Die Tourismus Salzburg GmbH (TSG) steht erneut vor einem Führungswechsel. Geschäftsführerin Beate Kassner legt ihre Funktion mit 31. Jänner nieder, nach weniger als eineinhalb Jahren im Amt. Dieser Schritt erfolgt nach internen Diskussionen und öffentlicher Kritik an ihrem Führungsstil und ihren Ausgaben.
Das Wichtigste in Kürze
- Beate Kassner, Geschäftsführerin der Tourismus Salzburg GmbH, verlässt das Unternehmen zum 31. Jänner.
- Ihr Rücktritt erfolgt nach weniger als 18 Monaten im Amt und folgt auf interne Unstimmigkeiten.
- Bürgermeister Bernhard Auinger kündigte an, die Ausschreibungskriterien für die Nachfolge zu überarbeiten und das Gehalt anzupassen.
- Dies ist der zweite kurzfristige Abgang an der Spitze der städtischen Tourismusgesellschaft in Folge.
Einvernehmliche Trennung nach kritischen Gesprächen
Die Entscheidung wurde nach einem klärenden Gespräch zwischen Beate Kassner und Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) getroffen. Offiziell wird von einer freiwilligen und einvernehmlichen Trennung gesprochen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tourismusgesellschaft wurden am Nachmittag über den bevorstehenden Wechsel informiert.
In einer offiziellen Aussendung der Stadt Salzburg wird Kassner zitiert: „Wir haben im vergangenen Jahr viel erreicht und ich bin zufrieden mit dem, was wir gemeinsam bewegt haben. Gleichzeitig sind wir in einigen zukünftigen strategischen Fragen unterschiedlicher Meinung. Daher ist jetzt ein passender Zeitpunkt mich neuen Aufgaben zu widmen.“
Monatelange Kritik im Vorfeld
Der Abgang kommt jedoch nicht unerwartet. Bereits seit dem Sommer des vergangenen Jahres gab es wiederholt öffentliche, wenn auch anonym geäußerte, Kritik an Kassners Amtsführung. Die Vorwürfe betrafen ihren Führungsstil, ihre Qualifikation und die hohen Kosten für externe Berater, die im Zuge der Entwicklung einer neuen Tourismusstrategie engagiert wurden.
Diese Unruhen führten auch zu personellen Konsequenzen innerhalb des Unternehmens, da mehrere wichtige Mitarbeiter die Gesellschaft verließen. Bürgermeister Auinger hatte sich lange schützend vor die Geschäftsführerin gestellt.
„Als Eigentümervertreter ist es natürlich meine Aufgabe, solche Kritiken ernst zu nehmen. Wenngleich ich schon dazu sagen möchte, dass diese Kritik immer anonym nach außen gekommen ist und nie an mich oder an Frau Kassner herangetragen wurde“, erklärte Auinger.
Er bestätigte jedoch, dass die anonymen Vorwürfe in vielen Gesprächen thematisiert wurden. Letztendlich schien eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr tragfähig.
Die Tourismus Salzburg GmbH (TSG)
Die TSG ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Salzburg. Sie ist für die strategische Ausrichtung und Vermarktung des Tourismus in der Stadt verantwortlich. Zu ihren Aufgabenbereichen gehören auch der Betrieb des Salzburg Congress, des Kurhauses und des Paracelsus Bades.
Die Suche nach einer neuen Führung beginnt
Mit dem Abgang von Beate Kassner dreht sich das Personalkarussell bei der TSG erneut. Ihre Vorgängerin, Christine Schönhuber, hatte ihren Vertrag ebenfalls nach nur zwei Jahren vorzeitig beendet. Die wiederholte Instabilität an der Spitze der wichtigen städtischen Gesellschaft sorgt für Diskussionen.
Um eine nachhaltigere Lösung zu finden, plant die Stadtspitze nun eine grundlegende Überarbeitung des Auswahlverfahrens. Bürgermeister Auinger kündigte an, die Ausschreibungskriterien zu ändern und auch das Gehalt für die Position nachzubessern, um ein breiteres Feld an qualifizierten Bewerbern anzusprechen. Eine Neubesetzung der Geschäftsführung wird für den Sommer angestrebt.
Kassners kurze Amtszeit und ihre Initiativen
Beate Kassner trat ihr Amt im Herbst 2022 an. Sie kam mit Erfahrung aus leitenden Positionen im Tourismus, unter anderem als Leiterin der Zillertal-Tourismus-Gesellschaft in Tirol und als stellvertretende Geschäftsleiterin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
Erfolge in der Kongressvermarktung
Trotz der kurzen Amtszeit konnte Beate Kassner Erfolge vorweisen. Laut Angaben der Stadt wurde das Kongressjahr 2025 mit einem deutlichen Plus im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen, was auf eine erfolgreiche internationale Vermarktung hindeutet.
Die Stadt würdigte in ihrer Aussendung die von Kassner gesetzten Impulse. Sie habe wichtige Weichen in Richtung eines nachhaltigen Qualitätstourismus gestellt und die Themen Digitalisierung sowie internationale Vermarktung vorangetrieben. Diese strategische Ausrichtung soll auch in Zukunft beibehalten werden.
Ausblick für den Salzburger Tourismus
Die kommenden Monate werden für die Tourismus Salzburg GmbH eine Übergangsphase sein. Die Suche nach einer neuen Führungskraft, die Stabilität und eine klare Vision für die Zukunft bringt, hat nun oberste Priorität. Die Herausforderung wird darin bestehen, eine Persönlichkeit zu finden, die nicht nur fachlich überzeugt, sondern auch in der Lage ist, das Team intern zu einen und das Vertrauen der touristischen Partner in der Stadt zu gewinnen.
Die Neuausrichtung der Ausschreibung und die Anpassung der Rahmenbedingungen sind erste Schritte, um die Attraktivität der Position zu steigern. Für die Tourismusstadt Salzburg ist eine funktionierende und stabile Führung ihrer wichtigsten Marketingorganisation von entscheidender Bedeutung, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.





