In Salzburg, wo rund zehn Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens sind, hat die Stadt eine Islamwoche ins Leben gerufen. Die Veranstaltungsreihe soll den Dialog fördern und das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen vertiefen. Ein vielfältiges Programm aus Kultur, Bildung und Begegnung steht im Mittelpunkt der Initiative.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Stadt Salzburg veranstaltet eine Islamwoche, um den interkulturellen Austausch zu stärken.
- Das Programm umfasst kulturelle Workshops, wissenschaftliche Vorträge und interreligiöse Gebete.
- Ziel ist es, die Vielfalt des muslimischen Lebens in der Stadt sichtbar zu machen und Vorurteile abzubauen.
- Die Initiative wird von Religionsgemeinschaften und der Stadtpolitik unterstützt, stößt aber auch auf Kritik.
Ein Zeichen für das Miteinander
Die Islamwoche wurde mit einem starken Symbol des Friedens eröffnet. Im Innenhof des Schlosses Mirabell versammelten sich Vertreter von vier Weltreligionen zu einem gemeinsamen Friedensgebet. Dieser Akt unterstrich das zentrale Anliegen der Veranstalter: den Fokus auf Gemeinsamkeiten zu legen und eine Basis für den Dialog zu schaffen.
Organisiert wird die Woche vom Magistrat Salzburg, genauer vom Team Vielfalt. Ulrike Stefflbauer, eine der Organisatorinnen, betonte, wie wichtig es sei, die Facetten des muslimischen Lebens in Salzburg zu zeigen. Das Programm wurde bewusst breit aufgestellt, um möglichst viele Menschen anzusprechen.
Hintergrund der Initiative
Mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von etwa 10 Prozent ist der Islam ein fester Bestandteil des städtischen Lebens in Salzburg. Die Islamwoche ist eine von mehreren Maßnahmen der Stadt, um das Zusammenleben aktiv zu gestalten und den Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu fördern.
Kultur als Brückenbauer
Ein zentraler Bestandteil der Woche sind kulturelle Angebote, die Einblicke in islamisch geprägte Traditionen geben. Ein Kalligrafiekurs beispielsweise zog zahlreiche Interessierte an, die sich in der Kunst der arabischen Schönschrift versuchten.
„Ich schreibe sehr gerne und es ist einfach eine tolle Gelegenheit, andere Schriften zu lernen“, erklärte die Salzburger Unternehmerin Margareta Goldmann ihre Teilnahme. Auch Safire Sungur, eine Buchhalterin aus Wien, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Teilnehmenden. Solche praktischen Workshops ermöglichen eine unkomplizierte und kreative Form der Begegnung.
Wissen gegen Vorurteile
Neben kulturellen Erlebnissen setzt die Islamwoche auf Bildung. Wissenschaftliche Vorträge zur Geschichte der Muslime in der Region sollen fundiertes Wissen vermitteln und helfen, historische Zusammenhänge besser zu verstehen. Dieses Angebot richtet sich an alle, die mehr über die Hintergründe und die Entwicklung der muslimischen Gemeinschaft erfahren möchten.
Vielfältiges Programmangebot
- Interreligiöses Friedensgebet: Gemeinsamer Auftakt im Schloss Mirabell.
- Kalligrafie-Workshop: Praktischer Einblick in die arabische Schriftkunst.
- Wissenschaftliche Vorträge: Vermittlung von historischem und kulturellem Wissen.
- Podiumsdiskussion: Austausch zwischen Vertretern verschiedener Religionen und Kulturen.
Diskussionen zwischen Unterstützung und Kritik
Eine Podiumsdiskussion brachte Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionen zusammen. Seid Memic von der Islamischen Religionsgemeinde Salzburg hob hervor, dass auch die muslimische Gemeinschaft selbst sehr vielfältig sei und aus zahlreichen Kulturen bestehe. Er lobte die Veranstaltung als eine „regelrechte Partnerschaft“ mit der Stadt.
Auch Matthias Hohla von der Erzdiözese Salzburg betonte die verbindenden Elemente. „Dass Musliminnen und Christinnen nebeneinander in dieser Stadt Salzburg leben, das ist die größte Gemeinsamkeit“, so Hohla.
„Es braucht viele solcher Veranstaltungen, um Barrieren abzubauen. Eine Gesprächsbasis, wo man miteinander und nicht übereinander redet.“ – Andrea Brandner, Sozialstadträtin (SPÖ)
Die Initiative stößt jedoch nicht nur auf Zustimmung. Kritik kam vom Klubobmann der Stadt-FPÖ, Paul Dürnberger. Er bezeichnete die Islamwoche angesichts von „gravierenden Integrationsproblemen“ als eine „Provokation“.
Sozialstadträtin Andrea Brandner (SPÖ) wies diese Kritik zurück. Sie betonte die Notwendigkeit des direkten Austauschs für eine gelingende Integration. Solche Veranstaltungen seien entscheidend, um Vorurteile abzubauen und ein echtes Miteinander zu ermöglichen.





