Der Salzburger Künstler Matthias Gruber hat eine einzigartige Kunstform entwickelt, bei der er mit einem Stanley-Messer detailreiche Bilder aus alten Plastikfolien schneidet. Sein neustes Projekt, „Cutoon-to-go“, macht diese komplexen Werke nun in einem kleineren, erschwinglichen Format für ein breiteres Publikum zugänglich und bringt „Lebensfreude zum Mitnehmen“ in den Alltag.
Gruber, dessen kreative Ader ihn schon sein ganzes Leben begleitet, hat sich erst vor wenigen Jahren dem Stanley-Messer als künstlerischem Werkzeug zugewandt. Aus einfachen, bunten Plastikfolien, die andere vielleicht wegwerfen würden, erschafft er filigrane Kunstwerke, die an detailverliebte Wimmelbilder erinnern und den Betrachter zum genauen Hinsehen und Entdecken einladen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Salzburger Künstler Matthias Gruber fertigt Kunstwerke aus recycelten Plastikfolien an.
- Sein Hauptwerkzeug ist ein einfaches Stanley-Messer, mit dem er filigrane Details schneidet.
- Die Werke ähneln Wimmelbildern und laden zum Entdecken unzähliger kleiner Szenen ein.
- Mit dem neuen Format „Cutoon-to-go“ möchte er seine Kunst zugänglicher und erschwinglicher machen.
Vom Alltagsgegenstand zum Kunstwerkzeug
Für viele ist ein Stanley-Messer ein Werkzeug für Handwerker oder für das Öffnen von Paketen. Für Matthias Gruber ist es zum Pinsel geworden. Seit einigen Jahren hat er diese unkonventionelle Methode perfektioniert, um aus farbigen Plastikfolien Kunst zu schaffen. Seine Technik erfordert eine ruhige Hand und ein außergewöhnliches Auge für Details.
Jedes seiner „Schnittbilder“ besteht aus mehreren Schichten präzise geschnittener Folien. Durch die Überlagerung der verschiedenen Farben und Formen entsteht eine beeindruckende Tiefe und Komplexität. Was aus der Ferne wie ein lebhaftes, buntes Bild wirkt, offenbart bei näherer Betrachtung eine Welt voller kleiner Geschichten und Figuren.
Die Kunst des Scherenschnitts neu interpretiert
Obwohl Grubers Technik modern ist, greift sie auf eine lange Tradition zurück: den Scherenschnitt. Diese Kunstform, bei der Bilder aus Papier oder anderen Materialien geschnitten werden, hat in vielen Kulturen eine reiche Geschichte. Gruber transportiert dieses alte Handwerk ins 21. Jahrhundert, indem er ein industrielles Material – Plastikfolie – verwendet und ihm eine neue, ästhetische Wertigkeit verleiht.
Wimmelbilder, die zum Verweilen einladen
Die Werke von Matthias Gruber sind keine Bilder, die man im Vorbeigehen erfasst. Sie sind eine Einladung zum Innehalten und Entdecken. Ähnlich wie bei den beliebten Wimmelbüchern für Kinder kann der Betrachter minutenlang vor einem einzigen Bild verweilen und immer wieder neue Elemente, Figuren oder humorvolle Szenen finden.
Diese Detailverliebtheit ist ein zentrales Merkmal seiner Kunst. Gruber lenkt den Blick bewusst auf das Kleine, das oft Übersehene. Seine Bilder erzählen Geschichten von alltäglichen Momenten, eingefangen in einem Kaleidoskop aus Farben und Formen. Diese visuelle Entdeckungsreise schafft eine intensive Verbindung zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter.
„Meine Bilder sollen Freude bereiten und die Fantasie anregen. In einer schnellen Welt möchte ich einen Anreiz schaffen, wieder genauer hinzusehen und die kleinen Wunder im Detail zu entdecken.“
„Cutoon-to-go“: Kunst für den Alltag
Mit seinem neuesten Projekt „Cutoon-to-go“ geht Matthias Gruber einen Schritt weiter. Er erkennt, dass Kunst nicht nur in großen Formaten an Galeriewänden existieren sollte. Sein Ziel ist es, seine Werke für mehr Menschen zugänglich zu machen – als kleine Portion „Lebensfreude zum Mitnehmen“.
Bei „Cutoon-to-go“ handelt es sich um kleinere, handlichere Versionen seiner Schnittbilder. Dieses Format macht die Kunst nicht nur erschwinglicher, sondern auch mobiler. Man kann sie auf dem Schreibtisch platzieren, in ein Regal stellen oder als einzigartiges Geschenk weitergeben. Gruber demokratisiert damit seine Kunst und trägt sie aus der Galerie direkt in den Lebensraum der Menschen.
Upcycling als künstlerisches Prinzip
Die Verwendung von alten Plastikfolien ist nicht nur eine technische Entscheidung, sondern auch ein Statement. Indem Gruber einem Wegwerfprodukt ein zweites, kunstvolles Leben schenkt, thematisiert er indirekt auch Nachhaltigkeit und den Wert von Materialien. Jede Folie bringt ihre eigene Geschichte und Beschaffenheit mit, die in das finale Kunstwerk einfließt.
Eine neue Perspektive auf Material und Motiv
Die Entscheidung für Plastikfolie als Medium ist unkonventionell und verleiht den Werken eine besondere Leuchtkraft. Das Material fängt das Licht auf einzigartige Weise ein und lässt die Farben brillant erscheinen. Gleichzeitig stellt die Arbeit mit dem widerspenstigen Material eine technische Herausforderung dar, die Gruber meisterhaft bewältigt.
Die Motive selbst sind oft heiter und verspielt, was den Namen „Cutoon“ – eine Kombination aus „cut“ (schneiden) und „Cartoon“ – erklärt. Sie spiegeln eine positive, humorvolle Weltsicht wider und sollen dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Mit „Cutoon-to-go“ wird diese positive Energie nun zu einem Begleiter für jeden Tag.





