In Salzburg steigt die Zahl der medizinischen Notfälle. Gleichzeitig wächst das Selbstvertrauen von Ersthelfern, in kritischen Situationen einzugreifen. Dies führt zu einer stark steigenden Nachfrage nach Defibrillatoren, wie aktuelle Zahlen des Roten Kreuzes belegen. Allein im vergangenen Jahr nahm der Verkauf dieser lebensrettenden Geräte um fast 30 Prozent zu.
Immer mehr Unternehmen, Vereine, Behörden und auch Privatpersonen entscheiden sich für die Anschaffung eines Defibrillators, um im Ernstfall schnell handeln zu können. Ein entscheidender Faktor für diese Entwicklung ist das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung von Erster Hilfe, das durch gezielte Schulungen gefördert wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Nachfrage nach Defibrillatoren in Salzburg ist im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent gestiegen.
- Das Rote Kreuz betreut landesweit bereits mehr als 1.100 dieser lebensrettenden Geräte.
- Ein konkreter Fall aus Lessach im Lungau zeigt, wie ein öffentlich zugänglicher Defibrillator einem 50-jährigen Mann das Leben rettete.
- Das gestiegene Selbstvertrauen von Ersthelfern wird als wesentlicher Grund für die positive Entwicklung gesehen.
Ein deutlicher Anstieg der Verkaufszahlen
Die Bereitschaft, in die Anschaffung eines Defibrillators zu investieren, hat in Salzburg spürbar zugenommen. Das Salzburger Rote Kreuz, das als zentraler Ansprechpartner für den Verkauf und die Wartung der Geräte fungiert, verzeichnet eine beeindruckende Entwicklung.
Herbert Wieser, Verkaufsleiter für Defibrillatoren beim Salzburger Roten Kreuz, bestätigt diesen Trend mit konkreten Daten. Er erklärt, dass die steigende Nachfrage direkt mit der zunehmenden Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen zusammenhängt.
„Es sind 29 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahr, was die Anschaffung eines Defis betrifft. Das liegt eben daran, dass die Leute sehr viele Erste-Hilfe-Kurse besuchen und dadurch wissen, dass ein Defi wirklich Leben retten kann und wie wichtig Erste Hilfe ist, wie wichtig der Ersthelfer ist.“
Diese Aussage unterstreicht, dass das theoretische Wissen aus den Kursen die Menschen motiviert, auch praktische Vorkehrungen für den Notfall zu treffen. Das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit wächst, und die Hemmschwelle, ein solches Gerät zu benutzen, sinkt.
Ein Netzwerk, das Leben rettet
Das Netzwerk an öffentlich zugänglichen und privat installierten Defibrillatoren wird im Bundesland Salzburg immer dichter. Das Rote Kreuz betreut mittlerweile mehr als 1.100 dieser mehrsprachigen Elektroschockgeräte. Diese sind strategisch an Orten platziert, an denen sich viele Menschen aufhalten.
Wer kauft Defibrillatoren?
Die Käufergruppe ist breit gefächert und umfasst sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor. Zu den typischen Standorten gehören:
- Gemeindeämter und Behörden
- Schulen und Bildungseinrichtungen
- Unternehmen und Betriebe
- Sportvereine und Freizeiteinrichtungen
- Feuerwehren und Polizeidienststellen
Zunehmend entscheiden sich auch Privatpersonen für die Anschaffung eines Geräts für ihr Zuhause oder ihre Nachbarschaftsgemeinschaft.
Diese breite Verteilung ist entscheidend, denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Je schneller ein Defibrillator zum Einsatz kommt, desto höher sind die Überlebenschancen für die betroffene Person.
Ein Fall aus der Praxis: Rettung in Lessach
Wie entscheidend ein schnell verfügbarer Defibrillator sein kann, zeigt ein Vorfall aus Lessach im Lungau. Dort erlitt ein 50-jähriger Mann einen medizinischen Notfall. Ein Ersthelfer handelte sofort, holte den öffentlichen Defibrillator aus dem nahegelegenen Gemeindeamt und setzte ihn erfolgreich ein.
Dank des couragierten Eingreifens des Ersthelfers und der Verfügbarkeit des Geräts konnte das Leben des Mannes gerettet werden. Dieser Fall dient als eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Kombination aus geschulten Helfern und moderner Technik eine Rettungskette effektiv schließt, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft.
Wachsendes Vertrauen und die Rolle der Bildung
Das Rote Kreuz beobachtet nicht nur eine steigende Nachfrage nach den Geräten, sondern auch eine positive Veränderung im Verhalten der Ersthelfer. Die Menschen agieren mit mehr Selbstvertrauen und sind eher bereit, im Notfall Verantwortung zu übernehmen.
Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis kontinuierlicher Aufklärungsarbeit und eines breiten Angebots an Erste-Hilfe-Kursen. Wenn Menschen verstehen, wie einfach die Handhabung eines Defibrillators ist und wie entscheidend ihr Eingreifen sein kann, wächst die Bereitschaft zu helfen.
Die modernen Geräte unterstützen diesen Trend. Sie sind oft mehrsprachig und geben klare, unmissverständliche Anweisungen. Das nimmt den Helfern die Angst, etwas falsch zu machen. Die Technik gibt Sicherheit in einer Stresssituation und ermöglicht es, die lebenswichtigen Minuten bis zum Eintreffen der professionellen Rettungskräfte optimal zu überbrücken.
Die steigende Verbreitung von Defibrillatoren in Salzburg ist somit mehr als nur ein technischer Fortschritt. Es ist ein Zeichen für eine gestärkte Zivilgesellschaft, in der Bürger bereit sind, füreinander Sorge zu tragen und im Ernstfall Leben zu retten.





