Ein außergewöhnlicher Vorfall beschäftigte am Heiligen Abend die Einsatzkräfte am Salzburger Hauptbahnhof. Ein eineinhalbjähriges Mädchen wurde unversehrt aus einem versperrten Gepäckschließfach gerettet, nachdem es während eines Umsteigevorgangs seiner Familie verloren gegangen war.
Die Familie, eine Mutter mit ihren drei Töchtern, befand sich auf der Durchreise von Wien in die Schweiz. Der Schreckmoment ereignete sich, als die Mutter die Windeln des Kleinkindes wechseln wollte und es plötzlich verschwunden war.
Die wichtigsten Informationen
- Ein 1,5-jähriges Mädchen wurde in einem Schließfach am Salzburger Hauptbahnhof eingeschlossen.
- Die Feuerwehr musste das Fach aufbrechen, um das Kind zu befreien.
- Die Polizei ermittelte und schloss ein Fremdverschulden aus.
- Das Kind blieb bei dem Vorfall unverletzt.
Dramatische Momente während der Reise
Für eine 40-jährige Mutter und ihre drei Töchter im Alter von 16, fünf und eineinhalb Jahren sollte der Heilige Abend ein Reisetag werden. Die Familie war mit dem Zug von Wien unterwegs und plante, in Salzburg in einen Anschlusszug in die Schweiz umzusteigen.
Während des kurzen Aufenthalts am belebten Bahnhof wollte die Mutter die Gelegenheit nutzen, um ihr jüngstes Kind zu wickeln. In einem Moment der Unachtsamkeit war das Kleinkind plötzlich verschwunden. Eine hektische und verzweifelte Suche der Mutter und ihrer älteren Töchter begann.
Die plötzliche Stille und die Schreie
In der Hektik des Bahnhofs schien das kleine Mädchen wie vom Erdboden verschluckt. Die Mutter suchte die Umgebung ab, doch von dem Kind fehlte jede Spur. Die Angst und Panik der Familie wuchs mit jeder vergehenden Minute.
Die entscheidende Wendung kam, als andere Reisende im Bereich der Gepäckschließfächer aufmerksam wurden. Sie hörten die leisen, aber deutlichen Schreie eines Kindes aus einem der verschlossenen Fächer.
Ein ungewöhnlicher Rettungseinsatz
Unverzüglich informierten die Passanten Mitarbeiter der ÖBB über ihre beunruhigende Entdeckung. Das Bahnpersonal reagierte sofort und alarmierte die Berufsfeuerwehr Salzburg sowie die Polizei, die schnell am Einsatzort eintrafen.
Die Situation erforderte schnelles Handeln. Die Feuerwehrkräfte mussten das massive Metallschließfach gewaltsam aufbrechen, um zu dem eingeschlossenen Kind zu gelangen. Unter den besorgten Blicken von Reisenden und der erleichterten Familie gelang es den Einsatzkräften, die Tür zu öffnen.
Die Berufsfeuerwehr setzte Spezialwerkzeug ein, um das Schließfach schnell und sicher zu öffnen. Polizeibeamte sicherten den Bereich ab und kümmerten sich um die sichtlich mitgenommene Familie.
Zum Glück war das kleine Mädchen körperlich unversehrt. Es wurde sofort seiner überglücklichen Mutter übergeben. Obwohl die Familie ihren Anschlusszug in die Schweiz verpasste, war die Erleichterung über den glücklichen Ausgang riesig.
Polizei schließt Fremdverschulden aus
Nach der erfolgreichen Rettung nahm die Polizei die Ermittlungen auf, um die genauen Umstände des Vorfalls zu klären. Es musste geklärt werden, wie das Kind in das Schließfach gelangen konnte.
„Das Kind war unversehrt. Und es konnte kein Drittverschulden festgestellt werden, deshalb blieb das Ganze ohne Konsequenzen.“
- Hans Wolfgruber, Polizei Salzburg
Die Beamten befragten die Mutter und mögliche Zeugen. Nach eingehender Prüfung des Sachverhalts kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass kein Fremdverschulden vorlag. Es wird angenommen, dass das Kind möglicherweise unbemerkt in das offene Schließfach geklettert ist und die Tür zufiel oder versehentlich geschlossen wurde.
Bahnhöfe sind oft sehr belebte Orte, an denen es besonders wichtig ist, auf kleine Kinder zu achten. Die ÖBB empfiehlt, Kinder an der Hand zu halten und Gepäck sowie Kinderwagen niemals unbeaufsichtigt zu lassen, um gefährliche Situationen zu vermeiden.
Da keine Straftat vorlag, wurde der Fall ohne rechtliche Konsequenzen für die Familie abgeschlossen. Für die Mutter und ihre Kinder war es trotz des großen Schreckens ein kleines Weihnachtswunder.





