Die Hoffnung auf ein neues, großes Musikfestival für junge Menschen in Freilassing ist vorerst geplatzt. Die Stadtverwaltung hat dem geplanten zweitägigen Event auf der Freibadwiese eine Absage erteilt. Die Veranstalter, Tobias Klinger und Robert Judl, zeigen sich enttäuscht, wollen ihre Vision aber nicht aufgeben und suchen bereits nach alternativen Standorten.
Das Festival sollte auf der hinteren Liegewiese des Freibades stattfinden und bis zu 3.500 Besucher anlocken. Doch aus den Plänen wird vorerst nichts. Als Gründe für die Entscheidung werden bürokratische Hürden und finanzielle Risiken genannt, die die Stadt nicht tragen wollte. Für die Organisatoren ist dies ein Rückschlag für die Jugendkultur in der Region.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein geplantes zweitägiges Musikfestival in Freilassing wurde von der Stadtverwaltung abgesagt.
- Die Veranstaltung sollte auf der Freibadwiese stattfinden und 3.500 Besucher anziehen.
- Bürokratische Hürden und die Sorge vor einem finanziellen Defizit führten zur Absage.
- Die Organisatoren kritisieren die Entscheidung und suchen nun nach einem neuen Standort außerhalb der Stadt.
Ein ambitionierter Plan scheitert an der Bürokratie
Die Vision von Tobias Klinger und Robert Judl war klar: ein modernes Musikevent zu schaffen, das eine Lücke im kulturellen Angebot für junge Erwachsene in der Region schließt. Die Wiese hinter dem Weiher des Freilassinger Freibads schien der ideale Ort zu sein – zentral gelegen und doch mit genügend Platz für Bühne, Technik und tausende Besucher.
Doch die Umsetzung stieß auf erheblichen Widerstand. Nach Angaben der Organisatoren waren die behördlichen Auflagen komplex und die Sorgen der Stadtverwaltung vor einem möglichen finanziellen Misserfolg zu groß. Die Entscheidung gegen das Projekt wurde getroffen, bevor alle Details final geklärt werden konnten.
Die Reaktion der Veranstalter
Für die beiden Initiatoren ist die Absage mehr als nur eine geschäftliche Enttäuschung. Sie sehen darin ein Signal, das weit über ihr Projekt hinausgeht. Insbesondere Tobias Klinger äußerte sich kritisch über die Haltung der Stadt.
„Das zeigt wieder einmal, dass nicht einmal versucht wird, für die Jugend etwas auf die Beine zu stellen“, so Klinger in einer ersten Reaktion.
Diese Aussage spiegelt eine Frustration wider, die viele junge Menschen und Kulturschaffende in kleineren Städten teilen. Oftmals werden innovative Ideen durch Bedenken hinsichtlich Lärm, Sicherheit und Kosten ausgebremst, bevor sie überhaupt eine Chance zur Realisierung erhalten.
Fakten zum geplanten Festival
- Dauer: Zwei Tage
- Ort: Hintere Liegewiese am Freibad Freilassing
- Erwartete Besucher: 3.500
- Status: Von der Stadt nicht genehmigt
Die Perspektive der Stadt: Risiko versus Chance
Während die Organisatoren von einer verpassten Chance sprechen, argumentieren Stadtverwaltungen in solchen Fällen oft mit ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern und dem städtischen Haushalt. Großveranstaltungen dieser Art sind mit erheblichen Risiken verbunden. Sicherheitskonzepte müssen wasserdicht sein, Lärmschutzauflagen für Anwohner müssen eingehalten werden, und die Infrastruktur muss den Ansturm bewältigen können.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die finanzielle Haftung. Sollte ein Festival nicht die erwarteten Besucherzahlen erreichen, kann schnell ein hohes Defizit entstehen. Die Sorge, dass am Ende der Steuerzahler für Verluste aufkommen muss, ist in vielen Kommunen ein starkes Gegenargument bei der Genehmigung privat organisierter Großevents auf öffentlichem Grund.
Herausforderungen für Veranstalter in kleineren Städten
Die Organisation von Festivals außerhalb großer Metropolen ist oft ein Balanceakt. Einerseits gibt es eine hohe Nachfrage nach kulturellen Angeboten, andererseits sind die bürokratischen Hürden und die finanziellen Risiken oft ungleich höher. Themen wie Anwohnerschutz, Verkehrsanbindung und die Verfügbarkeit von professioneller Infrastruktur stellen Veranstalter immer wieder vor große Herausforderungen.
Der Blick nach vorn: Die Suche nach Alternativen
Trotz des Rückschlags in Freilassing geben Tobias Klinger und Robert Judl nicht auf. Ihr Tatendrang ist ungebrochen. Sie haben bereits angekündigt, dass sie sich nun aktiv nach alternativen Standorten für ihr Festival umsehen werden. Ihr Fokus liegt dabei auf Gemeinden im Umland, die möglicherweise offener für ein solches Projekt sind.
„Wir sind überzeugt von unserem Konzept und wissen, dass es einen großen Bedarf für ein solches Event gibt“, erklärt Judl. Die Suche konzentriert sich nun auf Flächen, die die notwendigen logistischen Voraussetzungen erfüllen und bei denen die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden konstruktiver gestaltet werden kann.
Was bedeutet das für die Region?
Die Absage des Festivals in Freilassing ist ein Dämpfer für die lokale Jugendkultur. Gleichzeitig könnte es eine Chance für eine Nachbargemeinde sein, sich als attraktiver Standort für junge, dynamische Veranstaltungen zu positionieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Vision von Klinger und Judl an einem anderen Ort Wirklichkeit werden kann.
Die Debatte wirft jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Wie viel Risiko sind Städte und Gemeinden bereit einzugehen, um kulturelle Freiräume für junge Menschen zu schaffen? Die Antwort auf diese Frage wird die kulturelle Landschaft der gesamten Region in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.





