Die Salzburger Landespolitik erlebt eine personelle Überraschung. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler hat den 24-jährigen Maximilian Aigner aus dem Lungau als neuen Landesrat für Agrar, Wasser und Energie vorgeschlagen. Die Entscheidung gilt als klares Signal der Verjüngung in der ÖVP, stößt jedoch bei der politischen Konkurrenz auf deutliche Kritik.
Das Wichtigste in Kürze
- Maximilian Aigner, 24 Jahre alt, soll neuer Agrarlandesrat in Salzburg werden.
- Die Entscheidung von Landeshauptfrau Edtstadler ist eine große Überraschung in der Landespolitik.
- Aigner übernimmt die Ressorts Land- und Forstwirtschaft, Wasser und Energie.
- Die SPÖ äußert Bedenken bezüglich Aigners Erfahrung für das anspruchsvolle Amt.
Ein neues Gesicht für die Landesregierung
Nach dem Tod von Landesrat Josef Schwaiger wurde intensiv über dessen Nachfolge spekuliert. Nun hat Landeshauptfrau Karoline Edtstadler eine unerwartete Wahl getroffen und dem ÖVP-Präsidium Maximilian Aigner präsentiert. Der erst 24-jährige Pädagoge aus Unternberg im Lungau soll eines der wichtigsten Ressorts der Landesregierung übernehmen.
Aigner ist in der Salzburger Politik kein gänzlich Unbekannter. Seit Juli fungiert er als Stellvertreter der Landesparteiobfrau Edtstadler und war bis September als Landesleiter der Landjugend Salzburg aktiv. Mit seiner Nominierung setzt die ÖVP-Spitze ein starkes Zeichen für einen Generationswechsel.
Ein Sprecher der Landeshauptfrau bezeichnete die Entscheidung als bewussten Schritt zur Verjüngung des Regierungsteams. Die Personalie wurde in einem kleinen Kreis entschieden, was Berichten zufolge innerhalb der Partei nicht nur auf Zustimmung stieß.
Profil: Maximilian Aigner
- Alter: 24 Jahre
- Herkunft: Unternberg, Lungau
- Beruf: Ausgebildeter Pädagoge
- Politische Erfahrung: Landesleiter der Landjugend Salzburg (bis September), Landesparteiobfrau-Stellvertreter der ÖVP Salzburg (seit Juli)
Neuverteilung der Aufgaben in der Regierung
Mit dem Eintritt Aigners in die Landesregierung kommt es auch zu einer umfassenden Neuverteilung der Zuständigkeiten. Maximilian Aigner wird die Verantwortung für die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Wasser und Energie tragen. Diese Agenden waren zuvor Teil des Portfolios von Josef Schwaiger.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler selbst übernimmt zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben die strategisch wichtigen Ressorts Finanzen und Personal. Im Gegenzug gibt sie die Zuständigkeit für die Volkskultur ab. Diese Umstrukturierung bündelt zentrale Machtbereiche direkt bei der Regierungschefin.
Die nächsten Schritte
Bevor Maximilian Aigner sein Amt offiziell antreten kann, muss er sich einem Hearing im Salzburger Landtag stellen. Dort wird er den Abgeordneten der verschiedenen Parteien Rede und Antwort stehen müssen. Eine Zustimmung gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse als wahrscheinlich, doch das Hearing bietet der Opposition eine Bühne, um ihre Bedenken zu äußern.
Kritik von der Opposition
Die Nominierung des 24-Jährigen sorgte umgehend für Reaktionen aus den anderen politischen Lagern. Insbesondere die SPÖ zeigte sich überrascht und äußerte scharfe Kritik. Peter Eder, einer der drei Parteivorsitzenden der Salzburger SPÖ, hinterfragte die Eignung des Kandidaten für die anstehenden Herausforderungen.
„Die aktuellen Probleme im Land erfordern Führung, Fachkenntnis und Krisenkompetenz. Die Fußstapfen von Sepp Schwaiger sind enorm groß, der nunmehr präsentierte Nachfolger hat bei Weitem nicht die Voraussetzungen, um den hohen Erwartungen gerecht zu werden.“
Die SPÖ argumentiert, dass gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich angespannten Zeiten eine Person mit weitreichender Erfahrung in Politik und Verwaltung notwendig gewesen wäre. Die Probleme im Land seien riesig, so Eder, der hofft, dass Aigner seine Kraft dafür einsetzen werde, die Landesregierung von ihrem „unsozialen Kurs“ abzubringen.
Große Herausforderungen für den jungen Landesrat
Maximilian Aigner tritt ein schweres Erbe an. Sein Vorgänger, Josef Schwaiger, war ein erfahrener und weithin respektierter Politiker. Aigner wird sich schnell in komplexe Themen wie die Energieversorgung, die Zukunft der Landwirtschaft und das Wassermanagement einarbeiten müssen – allesamt Bereiche von enormer Bedeutung für das Bundesland Salzburg.
In einem früheren Interview im September, anlässlich einer Veranstaltung in Tamsweg, äußerte sich Aigner bereits zu einem zentralen Thema seiner Heimatregion, der Abwanderung junger Menschen. Nun wird er die Möglichkeit haben, die Rahmenbedingungen für den ländlichen Raum direkt mitzugestalten. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob es ihm gelingt, sich das notwendige Vertrauen bei den Interessensvertretungen, in der Verwaltung und bei der Bevölkerung zu erarbeiten und die an ihn gerichteten Zweifel durch seine Arbeit zu widerlegen.





