Die Energie AG und die Hochkönig Bergbahnen GmbH arbeiten gemeinsam an einem neuen Pumpspeicherkraftwerk im Salzburger Land. Das Besondere an diesem Projekt: Ein bereits bestehender Beschneiungsteich soll als Oberwasserspeicher dienen. Diese innovative Nutzung vorhandener Infrastruktur soll den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und gleichzeitig Klimaschutz und Tourismus verbinden.
Wichtige Punkte
- Erstes Pumpspeicherkraftwerk, das einen Beschneiungsteich nutzt.
- Projektkooperation zwischen Energie AG und Hochkönig Bergbahnen.
- Der Speicherteich Dachegg wird von 70.000 auf 180.000 Quadratmeter vergrößert.
- Das Kraftwerk soll 15 MW Turbinenleistung und 20 MW Pumpbetrieb leisten.
- Spatenstich ist für 2027 geplant, Inbetriebnahme bis Sommer 2026.
Innovative Nutzung bestehender Infrastruktur
Das Konzept sieht vor, den Beschneiungsteich Dachegg in Mühlbach/Dienten ganzjährig zu nutzen. Bisher diente der Teich hauptsächlich der technischen Beschneiung der Skipisten im Winter. Zukünftig soll er eine Doppelfunktion erfüllen: Im Winter weiter für die Pistenpräparation und außerhalb der Saison als Oberwasserspeicher für das Pumpspeicherkraftwerk.
Leonhard Schitter, Vorstandschef der Energie AG, betont die Bedeutung dieser Strategie. Er sieht in der intelligenten Nutzung bestehender Anlagen einen zentralen Schlüssel für den effizienten Ausbau erneuerbarer Energien. Diese Herangehensweise spart nicht nur Ressourcen, sondern minimiert auch neue Eingriffe in die Landschaft.
Fakten zum Speicherteich Dachegg
- Aktuelle Größe: 70.000 Quadratmeter
- Geplante Größe: 180.000 Quadratmeter (bereits behördlich genehmigt)
- Nutzung: Beschneiung im Winter, Oberwasserspeicher für Kraftwerk ganzjährig
Leistung und Dimension des Kraftwerks
Das geplante Pumpspeicherkraftwerk wird eine Leistung von rund 15 Megawatt im Turbinenbetrieb und 20 Megawatt im Pumpbetrieb erreichen. Diese Kapazität ermöglicht eine Betriebszeit zur Stromerzeugung von 8 bis 10 Volllaststunden. Die Fallhöhe des Wassers beträgt etwa 550 Meter.
Diese Dimensionen sind kleiner als bei anderen Großprojekten, wie dem im Bau befindlichen Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee. Dort sind 170 Megawatt Turbinenleistung und bis zu 150 Megawatt Pumpbetrieb vorgesehen. Trotzdem leistet das Salzburger Projekt einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiespeicherung.
"Die intelligente Nutzung bestehender Infrastruktur ist ein zentraler Schlüssel, um den Ausbau erneuerbarer Energien effizient voranzutreiben."
Leonhard Schitter, Vorstandschef Energie AG
Kooperation für Klimaschutz und Tourismus
Die Zusammenarbeit zwischen der Energie AG und den Hochkönig Bergbahnen zeigt, wie verschiedene Sektoren gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten können. Angela Haslinger, Geschäftsführerin der Hochkönig Bergbahnen GmbH, hebt hervor, dass Klimaschutz und Tourismus Hand in Hand gehen können.
Durch die doppelte Nutzung des Speicherteichs entsteht eine Synergie. Die für den Wintertourismus notwendige Infrastruktur trägt nun auch zur Energiewende bei. Dies ist ein Modell für zukünftige Projekte in alpinen Regionen.
Hintergrund Pumpspeicherkraftwerke
Pumpspeicherkraftwerke sind eine bewährte Technologie zur Speicherung von Energie. Sie nutzen überschüssigen Strom, um Wasser in ein höher gelegenes Becken zu pumpen. Bei Bedarf wird das Wasser abgelassen, treibt Turbinen an und erzeugt Strom. Sie sind flexibel einsetzbar und können schnell auf Schwankungen im Stromnetz reagieren, was sie zu einem wichtigen Baustein der Energiewende macht.
Zeitplan und weitere Schritte
Die technischen Vorarbeiten für das Projekt laufen bereits im Salzburger Land. Nach erfolgreicher Genehmigung durch die Behörden ist der Spatenstich für das Jahr 2027 geplant. Die Energie AG geht davon aus, dass das Projekt bis Sommer 2026 abgeschlossen sein wird.
Die behördliche Genehmigung für die Vergrößerung des Speicherteichs Dachegg ist bereits erfolgt. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Realisierung des Vorhabens. Das Projekt trägt dazu bei, die regionale Energieversorgung zu sichern und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen.
Regionale Bedeutung des Projekts
Für die Region Salzburg bedeutet dieses Projekt eine Stärkung der Energieautarkie. Es zeigt, dass auch kleinere Anlagen einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können. Die Integration von bestehender Infrastruktur ist ein effizienter Weg, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, ohne neue große Eingriffe in die Natur vornehmen zu müssen.
Die Energie AG betont, dass die Leitungen und das Speicherbecken, die im Winter für die Beschneiung der Skipisten genutzt werden, zusätzlich während energiereicher Perioden zur Stromspeicherung verwendet werden können. Bei Bedarf wird die gespeicherte Energie ins Stromnetz eingespeist. Dies sorgt für Stabilität im Netz und unterstützt die Integration von Wind- und Solarenergie.
- Projektstart: Technische Vorarbeiten laufen
- Spatenstich: Geplant für 2027
- Inbetriebnahme: Voraussichtlich bis Sommer 2026
Die Kombination aus Tourismus und nachhaltiger Energieerzeugung könnte in Zukunft Modellcharakter für andere Alpenregionen haben. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich wirtschaftliche Interessen und ökologische Verantwortung miteinander verbinden lassen.





