Nach wochenlangen internen Auseinandersetzungen beim Roten Kreuz Salzburg hat die Führungsebene eine Entscheidung getroffen. Eine unabhängige Kommission wird die Vorwürfe gegen Geschäftsführerin Sabine Tischler untersuchen. Gleichzeitig bleibt die umstrittene Kündigung von Landes-Rettungskommandant Stefan Herbst bestehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine unabhängige Kommission soll die Vorwürfe gegen Geschäftsführerin Sabine Tischler klären.
- Die Kündigung von Landes-Rettungskommandant Stefan Herbst ist endgültig.
- Präsident Werner Aufmesser hält an der Geschäftsführerin fest, bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen.
- Die Position des Landes-Rettungskommandanten wird neu ausgeschrieben.
Ein interner Konflikt eskaliert
Der Machtkampf an der Spitze des Salzburger Roten Kreuzes, der seit einiger Zeit hinter den Kulissen schwelte, ist nun öffentlich geworden. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Geschäftsführerin Sabine Tischler und der mittlerweile entlassene Landes-Rettungskommandant Stefan Herbst.
Die Situation spitzte sich zu, als Herbst zunächst freigestellt und ihm kurz darauf gekündigt wurde. Diese Maßnahme löste innerhalb der Organisation und bei ehrenamtlichen Mitarbeitern erhebliche Unruhe aus und führte zu einer öffentlichen Debatte über den Führungsstil und die internen Strukturen.
Kommission soll für Aufklärung sorgen
Um die Situation zu beruhigen und die zahlreichen Vorwürfe aufzuarbeiten, hat das Präsidium des Roten Kreuzes unter Präsident Werner Aufmesser die Einsetzung einer externen, unabhängigen Kommission beschlossen. Dieses Gremium hat die Aufgabe, alle Anschuldigungen gegen die Geschäftsführerin Sabine Tischler umfassend zu prüfen.
Bis zum Abschluss dieser Untersuchung und der Vorlage eines Ergebnisses wird Tischler ihre Funktion weiterhin ausüben. Präsident Aufmesser betonte die Notwendigkeit einer sachlichen und neutralen Aufarbeitung, um das Vertrauen wiederherzustellen. Die genaue Zusammensetzung der Kommission und der zeitliche Rahmen für die Untersuchung wurden noch nicht bekannt gegeben.
Die Rollenverteilung an der Spitze
Beim Roten Kreuz gibt es eine Trennung zwischen hauptamtlicher Geschäftsführung und ehrenamtlichen Führungsfunktionen. Die Geschäftsführung, geleitet von Sabine Tischler, ist für die administrativen und betriebswirtschaftlichen Agenden zuständig. Der Landes-Rettungskommandant, bis vor kurzem Stefan Herbst, ist die höchste ehrenamtliche Position im Rettungsdienst und für die operativen Belange der Einsatzkräfte verantwortlich.
Die Causa Stefan Herbst
Trotz starker Unterstützung für den ehemaligen Landes-Rettungskommandanten aus den eigenen Reihen bleibt die Entscheidung des Präsidiums unumstößlich. Die Kündigung von Stefan Herbst wird nicht zurückgenommen. Dieser Schritt markiert den vorläufigen Höhepunkt des Konflikts.
Die genauen Gründe für die Entlassung wurden öffentlich nicht im Detail kommuniziert, was Raum für Spekulationen ließ. Fest steht, dass die Zusammenarbeit zwischen Herbst und Tischler als zerrüttet galt. Die Entscheidung, an der Kündigung festzuhalten, verdeutlicht die Position von Präsident Aufmesser in diesem Machtkampf.
Die Führung des Roten Kreuzes Salzburg hat klargestellt, dass die Stelle des Landes-Rettungskommandanten neu besetzt wird. Damit ist eine Rückkehr von Stefan Herbst in seine frühere Position ausgeschlossen.
Zukunft des Rettungskommandos ungewiss
Mit der endgültigen Trennung von Stefan Herbst steht das Salzburger Rote Kreuz vor der Aufgabe, eine zentrale Führungsposition neu zu besetzen. Die Suche nach einem Nachfolger für das Amt des Landes-Rettungskommandanten hat begonnen. Diese Person wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Wogen innerhalb der Organisation zu glätten und die Einsatzbereitschaft der tausenden freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeiter sicherzustellen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die unabhängige Kommission ihre Arbeit aufnimmt und welche Ergebnisse sie zutage fördert. Der Ausgang der Untersuchung wird nicht nur über die berufliche Zukunft von Sabine Tischler entscheiden, sondern auch maßgeblich die zukünftige Ausrichtung und die interne Kultur einer der wichtigsten Hilfsorganisationen des Landes prägen.





