Nach dem Aus für den S-LINK nach Berchtesgaden rückt nun eine pragmatische Lösung in den Fokus: Die bestehende Buslinie 840 zwischen Salzburg und dem Königssee soll massiv ausgebaut werden. Geplant sind ein dichterer Takt und Expressverbindungen, um die hohe Nachfrage von Pendlern und Touristen besser zu bedienen.
Das Wichtigste in Kürze
- Alternative zum S-LINK: Der Ausbau der Buslinie 840 wird als Alternative zur gescheiterten S-Bahn-Verbindung nach Berchtesgaden vorangetrieben.
- Geplante Verbesserungen: Ein Halbstundentakt sowie zusätzliche Expressbusse sollen die Verbindung deutlich attraktiver machen.
- Hohe Nachfrage: Bereits jetzt nutzen über 200.000 Fahrgäste jährlich die Strecke, was im Sommer zu überfüllten Bussen führt.
- Nächste Schritte: In Kürze finden Gespräche zwischen dem Land Salzburg und dem Landkreis Berchtesgaden statt, um die Finanzierung zu klären.
Engpass auf beliebter Strecke
Die Buslinie 840, die die Salzburger Altstadt mit beliebten Zielen wie Berchtesgaden und dem Königssee verbindet, ist seit langem ein wichtiger Bestandteil des grenzüberschreitenden Nahverkehrs. Doch die Beliebtheit hat ihre Schattenseiten. Vor allem in den Sommermonaten stößt die Verbindung an ihre Kapazitätsgrenzen.
Hermann Häckl, Geschäftsführer des Busunternehmens Albus, bestätigt die hohe Auslastung. „Im Sommer fahren wir mit Gelenkautobussen verstärkt und die sind teilweise bumvoll“, berichtet er. Die Abfertigung der Fahrgäste am Salzburger Hauptbahnhof kann sich dadurch oft um bis zu 15 Minuten verzögern, was den Fahrplan durcheinanderbringt.
Über 200.000 Fahrgäste pro Jahr
Die aktuelle Fahrgastzahl von mehr als 200.000 Personen pro Jahr unterstreicht die enorme Bedeutung der Linie 840 für den Tourismus und den Pendlerverkehr in der Region. Die Zahlen zeigen deutlich, dass ein dringender Handlungsbedarf besteht, um die Qualität und Zuverlässigkeit der Verbindung zu sichern.
Konkrete Pläne für eine Taktverdichtung
Nachdem die Pläne für eine S-Bahn-Verbindung (S-LINK) nach Berchtesgaden nicht weiterverfolgt werden, konzentrieren sich die Verantwortlichen auf beiden Seiten der Grenze nun auf den Ausbau des Busangebots. Die Vision ist klar: eine schnellere, zuverlässigere und komfortablere Verbindung für alle.
Der Salzburger Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) kündigt konkrete Maßnahmen an. Die Frequenz der Busse soll deutlich erhöht werden. „Wir werden sicher investieren. Ich glaube, dass dort dann ein sauberer Halbstundentakt möglich und notwendig wäre“, so Schnöll. Dies würde die Wartezeiten für Fahrgäste halbieren und die Flexibilität erheblich steigern.
Zusätzlich zum 30-Minuten-Takt sind auch Expressbusse im Gespräch. Diese könnten zwischen den regulären Fahrten verkehren und wichtige Haltestellen ohne Zwischenstopps anfahren, was die Reisezeit für viele Pendler und Touristen weiter verkürzen würde.
Wichtige Ziele entlang der Strecke
Die Buslinie 840 bedient einige der wichtigsten touristischen Anlaufpunkte der Region. Dazu gehören:
- Die Marktgemeinde Berchtesgaden
- Die Watzmanntherme
- Die Jennerbahn
- Der Königssee
Ein verbesserter Takt würde nicht nur die Erreichbarkeit dieser Ziele verbessern, sondern auch den Individualverkehr reduzieren.
Finanzierung und grenzüberschreitende Hürden
Bevor die Pläne umgesetzt werden können, müssen jedoch noch einige Herausforderungen gemeistert werden. Die wichtigste Frage ist die Finanzierung. Bereits in der kommenden Woche soll ein erstes Gespräch zwischen Vertretern des Landes Salzburg und des Landkreises Berchtesgaden stattfinden, um die Kostenverteilung zu diskutieren.
Auch auf bayerischer Seite wird die Dringlichkeit des Themas erkannt. Franz Rasp, Bürgermeister von Berchtesgaden (CSU), betont die Wichtigkeit der Mobilität für seine Gemeinde, räumt aber auch finanzielle Zwänge ein.
„Die Haushaltssituation ist natürlich auch bei uns angespannt. Aber neben den Themen Gesundheit und Bildung ist natürlich das Thema Mobilität eines der wesentlichen Themen bei uns.“
Neben der Finanzierung gibt es auch administrative Hürden. Da es sich um eine grenzüberschreitende Linie handelt, müssen unterschiedliche rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen, wie etwa verschiedene Umsatzsteuersätze, berücksichtigt werden. Die Zusammenarbeit beider Regionen wird entscheidend sein, um diese bürokratischen Hindernisse zu überwinden und das Projekt erfolgreich auf den Weg zu bringen.
Ein wichtiger Schritt für die Region
Der geplante Ausbau der Buslinie 840 ist mehr als nur eine Alternative zu einem gescheiterten Bahnprojekt. Er ist eine Chance, den öffentlichen Nahverkehr zwischen Salzburg und dem Berchtesgadener Land nachhaltig zu stärken. Eine attraktive Busverbindung könnte dazu beitragen, den Verkehr auf den Straßen zu entlasten, die Umwelt zu schonen und die Lebensqualität für Einheimische und Gäste gleichermaßen zu verbessern.
Die kommenden Gespräche werden zeigen, wie schnell und in welchem Umfang diese Pläne realisiert werden können. Das klare Bekenntnis beider Seiten zum Projekt lässt jedoch auf eine zügige und positive Entwicklung hoffen.





