusammen.
- Der kleine Ort Lochen mit rund 3.000 Einwohnern beheimatet drei erfolgreiche, unabhängige Fleischereien.
- Die Familie Baischer ist, wie ihre lokalen Mitbewerber, ein fester Bestandteil des Salzburger Schranne-Marktes.
Ein Weg abseits des Klassenzimmers
Für viele Jugendliche ist der Weg nach der Pflichtschule klar vorgezeichnet: Matura, Studium, Bürojob. Fabian Baischer wählte einen anderen Pfad. Schon früh wurde ihm klar, dass seine Leidenschaft nicht in Büchern, sondern in der praktischen Arbeit liegt. „Die Schule war einfach nicht meins“, gibt er unumwunden zu. Stattdessen fand er seine Erfüllung in der Lehre, wo er sein Talent und seine Begeisterung für das Fleischerhandwerk entdeckte.
Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Während Gleichaltrige noch über ihre berufliche Zukunft nachdachten, hatte Fabian bereits ein klares Ziel vor Augen. Die Ausbildung absolvierte er mit Bravour, angetrieben von der Aussicht, eines Tages den Betrieb zu übernehmen, den sein Großvater Alois aufgebaut hatte. Sein Engagement und seine Zielstrebigkeit gipfelten nun in der bestandenen Meisterprüfung – ein Meilenstein, der ihn zu einem der jüngsten Fleischermeister des Landes macht.
Das Fleischerhandwerk in Österreich
Das Fleischerhandwerk ist ein traditioneller Beruf, der hohes Fachwissen, handwerkliches Geschick und strenge Hygienevorschriften erfordert. Die Meisterprüfung gilt als höchste Qualifikation und berechtigt zur Führung eines eigenen Betriebs sowie zur Ausbildung von Lehrlingen. In den letzten Jahren kämpft die Branche, wie viele andere Handwerkszweige auch, mit einem Nachwuchsmangel. Erfolgsgeschichten wie die von Fabian Baischer sind daher wichtige Signale für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Berufs.
Drei Generationen unter einem Dach
Die Metzgerei Baischer in Lochen ist mehr als nur ein Geschäft; sie ist ein echtes Familienunternehmen, in dem Wissen und Werte über Generationen weitergegeben werden. Der Betrieb wird von drei Generationen gemeinsam geführt, was in der heutigen schnelllebigen Wirtschaft eine Seltenheit ist.
An der Spitze steht noch immer Großvater Alois Baischer, 76, der den Grundstein für den Erfolg legte. Sein Sohn, Gerhard Baischer, 50, führt die Geschäfte mit seiner Frau Sabine, 55. Nun ist mit Enkel Fabian, 20, die Zukunft gesichert. Diese enge Zusammenarbeit von Großvater, Vater und Sohn ist das Herzstück des Unternehmens. Jeder bringt seine Stärken ein: die Erfahrung von Alois, die etablierte Führung von Gerhard und der frische Wind von Fabian.
Familientradition als Erfolgsrezept
- Gründer: Alois Baischer (76 Jahre)
- Zweite Generation: Gerhard (50) und Sabine Baischer (55)
- Dritte Generation: Fabian Baischer (20 Jahre, Metzgermeister)
Diese Konstellation ermöglicht einen einzigartigen Transfer von traditionellem Wissen und modernen Techniken.
Der junge Meister plant keine radikalen Umbrüche, sondern will die bewährte Qualität des Betriebs erhalten und behutsam weiterentwickeln. „Ich habe von meinem Opa und meinem Vater alles gelernt, was wichtig ist. Darauf will ich aufbauen“, erklärt Fabian. Es geht ihm darum, die Tradition zu ehren und sie gleichzeitig fit für die Zukunft zu machen.
Lochen: Ein Dorf mit starkem Handwerk
Lochen am See, eine Gemeinde mit knapp über 3.000 Einwohnern im Bezirk Braunau, mag auf der Landkarte klein erscheinen, doch in Sachen Fleischerhandwerk ist der Ort eine Hochburg. Bemerkenswerterweise gibt es hier gleich drei florierende, voneinander unabhängige Fleischereibetriebe: Baischer, Hauer und Kriechbaum.
Diese Dichte an Qualitätsbetrieben ist außergewöhnlich und zeugt von einer starken regionalen Wirtschaft und einem hohen Qualitätsbewusstsein der Kunden. Anstatt sich als erbitterte Konkurrenten zu sehen, pflegen die Betriebe ein kollegiales Verhältnis. Ein gemeinsamer Schauplatz ihres Erfolgs ist die Salzburger Schranne, einer der bekanntesten Wochenmärkte Österreichs. Dort sind alle drei Metzger aus Lochen mit eigenen Ständen vertreten und bieten ihre Spezialitäten einem breiten Publikum an.
Die Präsenz auf der Schranne ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Aushängeschild für die Qualität und die Handwerkstradition, die in kleinen Orten wie Lochen noch hochgehalten wird.
Der Erfolg der drei Betriebe zeigt, dass lokales Handwerk und regionale Produkte eine starke Nachfrage erfahren. Kunden schätzen die persönliche Beratung, die nachvollziehbare Herkunft des Fleisches und die traditionelle Verarbeitung, die in großen Supermarktketten oft nicht mehr zu finden ist.
Die Zukunft des Handwerks ist gesichert
Fabian Baischers Werdegang ist ein inspirierendes Beispiel. Er zeigt, dass eine Lehre und eine Karriere im Handwerk nicht nur eine Alternative, sondern eine erstklassige berufliche Perspektive sein können. Sein Erfolg widerlegt das Vorurteil, dass nur akademische Laufbahnen zu Ansehen und Zufriedenheit führen.
Für den Familienbetrieb Baischer bedeutet sein Meistertitel vor allem eines: Sicherheit. Die Nachfolge ist geklärt, und das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen bleibt in der Familie. Fabian steht bereit, die Verantwortung zu übernehmen und die Metzgerei in eine neue Ära zu führen. Mit seiner Jugend, seiner Energie und seinem Respekt vor der Tradition bringt er die besten Voraussetzungen mit, um die Erfolgsgeschichte der Familie Baischer fortzuschreiben und das Fleischerhandwerk in der Region am Leben zu erhalten.





