Salzburg erlebt in diesem Jahr eine ungewöhnlich frühe und heftige Grippewelle, die genau auf die Weihnachtsfeiertage fällt. Arztpraxen im ganzen Bundesland melden einen massiven Anstieg an Influenza-Fällen, was die Sorge vor Ansteckungen bei Familientreffen erhöht. Mediziner appellieren an die Bevölkerung, bei Symptomen besondere Vorsicht walten zu lassen.
Die Infektionszahlen sind in den letzten zwei Wochen stark angestiegen, was zu einer erheblichen Belastung des Gesundheitssystems führt. Insbesondere die „echte“ Grippe, verursacht durch Influenzaviren, ist weit verbreitet und sorgt für volle Wartezimmer und ausgelastete Terminkalender bei den Hausärzten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine intensive Grippewelle hat Salzburg früher als üblich erreicht und erreicht ihren Höhepunkt über die Weihnachtsfeiertage.
- Arztpraxen sind stark ausgelastet; bis zu 50 Prozent der Patienten mit Infektsymptomen sind Influenza-positiv.
- Mediziner warnen davor, Familienfeiern mit Krankheitssymptomen zu besuchen, um ältere und vorerkrankte Angehörige zu schützen.
- Experten raten zu einfachen Schutzmaßnahmen wie Händewaschen, Abstand halten und dem Tragen von Masken in Menschenmengen.
Aktuelle Lage in den Salzburger Arztpraxen
Die Situation in den Ordinationen ist angespannt. „Der Terminkalender ist randvoll“, berichtet Christoph Fürthauer, ein Allgemeinmediziner aus Pfarrwerfen. Er beschreibt eine deutliche Zunahme des Infektionsgeschehens in den vergangenen 14 Tagen. Seine Beobachtungen spiegeln die Lage im gesamten Bundesland wider.
Die Belastung für das medizinische Personal ist enorm. Viele Praxen arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze, um die hohe Anzahl an Patienten versorgen zu können. Dies führt unweigerlich zu längeren Wartezeiten und erschwert die Terminfindung für akut Erkrankte.
Hohe Influenza-Rate
Laut Dr. Fürthauer sind derzeit etwa 50 Prozent der Patienten, die mit Infektsymptomen in seine Praxis kommen, positiv auf das Influenzavirus getestet. Dies unterstreicht die Dominanz der „echten“ Grippe gegenüber anderen Erkältungskrankheiten.
Ein besorgniserregender Höhepunkt zu Weihnachten
Der Zeitpunkt der Welle ist besonders problematisch. Weihnachten ist traditionell die Zeit der Familienzusammenkünfte, bei denen mehrere Generationen zusammenkommen. Genau diese Situation birgt ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Viren.
Ärzte und Gesundheitsexperten sind besorgt, dass die Feierlichkeiten die Verbreitung der Grippe weiter beschleunigen könnten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit chronischen Vorerkrankungen, für die eine Influenza-Infektion schwerwiegende Folgen haben kann.
Schutzmaßnahmen für die Feiertage
Angesichts der hohen Infektionszahlen ist Eigenverantwortung das Gebot der Stunde. Mediziner geben klare Empfehlungen, wie man sich und andere schützen kann, ohne die Feiertage komplett absagen zu müssen.
„Mit Symptomen nicht die Oma besuchen“, lautet der eindringliche Appell aus der Ärzteschaft. Wer sich krank fühlt, sollte auf Besuche bei gefährdeten Familienmitgliedern verzichten.
Auch wenn es schwerfällt, ist dies die wirksamste Methode, um eine Ansteckung von geliebten Menschen zu verhindern. Ein Telefonanruf oder ein Videogespräch kann eine sichere Alternative sein, um trotzdem am Familienleben teilzuhaben.
Konkrete Verhaltenstipps
Um gut und gesund durch die Feiertage zu kommen, empfehlen Experten folgende Maßnahmen:
- Bei Symptomen zu Hause bleiben: Wer Fieber, Husten, Glieder- oder Kopfschmerzen hat, sollte den Kontakt zu anderen meiden.
- Regelmäßiges Händewaschen: Gründliches Waschen der Hände mit Seife ist eine der einfachsten und effektivsten Schutzmaßnahmen.
- Abstand halten: Wo immer möglich, sollte ein Sicherheitsabstand zu anderen Personen eingehalten werden, besonders in geschlossenen Räumen.
- Richtig lüften: Regelmäßiges Stoßlüften in Wohnräumen verbessert die Luftqualität und reduziert die Virenkonzentration in der Luft.
- Maske tragen: In öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen kann das Tragen einer Maske das Ansteckungsrisiko für sich und andere senken.
Grippe oder nur eine Erkältung? So erkennen Sie den Unterschied
Viele Menschen sind unsicher, ob sie an einer harmlosen Erkältung oder einer echten Grippe leiden. Obwohl sich die Symptome ähneln, gibt es einige wichtige Unterschiede, die bei der Einschätzung helfen können.
Typische Anzeichen einer echten Grippe (Influenza)
Eine Influenza beginnt meist plötzlich und heftig. Typische Symptome sind hohes Fieber (oft über 39°C), starkes Krankheitsgefühl, Schüttelfrost sowie Muskel- und Gliederschmerzen. Oft kommen trockener Husten und starke Kopfschmerzen hinzu. Die Betroffenen fühlen sich von einem Moment auf den anderen schwer krank.
Merkmale einer Erkältung
Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, beginnt hingegen meist schleichend. Die Symptome sind in der Regel milder. Dazu gehören Schnupfen, Halsschmerzen und ein leichter Husten. Fieber ist seltener und meist nicht so hoch wie bei einer Grippe. Das allgemeine Krankheitsgefühl ist weniger ausgeprägt.
Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt kontaktiert werden. Dieser kann durch einen Schnelltest feststellen, ob es sich um eine Influenza-Infektion handelt und eine entsprechende Behandlung einleiten.
Ausblick auf die kommenden Wochen
Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die Grippewelle auch nach den Feiertagen anhalten wird. Die Rückkehr in Schulen und an Arbeitsplätze im Januar könnte zu einer weiteren Zunahme der Fallzahlen führen.
Die aktuelle Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig präventive Maßnahmen sind. Dazu gehört auch die Grippeimpfung, die nach wie vor als der beste Schutz vor einer schweren Erkrankung gilt. Auch wenn der Höhepunkt der Impfsaison bereits vorbei ist, kann eine Impfung immer noch sinnvoll sein, um sich für den Rest des Winters zu schützen. Apotheken und Hausärzte beraten hierzu gerne.





