Anhaltende Kälte und fehlender Niederschlag führen in Teilen Salzburgs zu einer ernsten Wasserknappheit. Zahlreiche Haushalte sind auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen, die mit Tanklöschfahrzeugen zehntausende Liter Wasser liefert, um die Grundversorgung sicherzustellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufgrund von Trockenheit und Kälte sind in Salzburg zahlreiche private Brunnen und Quellen versiegt.
- Die Feuerwehr hat bereits in elf Salzburger Gemeinden über 30 Einsätze zur Wasserversorgung durchgeführt.
- Betroffen sind alle Bezirke des Landes, von Lungau bis Flachgau.
- Die Einsatzkräfte liefern sogenanntes Brauchwasser, das nicht als Trinkwasser geeignet ist, aber für den Haushalt verwendet werden kann.
Alarmstufe in den Gemeinden: Wenn der Wasserhahn trocken bleibt
Die ungewöhnliche Kombination aus einer langen Kälteperiode und ausbleibendem Niederschlag hat im Bundesland Salzburg zu einer spürbaren Wasserknappheit geführt. Besonders betroffen sind Haushalte in ländlichen Gebieten, die nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen sind und ihre Versorgung über private Brunnen oder Quellen beziehen.
Wenn diese Quellen versiegen, bleibt der Wasserhahn trocken. Für die betroffenen Familien bedeutet dies eine erhebliche Belastung im Alltag. In dieser Notsituation springen die Freiwilligen Feuerwehren des Landes ein. Mit ihren großen Tanklöschfahrzeugen transportieren sie Wasser dorthin, wo es am dringendsten gebraucht wird.
Hintergrund: Die Ursachen der Trockenheit
Die aktuelle Situation ist das Ergebnis einer längeren Wetterperiode mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und sehr geringen Niederschlagsmengen. Gefrorene Böden können kaum Wasser aufnehmen, und das Ausbleiben von Regen oder Schnee führt dazu, dass sich die Grundwasserspiegel nicht erholen können. In der Folge sinkt die Schüttung vieler Quellen oder sie versiegen komplett.
Feuerwehr im Dauereinsatz
Die Lage ist mittlerweile so angespannt, dass die Feuerwehren in allen Salzburger Bezirken zu Wasser-Transporten ausrücken müssen. Bisher wurden 32 solcher Einsätze in elf verschiedenen Gemeinden registriert. Die betroffenen Orte reichen von Ramingstein im Lungau über Maria Alm im Pinzgau bis nach Großgmain im Flachgau.
Auch die Gemeinden Wagrain und Bischofshofen im Pongau sind von der Wasserknappheit betroffen. Die Einsätze zeigen, dass es sich nicht um ein lokales, sondern um ein flächendeckendes Problem handelt.
Logistische Herausforderung für die Helfer
Wolfgang Gimpl, der Ortsfeuerwehrkommandant von Adnet im Tennengau, beschreibt die Herausforderungen. Seine Mannschaft war bereits mehrfach im Einsatz, um die Versorgung sicherzustellen. Bei einem einzigen Einsatz lieferte die Feuerwehr Adnet 12.000 Liter Wasser an einen betroffenen Haushalt.
„Um eine solche Menge zu transportieren, sind mehrere Fahrten mit dem Tanklöschfahrzeug notwendig“, erklärt Gimpl. „Das Wasser wird dann in vorhandene Bassins oder spezielle Behälter bei den Häusern gefüllt.“
Diese Dienstleistung der Feuerwehr ist für die betroffenen Bürger kostenlos und sichert die notwendigste Versorgung mit Brauchwasser für Toiletten, Reinigung und andere häusliche Zwecke.
Wasserversorgung in Zahlen
- 11 Gemeinden in Salzburg sind offiziell betroffen.
- 32 Einsätze wurden bisher von den Feuerwehren durchgeführt.
- 12.000 Liter Wasser wurden bei einem Einsatz in Adnet geliefert.
- 10.000 Liter lieferte die Berufsfeuerwehr an den Gaisberg.
Auch die Stadt Salzburg ist betroffen
Die Wasserknappheit macht nicht vor den Toren der Landeshauptstadt halt. Auch die Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg musste bereits ausrücken, um die Wasserversorgung zu unterstützen. Ein bemerkenswerter Einsatz fand am Gaisberg statt, wo eine Wasserleitung zu einem Anwesen zugefroren war.
Die Einsatzkräfte transportierten 10.000 Liter Wasser auf den Salzburger Hausberg, um die Bewohner zu versorgen, bis die Leitung wieder funktionstüchtig war. Dieser Vorfall unterstreicht, dass die Kombination aus Frost und Trockenheit auch die städtische Infrastruktur an ihre Grenzen bringen kann.
Ausblick: Hoffnung auf Niederschlag
Die Situation bleibt vorerst angespannt. Die Feuerwehren im ganzen Land stehen bereit, um bei weiteren Versorgungsengpässen schnell Hilfe zu leisten. Für eine nachhaltige Entspannung der Lage ist jedoch eine grundlegende Änderung der Wetterlage notwendig.
Meteorologen und Hydrologen hoffen auf baldige und ergiebige Niederschläge in Form von Regen oder Schnee. Nur so können sich die Grundwasserspeicher wieder füllen und die Quellen ihre normale Schüttung erreichen. Bis dahin bleiben viele Salzburgerinnen und Salzburger auf die unermüdliche Arbeit ihrer lokalen Feuerwehren angewiesen.





