Seit heute, Sonntag, gilt in Salzburg der größte Fahrplanwechsel seit vielen Jahren. Die Änderungen betreffen sowohl den Zug- als auch den Busverkehr und sollen vor allem für Pendler deutliche Verbesserungen bringen. Auslöser für die umfassenden Anpassungen ist die Eröffnung der Koralmbahn in Südösterreich, die weitreichende Auswirkungen auf das gesamte nationale Schienennetz hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Mehr Kapazität für Pendler: Auf der Strecke zwischen Golling und der Stadt Salzburg steigt die Sitzplatzkapazität um 60 Prozent.
- Neue Linien und Takte: Die S-Bahn-Linie S3 wird neu strukturiert, die neue Linie R3 verbindet Salzburg und Saalfelden im Stundentakt.
- Schnellere Verbindungen: Durch die Optimierung von Haltestellen verkürzt sich die Fahrzeit der S3 nach Golling um rund zehn Minuten.
- Ausbau des Busverkehrs: Neue Linien in Seekirchen sowie zusätzliche Früh- und Taktverbindungen im Tennengau und Lungau verbessern die Anbindung.
Ein Quantensprung für den öffentlichen Verkehr
Mit dem heutigen Tag erleben Fahrgäste im Bundesland Salzburg eine grundlegende Neuordnung des öffentlichen Verkehrs. Allein die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erweitern ihr Angebot in der Region um mehr als 800.000 zusätzliche Zugkilometer pro Jahr. Diese massive Ausweitung ist Teil einer nationalen Strategie, die durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn zwischen der Steiermark und Kärnten angestoßen wurde.
Die daraus resultierenden Anpassungen im Fernverkehr ermöglichen es nun, auch das regionale Netz in Salzburg neu zu gestalten. Ziel ist es, die Taktung zu verdichten, Kapazitäten zu erhöhen und die Anschlüsse zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu optimieren. Davon sollen nicht nur Pendler, sondern auch Freizeit- und Gelegenheitsreisende profitieren.
Fokus auf die Pendlerachse Tennengau
Eine der zentralen Verbesserungen betrifft die stark frequentierte Strecke zwischen dem Tennengau und der Landeshauptstadt. Insbesondere Pendlerinnen und Pendler aus dem Raum Golling können sich über spürbare Erleichterungen freuen.
Mehr Platz in den Zügen
Die vielleicht wichtigste Neuerung ist die Erhöhung der Sitzplatzkapazität um beeindruckende 60 Prozent auf der Achse Golling-Salzburg. Dies wird hauptsächlich durch den Einsatz von längeren Zuggarnituren erreicht, die dem hohen Fahrgastaufkommen in den Stoßzeiten besser gerecht werden sollen. Damit reagieren die Verkehrsplaner auf die seit Jahren steigende Nachfrage.
Zahlen im Überblick
- +800.000 zusätzliche Zugkilometer pro Jahr in Salzburg.
- +60% mehr Sitzplätze zwischen Golling und Salzburg Stadt.
- -10 Minuten kürzere Fahrzeit für die S3 nach Golling.
- Stundentakt für die neue Linie R3 zwischen Salzburg und Saalfelden.
Neuorganisation der S-Bahn-Linie S3
Die S-Bahn-Linie S3, eine Lebensader für viele Pendler, wird grundlegend neu strukturiert. Sie verkehrt ab sofort auch an Sonn- und Feiertagen im Halbstundentakt, was eine deutliche Verbesserung für den Wochenendverkehr darstellt.
Allerdings gibt es auch eine wesentliche Änderung in der Streckenführung: Die S3 endet künftig bereits im Bahnhof Golling-Abtenau und fährt nicht mehr wie bisher bis nach Saalfelden im Pinzgau. Gleichzeitig werden auf dieser Strecke einige Haltestellen nicht mehr bedient, um die Verbindung zu beschleunigen. Das Ergebnis: Die Fahrzeit zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Golling verkürzt sich um rund zehn Minuten.
Neue Verbindungen für den Pinzgau
Um die wegfallende S3-Verbindung in den Pinzgau zu kompensieren, wurde eine neue Regionalzuglinie geschaffen. Die Linie R3 übernimmt die Aufgabe, den Pinzgau an die Landeshauptstadt anzubinden.
Die R3 wird künftig im Stundentakt zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Saalfelden verkehren. Ein wichtiger Punkt für die Anwohner entlang der Strecke: Die neue Linie bedient alle bisherigen Haltestellen, die von der S3 ausgelassen werden. Auch die R3 wird an Sonntagen fahren und somit die ganzwöchige Erreichbarkeit des Pinzgaus sicherstellen.
Private Konkurrenz belebt das Geschäft
Neben den ÖBB erweitert auch die private Westbahn ihr Angebot. Neu ist eine Direktverbindung, die dreimal täglich von Wien über Salzburg bis nach Saalfelden geführt wird. Dieses zusätzliche Angebot schafft neue Reisemöglichkeiten und erhöht den Wettbewerb auf der Schiene.
Ausbau im regionalen Busverkehr
Nicht nur auf der Schiene, auch auf der Straße wird das Angebot verbessert. Der Fahrplanwechsel umfasst auch eine signifikante Erweiterung des Regionalbusnetzes, um vor allem ländliche Regionen besser anzubinden und die „letzte Meile“ für Fahrgäste zu erleichtern.
Neue Angebote im Flachgau, Tennengau und Lungau
Im Flachgau starten in der Region Seekirchen komplett neue Buslinien, um die Gemeinden im Umland besser zu vernetzen. Im Tennengau und im Lungau werden zusätzliche Frühverbindungen eingeführt, die es Arbeitnehmern ermöglichen, ihre Arbeitsplätze auch zu frühen Morgenstunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
„Unser Ziel ist es, ein flächendeckendes und attraktives Angebot zu schaffen, das eine echte Alternative zum privaten Pkw darstellt.“
Ein konkretes Beispiel für die Taktverdichtung ist die Schnellbuslinie 270, die Salzburg über die Tauernautobahn mit Tamsweg verbindet. Diese wichtige Verbindung für den Lungau wird ab sofort tagsüber im Zweistundentakt angeboten.
Mikro-ÖV als Ergänzung
Zusätzlich zu den Linienbussen wird das System durch neue Mikro-ÖV-Angebote ergänzt. Dabei handelt es sich um flexible, bedarfsgesteuerte Kleinbusse, die vor allem in Gebieten mit geringerer Bevölkerungsdichte zum Einsatz kommen. Sie sollen die Lücken im Netz schließen und eine flexible Mobilität ohne eigenes Auto ermöglichen.
Ein Schritt in die Zukunft der Mobilität
Der aktuelle Fahrplanwechsel stellt die größte Anpassung des öffentlichen Verkehrs in Salzburg seit Jahren dar. Er ist ein klares Bekenntnis zum Ausbau nachhaltiger Mobilitätsformen. Durch die Kombination aus höheren Kapazitäten, dichteren Takten und besseren Anschlüssen soll der Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn für noch mehr Menschen im Bundesland attraktiv werden.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Verkehrsinfrastruktur an die wachsenden Bedürfnisse einer mobilen Gesellschaft anzupassen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die neuen Angebote von den Fahrgästen angenommen werden.





