Eine Familie in Salzburg-Lehen durchlebt eine unvorstellbare Serie von Schicksalsschlägen. Nach dem tragischen Unfalltod der Großmutter, der wichtigsten Bezugsperson für drei Kinder, steht die Familie vor dem Nichts. Die Kinder wurden Zeugen des Unfalls, bei dem ihre Großmutter ums Leben kam.
Es ist nicht die erste Tragödie, die die Familie verkraften muss. Der Vater der Kinder verstarb bereits 2018, und die Mutter erlitt erst vor wenigen Monaten einen schweren Schlaganfall.
Die wichtigsten Punkte
- Eine 55-jährige Großmutter wurde am 17. November in Salzburg-Lehen von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt.
- Ihre drei Enkelkinder im Alter von 9, 11 und 12 Jahren mussten den Unfall mitansehen.
- Die Familie hatte zuvor bereits den Tod des Vaters (2018) und einen schweren Schlaganfall der Mutter (2023) erlitten.
- Die Großmutter war die Hauptverdienerin und zentrale Stütze der Familie.
Ein Morgen, der alles veränderte
Es war ein alltäglicher Weg am Morgen des 17. November. Zaklina Todorović, 55 Jahre alt, brachte ihre drei Enkelkinder Anastasia (12), Lara (11) und Milan (9) zur Bushaltestelle in Salzburg-Lehen. Auf dem Rückweg zu ihrer Wohnung überquerte sie bei grüner Ampel die Ignaz-Harrer-Straße.
Ein ebenfalls bei Grün abbiegender Lkw erfasste die Frau. Sie erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Ihre drei Enkelkinder wurden Augenzeugen des schrecklichen Geschehens.
Für die Kinder und die gesamte Familie war Zaklina Todorović der Fels in der Brandung. Ihr plötzlicher Tod reißt eine Lücke, die kaum zu füllen ist, und stürzt die Familie in eine existenzielle Krise.
Eine Familie von Schicksalsschlägen gezeichnet
Der Tod der Großmutter ist der jüngste in einer Kette von schweren Schicksalsschlägen. Im Jahr 2018 verlor die Familie den Vater der drei Kinder. Während eines Urlaubs in Serbien, dem Herkunftsland der Familie, wurde er von einem Zug erfasst und getötet.
Die Mutter der Kinder, die 37-jährige Jasmina Todorović, kämpft selbst mit erheblichen gesundheitlichen Problemen. Sie leidet seit ihrer Kindheit an Diabetes. Mitte dieses Jahres erlitt sie einen schweren Schlaganfall, der einen langen Krankenhausaufenthalt nach sich zog.
Pflegefall nach Schlaganfall
Seit ihrem Schlaganfall ist die Mutter der drei Kinder dauerhaft auf Pflege angewiesen. Diese Situation machte die nun verstorbene Großmutter zur wichtigsten Bezugsperson und zur Hauptversorgerin der Familie.
Nach diesem gesundheitlichen Schicksalsschlag übernahm Großmutter Zaklina die volle Verantwortung. Sie sorgte nicht nur für ihre Enkel, sondern sicherte auch den Großteil des Familieneinkommens. „Meine Mutter hat in Österreich 39 Jahre lang in der Reinigung gearbeitet“, erzählt ihr Sohn Danijel Todorović.
Finanzielle Not und unsichere Zukunft
Die finanzielle Situation der Familie ist prekär. Zaklina Todorović war die Hauptverdienerin. Ihr Mann, Goran Todorović, kann nach einem schweren Herzinfarkt nicht mehr arbeiten. Ihm wurden mehrere Stents und Bypässe eingesetzt, körperliche Anstrengung ist für ihn unmöglich.
Die Familie, bestehend aus Großvater, der pflegebedürftigen Mutter und den drei Kindern, lebt derzeit in einer kleinen Zweizimmerwohnung. Die plötzlichen Kosten für die Beerdigung stellten eine enorme Belastung dar.
„Wir hatten gerade erst den Schlaganfall meiner Schwester verarbeitet“, so Danijel Todorović, der Onkel der Kinder, über die schwierige Zeit.
Die Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Salzburg ist bereits seit dem Schlaganfall der Mutter involviert und begleitet die Familie in dieser schweren Zeit. „Sie haben sehr viele Schicksalsschläge wegstecken müssen“, bestätigt Sozialamtsleiter Patrick Pfeifenberger.
Welle der Hilfsbereitschaft
Inmitten der Trauer und Verzweiflung erfährt die Familie eine überwältigende Welle der Unterstützung. Die Nachbarschaft im großen GSWB-Wohnhaus zeigt große Anteilnahme. „Vom neunten bis zum ersten Stock möchten wir uns bei allen bedanken“, sagt der Großvater Goran Todorović sichtlich bewegt.
Auch der Arbeitgeber der Verstorbenen, das Unfallkrankenhaus (UKH) Salzburg, zeigte große Anteilnahme. Dort hatte Zaklina die letzten zehn Jahre gearbeitet.
Ein Zeichen der Ehre
Nach Bekanntwerden ihres Todes hisste das UKH Salzburg die schwarze Fahne. Leitende Mitarbeiter des Krankenhauses erwiesen ihr bei der Beerdigung die letzte Ehre. Für die Familie war dies ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung.
Hilfe kommt auch von der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft GSWB. Es wird versucht, der Familie eine größere Wohnung im selben Haus zu vermitteln, die kürzlich frei wurde. „Es kann sich niemand vorstellen, was diese Familie durchmachen muss“, sagt GSWB-Betriebsrat Michael Perkmann.
Die GSWB hat zudem eine Spendenaktion unter den Mitarbeitern gestartet. Die Geschäftsführung hat zugesagt, den gesammelten Betrag zu verdoppeln. Ein Wunsch der Familie ist es, mit dem Geld die Kinderzimmer in der neuen Wohnung auszustatten, sollte der Umzug klappen.
Wie Sie helfen können
Um die Familie Todorović direkt zu unterstützen und den drei Kindern eine sicherere Zukunft zu ermöglichen, wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Das Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Salzburg, verwaltet die Spenden, die zu 100 Prozent der Familie zugutekommen.
- Kontoinhaber: Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Salzburg
- IBAN: AT11 2040 4005 0025 1363
- Verwendungszweck: „Für Familie Todorović“
Jeder Beitrag hilft, die finanzielle Notlage der Familie zu lindern und den Kindern Anastasia, Lara und Milan nach den unzähligen Schicksalsschlägen eine Perspektive zu geben.





