Die Pläne für die Ansiedlung des Logistikunternehmens Raben Logistics im Salzburger Stadtteil Schallmoos sorgen weiterhin für Diskussionen. Nachdem sich bereits eine Bürgerinitiative gegen das Projekt formiert hat, äußerte nun auch der Gestaltungsbeirat der Stadt Salzburg erhebliche Bedenken an den ersten architektonischen Entwürfen.
Das Gremium schickte die Planer mit einer Liste an notwendigen Überarbeitungen zurück, was eine weitere Hürde für das umstrittene Bauvorhaben darstellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die geplante Ansiedlung von Raben Logistics in Salzburg-Schallmoos ist stark umstritten.
- Eine Bürgerinitiative namens „Zukunft Schallmoos“ kämpft aktiv gegen das Bauprojekt.
- Der städtische Gestaltungsbeirat hat die ersten architektonischen Entwürfe kritisiert und fordert grundlegende Überarbeitungen.
- Die Planer müssen nun nachbessern, bevor das Projekt weiter vorangetrieben werden kann.
Großprojekt sorgt für Debatten in Schallmoos
Ein geplantes Logistikzentrum des Unternehmens Raben Logistics sorgt im Salzburger Stadtteil Schallmoos für erhebliche Unruhe. Das Projekt soll auf einer Fläche zwischen der Vilniusstraße und der Bergerbräuhofstraße entstehen und damit in einem bereits dicht besiedelten und verkehrsbelasteten Gebiet.
Seit Monaten engagiert sich die Bürgerinitiative „Zukunft Schallmoos“ gegen die Ansiedlung. Anwohner befürchten eine Zunahme des Lkw-Verkehrs, Lärmbelästigung und eine negative Auswirkung auf die Lebensqualität im Stadtteil. Die Initiative argumentiert, dass ein Logistikzentrum dieser Größenordnung nicht in ein urbanes Umfeld passe.
Architektonische Pläne fallen bei Experten durch
Nun hat das Projekt auch von offizieller Seite einen Dämpfer erhalten. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Salzburg, ein unabhängiges Gremium aus Architekten und Stadtplanern, das Bauvorhaben auf ihre städtebauliche und architektonische Qualität prüft, hat sich mit den ersten Entwürfen befasst.
Die vom Planungsbüro Goldbeck Rhomberg vorgestellten Visualisierungen konnten die Experten nicht überzeugen. In der Sitzung am Dienstag wurde deutlich, dass die vorgelegten Pläne den hohen Anforderungen an die Gestaltung des Stadtraums nicht gerecht werden. Das Gremium übte deutliche Kritik an der mangelnden Einbindung des Baukörpers in die Umgebung und der rein funktionalen Gestaltung.
Aufgaben des Gestaltungsbeirats
Der Gestaltungsbeirat der Stadt Salzburg berät die Baubehörde bei wichtigen Bauvorhaben. Seine Aufgabe ist es, die architektonische und städtebauliche Qualität von Projekten zu sichern. Obwohl seine Empfehlungen nicht rechtlich bindend sind, haben sie in der Praxis großes Gewicht und werden von der Politik und den Behörden meist berücksichtigt.
Umfangreiche Nachbesserungen gefordert
Anstatt einer Zustimmung gab der Beirat den Planern eine umfangreiche Liste an „Hausaufgaben“ mit auf den Weg. Die Experten fordern eine grundlegende Überarbeitung des Konzepts. Es geht dabei nicht nur um kosmetische Korrekturen, sondern um fundamentale Aspekte der Architektur und der städtebaulichen Integration.
Kritikpunkte betrafen unter anderem die massive Erscheinung des Gebäudes und dessen Wirkung auf das angrenzende Wohngebiet. Die Planer müssen nun nachweisen, wie das Logistikzentrum besser in das Stadtbild von Schallmoos integriert werden kann, ohne als Fremdkörper zu wirken.
Wie geht es nun weiter?
Für Raben Logistics bedeutet die Entscheidung des Gestaltungsbeirats eine Verzögerung. Die Planer von Goldbeck Rhomberg müssen die Entwürfe nun vollständig überarbeiten und dem Gremium zu einem späteren Zeitpunkt erneut vorlegen. Erst wenn der Beirat eine positive Stellungnahme abgibt, kann das Projekt in die nächste Phase des Genehmigungsverfahrens eintreten.
Hintergrund: Logistik im urbanen Raum
Die Ansiedlung von Logistikzentren in städtischen Gebieten ist ein europaweiter Trend, der jedoch oft auf Widerstand stößt. Während Unternehmen die Nähe zu Kunden und die kurzen Lieferwege schätzen („Last-Mile-Logistik“), befürchten Anwohner negative Auswirkungen wie Lärm und erhöhtes Verkehrsaufkommen. Städte stehen vor der Herausforderung, wirtschaftliche Interessen mit der Lebensqualität ihrer Bürger in Einklang zu bringen.
Die Bürgerinitiative „Zukunft Schallmoos“ sieht sich durch die Kritik der Experten bestätigt. Sie hofft, dass die strengen Auflagen und die geforderten Überarbeitungen letztlich dazu führen, dass das Projekt in seiner geplanten Form nicht realisiert wird. Der weitere Verlauf hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Planer in der Lage sind, einen Entwurf vorzulegen, der sowohl die funktionalen Anforderungen des Unternehmens erfüllt als auch die städtebaulichen und architektonischen Bedenken des Gestaltungsbeirats ausräumt.
Die Debatte um die Zukunft des Areals in Schallmoos ist damit noch lange nicht beendet und bleibt ein zentrales Thema der Salzburger Stadtentwicklung.





