Der Salzburger Stadtsenat hat am Montagnachmittag einstimmig den Weg für ein bedeutendes Bauvorhaben im Süden der Stadt freigemacht. Auf dem ehemaligen Pappas-Areal an der Alpenstraße plant die Wüstenrot-Gruppe die Errichtung von drei Gebäuden mit 75 neuen Wohnungen sowie Geschäfts- und Gemeinschaftsflächen. Der Baustart ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
Das Projekt auf dem rund 5.000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber der Wüstenrot-Zentrale soll nicht nur dringend benötigten Wohnraum schaffen, sondern auch soziale Infrastruktur wie eine Kindertagesstätte und eine Bäckerei integrieren. Nach dem einstimmigen Beschluss im Planungsausschuss in der Vorwoche ist die Zustimmung des Senats der letzte entscheidende politische Schritt vor dem offiziellen Baubewilligungsverfahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Salzburger Stadtsenat hat das Wohnprojekt der Wüstenrot-Gruppe an der Alpenstraße einstimmig genehmigt.
- Geplant sind drei Gebäude mit insgesamt 75 Wohneinheiten auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern.
- Neben Wohnungen entstehen eine Kindertagesstätte, eine Bäckerei, Büros und Gemeinschaftsräume.
- Ein besonderer Fokus liegt auf der Begrünung, für die rund 1.400 Quadratmeter vorgesehen sind.
- Der Baubeginn soll nach Abschluss der Behördenverfahren noch im Jahr 2024 erfolgen.
Ein neues Kapitel für eine prominente Brachfläche
Seit eineinhalb Jahren liegt das Areal an der vielbefahrenen Alpenstraße brach. Nachdem die Pappas-Gruppe ihren Standort aufgegeben und das alte Verkaufsgebäude abgerissen hatte, diente die Fläche zuletzt als provisorischer Parkplatz für einen Gebrauchtwagenhändler. Nun steht eine umfassende Neugestaltung bevor, die das Stadtbild im Süden Salzburgs nachhaltig verändern wird.
Die Wüstenrot AG, Eigentümerin des Grundstücks, treibt die Entwicklung nun zügig voran. Das Projekt zielt darauf ab, die Lücke in der städtischen Bebauung zu schließen und ein modernes, durchmischtes Quartier zu schaffen. Die unmittelbare Nähe zur eigenen Unternehmenszentrale auf der gegenüberliegenden Straßenseite unterstreicht die strategische Bedeutung des Vorhabens für den Konzern.
Vom Autohaus zum Lebensraum
Die Transformation des Geländes markiert einen wichtigen Wandel in der städtischen Nutzung. Wo jahrzehntelang Autos gehandelt wurden, sollen bald Menschen leben, arbeiten und ihre Kinder betreuen lassen. Dieser Wandel spiegelt einen breiteren Trend in der Stadtentwicklung wider, bei dem ehemals rein gewerblich genutzte Flächen in multifunktionale Lebensräume umgewandelt werden.
Hintergrund: Die Alpenstraße
Die Alpenstraße ist eine der wichtigsten und verkehrsreichsten Ein- und Ausfallstraßen Salzburgs. Sie verbindet die Innenstadt mit dem Süden des Bundeslandes und der Autobahn. Entlang der Straße haben sich zahlreiche Unternehmen, Einkaufszentren und Wohngebiete angesiedelt. Die Nachverdichtung und städtebauliche Aufwertung solcher Hauptverkehrsadern ist ein zentrales Thema der Salzburger Stadtplanung.
Details des Bauvorhabens
Für die architektonische Gestaltung zeichnet das renommierte Wiener Architekturbüro ARTEC verantwortlich. Der Entwurf sieht drei separate Baukörper vor, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen und gleichzeitig eine moderne städtebauliche Prägung erhalten sollen. Die Aufteilung auf drei Gebäude ermöglicht eine bessere Belichtung der Wohnungen und schafft differenzierte Außenräume.
Mehr als nur Wohnen
Das Projekt verfolgt einen integrierten Ansatz, der über die reine Schaffung von Wohnraum hinausgeht. Die geplanten 75 Wohneinheiten sollen unterschiedliche Bedürfnisse abdecken und eine vielfältige Bewohnerschaft ansprechen. Entscheidend für die Lebensqualität im neuen Quartier ist die Infrastruktur im Erdgeschoss:
- Kindertagesstätte: Ein wichtiger Beitrag zur sozialen Infrastruktur, der vor allem junge Familien entlasten soll.
- Bäckerei: Dient als Nahversorger und sozialer Treffpunkt für die Bewohner und die Nachbarschaft.
- Büros und Gemeinschaftsräume: Fördern eine Mischnutzung und schaffen Synergien zwischen Wohnen und Arbeiten.
Zahlen und Fakten zum Projekt
- Grundstücksfläche: ca. 5.000 m²
- Geplante Wohneinheiten: 75
- Anzahl der Gebäude: 3
- Vorgesehene Grünfläche: ca. 1.400 m²
- Zusätzliche Nutzungen: Kindertagesstätte, Bäckerei, Büros
Fokus auf Grünraum und Nachhaltigkeit
Ein zentrales Element des Konzepts ist die großzügige Begrünung. Rund 1.400 Quadratmeter der Gesamtfläche, also mehr als ein Viertel, sind für Grünflächen vorgesehen. Diese sollen nicht nur die Aufenthaltsqualität für die Bewohner erhöhen, sondern auch einen positiven Beitrag zum Mikroklima entlang der stark befahrenen Alpenstraße leisten. Geplant sind begrünte Innenhöfe, Dachgärten und eine ansprechende Gestaltung der Freiflächen, die als Pufferzone zum Verkehr und als Erholungsraum dienen.
Die Schaffung von hochwertigem Grünraum ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Stadtentwicklung, insbesondere bei Nachverdichtungsprojekten an verkehrsreichen Standorten.
Durch die Begrünung wird ein ökologischer Mehrwert geschaffen, der zur Reduzierung von Hitzeinseln beiträgt und die Biodiversität im städtischen Raum fördert. Dieser Aspekt war auch in den politischen Gremien ein wichtiges Argument für die breite Zustimmung.
Politischer Konsens und der weitere Zeitplan
Die einstimmigen Beschlüsse sowohl im Planungsausschuss als auch im Stadtsenat signalisieren einen breiten politischen Willen, das Projekt rasch umzusetzen. Diese politische Rückendeckung ist eine wichtige Voraussetzung für einen zügigen Ablauf der nun folgenden behördlichen Verfahren.
Die nächsten Schritte
Bei der Wüstenrot-Gruppe zeigt man sich optimistisch, den ambitionierten Zeitplan einhalten zu können. Der nächste Meilenstein ist die offizielle Bauverhandlung, die im Idealfall noch vor dem Sommer stattfinden könnte.
- Einreichung der Baupläne: Die detaillierten Pläne werden nun bei der Baubehörde eingereicht.
- Bauverhandlung: Voraussichtlich im späten Frühjahr oder Frühsommer 2024.
- Baugenehmigung: Nach positivem Abschluss des Verfahrens wird die offizielle Genehmigung erteilt.
- Baustart: Unmittelbar nach Erhalt der Baugenehmigung soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, definitiv noch im Laufe des Jahres 2024.
Die Realisierung dieses Projekts wird einen wichtigen Beitrag zur Linderung der Wohnungsknappheit in Salzburg leisten und gleichzeitig einen städtebaulichen Akzent an einer der wichtigsten Einfahrtsstraßen der Stadt setzen. Die Kombination aus Wohnen, sozialer Infrastruktur und großzügigen Grünflächen verspricht ein attraktives neues Quartier für Salzburg Süd.





